Wie beeinflussen Krankheiten den Glauben an Gott ?

Forum: Glaubensfragen - Geheimbünde


Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme. Religionspsychologie, Religionsgeschichte, spirituelle Religion, Religionsphilosophie und eigene Ansichten.




Wie beeinflussen Krankheiten den Glauben an Gott ?

Beitragvon Svart-Vinter » 19. Aug 2008 - 19:53


Hallo liebe Gemeinde!

Ist Euch auch schon mal aufgefallen, dass wenn man krank bzw. schlimm krank ist,
zu Gott betet und ihn anfleht, dass er einen schnell wieder gesund macht?
In Momenten, wo am am Boden zerstört ist, kommen Gedanken an Gott obwohl man in keinster Weise gläubig ist.

Wie kann man sich das erklären? Ist das bei Euch auch so?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon The_Sorrow » 19. Aug 2008 - 22:12


Also bei mir ist das nicht so ich bin nicht gläubig und lehen sowas ab.
Vielleicht kann man das damit erklären das man in unsere Welt in gewisser weise immer mit dem Gottesglauben aufwächst und das die hoffnung entsteht das es bei schwerer Krankheit jemanden gibt der das schnell und ohne unannemlichkeiten beseitigt
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Wie beeinflussen Krankheiten den Glauben an Gott ?

Beitragvon Kha » 19. Aug 2008 - 22:21


Das typische Phänomen, ist ähnlich dem des "Warum gibt es Krieg wenn es einen Gott geben soll?".

Nunja, da finde ich man wenn man denn glaubt nicht nur irgendwie mit Gott "kommunizieren" sollte wenn man krank ist, sondern auch wenn es einem gut geht, kann ich mir das halt nur so erklären, dass die Leute sich mal ganz fix darauf besinnen, nach dem Motto "da war noch was", und denken wenn sie jetzt just in diesem ASugenblick gläubig sind, dann hilft Gott ihnen. Was ich wiederrum noch absurder finde als generell an Gott zu glauben, ganz oder gar nicht.
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Re: Wie beeinflussen Krankheiten den Glauben an Gott ?

Beitragvon Ategato » 20. Aug 2008 - 01:34


Ich muss Kha in allen Punkten zustimmen.
Und dies hier ist sehr wichtig:
Kha hat geschrieben:Das typische Phänomen, ist ähnlich dem des "Warum gibt es Krieg wenn es einen Gott geben soll?".


Menschen berufen sich immer auf etwas höheres, wenn sie in der Klemme sind, schreiben aber Selbständigkeit ansonsten ganz groß.
Irgendwo im Inneren herrscht halt doch die Vorstellung, dass es einen intelligenten Schöpfer gibt.

Bei mir ist es so, dass ich gläubig bin, bei Krankheiten jedoch nicht bete oder ähnliches. Mir reicht das Leben so, wie es ist. Egal, ob ich todkrank bin oder nicht, weil es automatisch in die "Schicksalsecke" geschoben wird. Ergo ist es mir egal und ich lebe locker so weiter, wie sonst auch.

Eine witzige und passende Szene aus Simpsons:

Es ist Apokalypse, die Welt geht unter.
Gezeigt wird die Kirche und Moe's Saufbar. Im nächsten Moment rennen alle Gläubige zur Saufbar und alle Säufer in die Kirche. Fand ich klasse :P

MfG,
Ategato
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Beitragvon Anxiolytika » 20. Aug 2008 - 13:18


Ich sehe das ähnlich wie Ategato.
Ich denke, dass Glauben zu einem Großteil aus Hoffnung besteht.
Wie auch Kha schon andeutete, glauben Menschen daher in "hoffnungslosen" Situationen eher an Gott.
Wenn einem alle sonstige Hoffnung genommen oder zumindest minimiert wird, besinnt man sich. Viele werden dann erst dankbar für alles, was sie hatten und haben, sie gehen in sich und werden sentimental und auch der Glauben ist in diesem Fall eine Art der Sentimentalität.
Es ist wie, wen man in besonders schweren Zeiten sich auf einmal an alte freunde erinnert und sich nach Jahrzehntelangem Stillstand wieder bei ihnen meldet. So ist auch das Verhältnis vieler "Christen" zu Gott. Wie zu einem alten Freund, zu dem man aber keinen Kontakt mehr hat: Manchmal entsinnen sie sich an ihn und melden sich. Und solche Situationen sind eben die "hoffnungslosen", sei es Krieg oder Krankheit oder auch andere Krisen, die psychisch belasten.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
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Beitragvon Mares » 22. Aug 2008 - 17:53


Das sieht man auch ganz gut an Häftlingen, die in der Todeszelle sitzen. Die meisten werden spätestens dort gläubig, egal, wieviele Leute sie vorher umgebracht haben.
Ich sehe dass auch so: die Meisten Menschen denken erst an Gott, wenn die Aussicht auf andere "Erlösung" gestorben ist und somit ist es eigentlich eher Egoismus, statt Glauben. Es geht den meisten ja darum, dass sie einen Vorteil aus dem Glauben ziehen-mit dem Rest der Religion hat dass nicht viel zu tun.
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Re: Wie beeinflussen Krankheiten den Glauben an Gott ?

Beitragvon Kha » 23. Aug 2008 - 18:23


Mares hat geschrieben:Das sieht man auch ganz gut an Häftlingen, die in der Todeszelle sitzen. Die meisten werden spätestens dort gläubig, egal, wieviele Leute sie vorher umgebracht haben.
Ich sehe dass auch so: die Meisten Menschen denken erst an Gott, wenn die Aussicht auf andere "Erlösung" gestorben ist und somit ist es eigentlich eher Egoismus, statt Glauben. Es geht den meisten ja darum, dass sie einen Vorteil aus dem Glauben ziehen-mit dem Rest der Religion hat dass nicht viel zu tun.



Gutes Beispiel, dem kann ich wirklich nur zu stimmen, daher finde ich ja auch entweder man glaubt, oder man glaubt nicht! Entweder...oder.

Ich kann mit beidem Leben, mir ist egal ob Leute glauben oder nicht, man sollte nur für sich selbst eine klare Position beziehen.
Natürlich kommt wie du schon als beispiel gsagt hats, irgendwann der Tag, an dem Mann stirb, die Ungewissheit treibt uns fast in den Wahnsinn, und um nicht bekloppt zu werden...tja, dann glaubt man halt. Ich finde das einfach falsch und verlogen. Erst sagen nein, und dann plötzlich ja?

Natürlich kann man sich in seinem leben wandeln, aber es gibt auch positive Sachen wo man, wenn man denn glaubt, Gott auch mal danken kann. Das macht nämlich echten Glauben dann mal aus ;) :tee:
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Beitragvon Mike » 3. Sep 2008 - 09:07


In solchen Situation wie bei einer schweren Krankheit oder vor dem Tod kommt die Angst ins Spiel. Das Beten und das Erkennen, größerer Kräfte liegt in der Natur der Menschen. Damit meine ich nicht unbedingt das christliche Beten, welches nur eine Zur-Schau-Stellung ist. Als Beten bezeichne ich lediglich die Kommunikation zu höheren Wesen, die für uns verantwortlich sind. Und ebenso wie wir Menschen für unsere Haustiere verantwortlich sind und mit diesen auf eine gewisse Art und Weise kommunizieren, so gibt es auch über uns noch Wesen.

Das Problem an diesem Beten aus Angst ist, dass man immer nur will - man WILL dass man nicht sterben muss, man WILL dass man schnell wieder gesund wird. Man will immer nur das Ziel, das Ergebnis. Man sollte aber lieber die Fähigkeit wollen, selbst zum Ergebnis zu kommen - sprich: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott. Ist zwar etwas billig ausgedrückt, aber wie in so vielen Redewendungen steckt auch darin ein Fünkchen Wahrheit.
Wenn man wirklich gläubig ist und an das Beten glaubt, dann weiß man aber auch, dass man nicht nur beten soll, wenn man Hilfe braucht, sondern auch, wenn man für etwas dankbar ist. Ein alter Brauch: Den ersten Bissen und ersten Schluck für die Götter! Übernommen im Christentum - Hab Dank für Speis und Trank.

Manchmal aber ist es nicht die Angst, die uns zum Beten bringt. Manchmal ist es vielleicht auch eine Erkenntnis, die uns ereilt, weil wir - im Beispiel der Todeszellen-Insassen - verstärkt Zeit haben, uns Gedanken zu machen. Sozusagen ein "Konzentrat unserer Gedanken" in kürzester Zeit.

Natürlich kommt wie du schon als beispiel gsagt hats, irgendwann der Tag, an dem Mann stirb

Es kommt auch der Tag, an dem FRAU stirbt ;-)
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Beitragvon Kha » 4. Sep 2008 - 14:02


Ja, ich hatte mich verschrieben ich meinte natürlich _ man_ als allgemeine Formel.

Hm, beten, auch so ein schwieriges Thema, wenn ich bete setz ich mich selten in ein "etablissement" sondern tue es egal wo ich bin.. egal ob hände gefaltet oder augen geschlossen.. Es muss ja nicht jeder mitkriegen dass ich gerade bete.


Ich finds nur Schade, das Religionen ( Egal welcher Art) so schnell nur im negativen gebraucht werden. Ich persönlich lebe auch gut in positiven Situationen damit.
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Beitragvon Mike » 4. Sep 2008 - 15:46


Sinn und Zweck des Betens ist es ja auch nicht, dass man vor anderen betet. Das zusammen-beten kann höchstens den Zweck erfüllen, mehr "Energie" freizusetzen, wenn jeder gleichzeitig betet. So ne Art Petition ;-)

Religion an sich bedeutet ja eigentlich "wieder verbinden", aus dem Lateinischen re = zurück/wieder und ligo = ich verbinde. Sie dient eigentlich dazu, den Menschen wieder mit "etwas" zu verbinden. In meinen Augen ist der Begriff aber negativ behaftet, da er heute eigentlich mehr oder weniger die Glaubens-Institution meint. Wie oft sagt man "christliche Religion" und bezieht sich eigentlich nur auf die Kirche?
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