Eine genaue Definition ist nicht ganz einfach. Zwanghaftes Verhalten kann bestehen, ohne, dass es den Betroffenen in seinem Alltag einengt und stört - ob man dann von einer Zwangserkrankung sprechen sollte, ist fraglich. Deshalb wird meist erst dann von einer Zwangserkrankung oder -störung gesprochen, wenn die Betroffenen unter ihrem Verhalten leiden.
Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. schreibt dazu auf ihrer Seite: "Je stärker das zwanghafte Verhalten von dem sonst üblichen Verhalten abweicht und je mehr es den Betroffenen in seinem alltäglichen Leben behindert und einengt, um so eher wird man von einer Störung oder Erkrankung sprechen."
Was ist nun zwanghaftes Verhalten genau?
Zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten Zwangsstörungen gehören Wasch- und Kontrollzwänge. Waschzwänge äußern sich z.B. durch exzessives Händewaschen, besonders nach Berührung vermeintlich "schmutziger" Gegenstände oder nach dem Aufenthalt in der Öffentlichkeit.
Menschen, die unter Kontrollzwängen leiden, kontrollieren z.B. immer wieder, ob die Haustür abgeschlossen ist oder die Herdplatten und das Licht aus sind.
Beide Zwänge können die Betroffenen soweit kontrollieren, dass sie ihre Wohnung nicht mehr verlassen können. Grade diese Extremfälle gehen in letzter Zeit durch die Medien. Selbstverständlich gilt das aber nicht für alle Zwangserkrankten. Die Ausprägungen sind sehr unterschiedlich.
Die oben genannten Zwangsstörungen sind nur die bekanntesten und als Beispiel gut geeignet, da man sie relativ leicht umschreiben kann. Es gibt noch unzählige andere Beispiele, die teilweise sehr kurios anmuten. Zwänge können auch das Leseverhalten eines Menschen einnehmen, so dass der Betroffene Bücher nur noch rückwärts lesen kann. Andere können an keiner Straßenlaterne vorrübergehen, ohne dreimal um sie herum zu laufen und dabei zu pfeifen. Wie sich das zwanghafte Verhalten äußert, ist sehr individuell.
Das ist jetzt nur ein ganz kleiner Überblick. Viele Informationen findet man z.B. hier:
http://www.zwaenge.de/
Unter "Diagnose" ist sehr ausführlich beschrieben, wie sich solches Verhalten entwickeln kann und auch die ICD-10 Kriterien sind aufgelistet. Darüber hinaus gibt es auch Hilfe für Betroffene..
Hilfe bekommt man auch hier:
http://forum.zwangserkrankungen.de/
Ein großes Forum mit sehr freundlicher Atmosphäre..
Ich bin selbst betroffen, habe einen Waschzwang und immer wieder Gedankenzwänge, komme aber zur Zeit gut damit zurecht.
Vielleicht kann ich später auch noch ein bisschen mehr aus meiner Perspektive dazu sagen. Aber erstmal wollte ich das Thema allgemein anschneiden und euch fragen, ob ihr betroffen seid, Angehörige habt, die betroffen sind oder ihr euch aus anderen Gründen schon einmal damit beschäftigt habt, durch die Medien darauf aufmerksam wurdet usw.!
Liebe Grüße


![[ Stationsleiter ] [ Stationsleiter ]](./images/ranks/Mod.gif)
![[ Ex-Team ] [ Ex-Team ]](./images/ranks/Ex-Moderator.gif)
![[ Anstaltsleitung ] [ Anstaltsleitung ]](./images/ranks/Admin.gif)