Zur falschen Zeit am falschen Ort

Forum: Geschichten vom Leben


Wie habt Ihr Eure Kindheit und Jugend erlebt und wie ist das Erwachsensein? Besondere Ereignisse aus Eurem Leben und vieles mehr.




Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Svart-Vinter » 13. Jun 2008 - 10:33


Meint ihr, dass man zur falschen Zeit am falschen Ort sein kann oder ist das Unsinn?

Ich mache mir in letzter Zeit oft Gedanken darüber, da ich einigen Menschen begegnet bin,
deren Schicksal so hart ist, dass dieser Spruch wirklich zutreffen könnte.

Zum einen handelt es sich um die Familie, wo ich momentan arbeite.
Viel mehr geht es um die Frau, um das Herzstück der Familie, ohne die eigentlich kaum etwas funktionieren würde.

Sie (37 Jahre) hat vor 1 1/2 Jahren ein tragisches Ereignis erlebt, wodurch sie für immer körperlich behindert sein wird.
Sie fuhr mit ihrer kleinen Tochter (9 Jahre) auf einer Landstraße mit ca. 90 km/h.

Auf der Gegenfahrbahn kam ihr ein älterer Mann entgegen, alles war so weit okay.
Doch kurz bevor sich die Autos kreuzten, bekam der Mann am Steuer einen Herzinfarkt und fuhr in das Auto der Frau.

(Die Tochter kam unbeschadet davon)

Seitdem ist nichts mehr so wie es einmal war und das wird es auch nie wieder sein.
Sie hatte mehrere komplizierte Brüche in den Beinen und leidet heute noch sehr an den Folgen,
so dass sie oft zum Arzt muss und den Haushalt unmöglich alleine schaffen kann.

Ich weiß, dass sie immer noch darunter leidet, dass ein einziger Augenblick ein Menschenleben so kaputt machen kann.
Oft sehe ich ihre verweinten Augen und mir tut es in der Seele weh, leider kann ich nicht mehr als reden und für sie bzw. für die ganze Familie da zu sein.

Kann man zu diesem Ereignis "Zur falschen Zeit am falschen Ort" sagen?

Noch ein anderes Schicksal von dem ich neulich erfuhr:

Am vergangenen Wochenende habe ich ein Mädel kennen gelernt, sie hat eine Fehlstellung der Augen und allgemein ist ihr Gesicht etwas "komisch".
Irgendwann erzählte sie mir, warum das so ist.

Mir fehlten dazu die Worte und auch die Luft für diese Worte, die ich ihr gerne geschenkt hätte.

Sie war vor ein paar Jahren mit ihren Eltern unterwegs auf der Autobahn als ihnen ein Geisterfahrer entgegen kam.
Ich denke, näher brauche ich darauf nicht eingehen, da das Ende offensichtlich ist.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Habt ihr sowas oder sowas ähnliches selbst schon mal erlebt oder kennt ihr Menschen,
denen etwas passiert ist, dass ihr Leben völlig aus der Bahn riss?


Liebe Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Pendragon » 6. Sep 2008 - 12:09


Ich finde das ist nur ein Sprichwort um ein Unglück oder Missgeschick besser zu verarbeiten.
Befindet sich nicht jeder zur falchen Zeit am falschen Ort wenn etwas passiert.
Ich nenne es Schicksal oder Bestimmung .
Keiner kann voraussehen , ob Ihm etwas passiert , es sei denn er ignoriert vorausgegangene Warnungen.
Dann hatt er sich selbst an den falschen Ort begeben und bewußt sein Schicksal herrausgefordert .
Vor Naturkatastrophen kann mann warnen , aber im Verkehr zu Land ,Wasser , Luft nicht .
Der Weg ist das Ziel / das Ziel ist die Weisheit
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Zur falschen Zeit am falschen Ort

Beitragvon Sydney » 6. Sep 2008 - 22:53


Solche Vorfälle, wie diese, von denen Du berichetest, sind sehr tragisch und erschütternd.

Ich kenne dieses Gefühl sehr gut, wenn man einen Menschen ansieht und man wünscht, man könnte die Zeit anhalten, zurückdrehen und es irgendwie bewerkstelligen, daß alles gut wird für diesen Menschen. Das er dieses oder jenes nicht hätte erleben müssen.

Eine spirituelle Weisheit lautet: " Nichts geschieht ohne dein Einverständnis!"

Im Anbetracht der verheerenden Folgen, wie hier erwähnt, scheint dies schwer vorstellbar. Aber man muß dabei auch eins bedenken. Das Leben ist ein Sein und Werde, Tag und NAcht, Yin und Yang. Der Tod bedarf des Lebens, wie das Leben den Tod mit sich führt. Wir erleben oft Dinge, die uns auf den ersten Blick tragisch, unangenehm, einfach überflüssig erscheinen, die aber gewisse Lernprozesse bei uns auslösen und uns ganz anders über das Leben nachdenken lassen, als wenn immer alles Sorgenfrei verlaufen würde. Von daher glaube ich, daß auch das Übel oftmals etwas Gutes in sich bergen kann. Und ich glaube auch, daß unsere Seelen solche "schicksalshaften" Ereignisse herbeirufen, um gewisse Lernprozesse zu erleben. Ich glaube also nicht, daß man zur falschen Zeit am falschen Ort sein kann, sondern vielmehr, daß, sollte man doch an einem anderen Ort sein, sich das schicksal, auf andere Art erfüllt. Man kann sich selbst nicht entkommen.
"Und solang du das nicht hast, Dieses: Stirb und werde! Bist du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde" (Goethe)
Sydney

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