Trauer - Was muss man wissen, was kann man tun, was sollte man vermeiden?
Trauer ist eine der intensivsten und schmerzhaftesten gefühlsmäßigen Belastungen.
Der Zustand der Trauer ist neben dem emotionalen Aspekt ein Verhalten des Menschen zur Bewältigung seelischen Schmerzes,
vor allem durch den Verlust eines nahe stehenden Menschen oder Tieres.
Auslöser kann der Tod von Freunden, Verwandten oder Haustieren , aber auch Trennungen anderer Art sein.
Die Trauer verläuft gewöhnlich in mehreren Phasen:
1. Die Betroffenen befinden sich meist in einer Art Schockzustand, wollen nicht wahrhaben, dass ein Mensch verstorben ist.
2. Sie erleben eine depressive Phase; Sinnleere oder Zukunftsangst sowie Hadern mit dem Schicksal dominieren die Gedanken.
Trauernde haben Verlassenheits- und Schuldgefühle, auch körperliche Reaktionen,
wie z.B. Konzentrationsverlust, Schlafstörungen oder Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust treten auf.
3. Dann beginnt "die Zeit, die Wunde zu heilen".
Der Gedanke an die verstorbene oder verlorene Person verursacht nicht mehr so starke Verzweiflung.
Es gelingt den Trauernden, sich wieder besser zu konzentrieren, das "Hier und Jetzt" wahrzunehmen und den Blick auf die Zukunft zu richten.
Schließlich kommt es bei erfolgreicher Trauerbewältigung zu einem neuen seelischen Gleichgewicht.
Trauer: was kann man tun, was soll man lassen...
- Nicht versuchen, dem Trauernden die Trauer zu nehmen
(ist meist eine egoistische Einflussnahme, um sich selber zu entlasten).
- Vorsicht bei Betroffenen in jungen Jahren und im höheren Lebensalter (zwei besonders empfindliche Lebensabschnitte mit erhöhter Selbsttötungsgefahr).
- Nie mit eigenen Maßstäben messen
(es kommt nicht darauf an, was "man" für ertragbar hält, sondern wie breit die Schultern sind, die den Schicksalsschlag zu ertragen haben).
- Den Trauerprozess nicht zeitlich begrenzen wollen. Die Entscheidung trifft die Belastungsfähigkeit des Betroffenen selber.
- Den Trauernden die Möglichkeit geben, ihre Gefühle zeigen zu dürfen: Wer sich "zusammennimmt", ist bequem für die anderen,
aber schädlich für den Genesungsprozess; was aber nicht heißt, dass der Trauernde "gezielt" auf Kosten seines Umfelds trauern soll
(was es gelegentlich auch gibt).
- Falsche Ratschläge ("Gönnen Sie sich doch wieder einmal ein Vergnügen"), nutzlose Appelle ("Sie müssen sich einfach mehr zusammennehmen")
und leere Redensarten vermeiden ("Glücklicherweise ist sonst nichts passiert").
- Nicht oberflächlich trösten oder den Verlust herunterspielen, sondern eher still-verständnisvoll mitleiden:
Anwesenheit und stumme Zuwendung bedeuten oft mehr als Worte (die einem ohnehin nach einiger Zeit auszugehen pflegen).
- Vorsicht an Wochenenden, Feiertagen und vor allem Jahrestagen (Einsamkeit, Rückblick, Erinnerung).
- Kleine Aufmerksamkeiten signalisieren Verbundenheit in der Not und spenden mehr Trost, als gemeinhin angenommen:
Postkarte, Anruf, kurzer Besuch u. a.
- Hilfreich sind auch entsprechende Bücher oder der Kontakt mit Menschen, die ihren Trauerprozess erfolgreich abschließen konnten.
- Bei plötzlichem, dramatischem oder gewaltsamen Tod mit verlängerter und verstärkter Schockphase rechnen
(Vorsicht vor abrupten, unvorhersehbaren Reaktionen, besonders bei ohnehin labiler Wesensart).
- Selbst bei entstellendem Tod die Möglichkeit nutzen, sich von dem Verstorbenen/Verunfallten persönlich zu verabschieden.
Ansonsten können später die unsinnigsten Phantasien auftreten, die sich deshalb auch mit niemand besprechen lassen
("Vielleicht lebt er noch und ist nur ausgewandert ...").
- Und vor allem: Geduld, Geduld und die Gabe, sich nicht anstecken zu lassen.
Trauerprozesse können überaus schmerzlich und zermürbend werden, besonders am Anfang und schließlich auf längere Sicht.
Doch mit medikamentöser Unterstützung soll man zurückhaltend sein.
Sinnvoller ist eine langfristige und tröstende Verfügbarkeit, ggf. gezielte Betreuung - falls möglich.
Wenn jedoch Medikamente nötig sind, dann nur kurzfristig und bedarfsweise (z. B. Schlafmittel).
Vorsicht vor der unkritischen Gabe von Beruhigungsmitteln (Tranquilizer vom Typ der Benzodiazepine).
Sie können zwar gefühlsmäßig distanzieren, dämpfen jedoch durch ihre "abschottende" Wirkung die Betroffenheit.
Dadurch stören sie den Trauerprozess und können ihn verlängern.
Dann muss diese "medikamentös ausgestanzte" Trauerphase später nachgeholt werden.
Quellen:
- http://www.psychosoziale-gesundheit.net ... rauer.html -
- http://de.wikipedia.org/wiki/Trauer -
- http://www.trauer.org/ -

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