Hallo ihr alle,
bin neu hier und fange direkt an mit meiner Geschichte. Ich stecke in einer Situation, welche absurder nicht hätte sein können. Vielleicht kann mir jemand einen Ratschlag geben und mir irgendwie Hilfe weisen, damit ich einen Lichtblick oder irgendwas erkennen kann oder vielleicht nicht den gleichen Fehler wieder tausendmal neu begehe (sollte es denn einer sein)
Vorneweg, ich bin verheiratat seit 10 Jahren, habe einen treu sorgenden Ehemann, der mir alles gibt, außer geistigem Futter. Ich fühle mich oft allein, da er Philosophie und andere geistig kreative Themen nicht teilt, andere Interessen hegt und in vielen Dingen weniger der Denker ist, als ich es bin.
Dies ist für mich jedoch kein Grund zur Frustration gewesen, vielmehr bin ich der Meinung so etwas bei Freunden finden zu können. Dieses habe ich dann auch über ein kreatives Internetforum (Schreiben, schriftliche Rollenspiele, etc) gesucht und ein paar liebe Menschen gefunden.
Bis ich auf jemanden getroffen bin, bei dem alles gepasst hatte. Alles. Einfach alles, die Richtung, die Ideen, die Einstellung, ich war überglücklich und bin vollkommen in dieser Bekanntschaft aufgegangen, es wurde geschrieben, gechattet, alles. Gefühlsintensiche Themen verarbeitet, ( 2 Wesen, eine Seele; Verlorener Seelenpartner, die perfekte Ergänzung, etc) Wir haben unsere fantastische Online Welt gelebt, unsere Träume geteilt, geschrieben und das gute Gefühl genossen.
Nur war ein persönliches Treffen nie wirklich möglich. (Kontaktscheue, etc) aber für mich war es soweit perfekt. Es konnten selbst Gefühle verspürt werden, wenn es dem anderen nicht gut ging, es war für mich eine Seelenverwandschaft auf freundschaftlicher Ebene.
Bis der Punkt kam, an welchem sich alles irgendwie veränderte, an welchem die Worte kürzer wurden, nicht mehr alles gesagt wurde und schließlich alles abgebrochen wurde. Sie lebte ihr eigenes Leben, hatte eine neue Beziehung angefangen, ich wurde beiseite gelegt und zwar mit einer Erklärung, dass sie nicht mehr könnte, dass ich bei Unzufriedenheit etwas ändern sollte, sie aber nicht mehr weiter kann. Sie war nur noch für die neue Freundin da, brach alle anderen Kontakte ab. Ich war allein und einsam, zurückgelassen mit verlorenen Träumen, die ich mit niemandem mehr teilen konnte.
Ich hatte es nicht verstanden, war traurig, am Boden zerstört und versuchte diesem Bereich andere Inhalte zu geben. Ich fand sie bei einer weiteren Person, welchem ich genauso versuchte Vertrauen zu schenken, der sich auch auf eine Art und Weise um mich bemühte, welche ich noch nie erlebt hatte. Er hatte um mein Vertrauen gekämpft, alles gegeben und getan. Für mich zuviel um alles aufnehmen zu können, was er auch gemerkt hatte. Entsprechend misstrauisch begegnete ich ihm, doch meinte er es nur gut und wollte das beste für mich. Er zeigte mir meine Fehler unverblümt, kramte nach dem Grund meiner Unzufriedenheit, meiner Ängste und schaufelte Tür um Tür bei mir frei, bis ich frei reden konnte. Doch änderte sich dies dann ebenso wieder, er wurde ungeduldig, war frustriert, da ich zu langsam reagierte, zeterte, schlug mit Worten, ich würde nichts zurückgeben, er sähe keinen Nutzen, usw.
Für mich gab es nur wenige Dinge, welche ich wollte (keine Liebe, er war homosexuell, was hätte ich anderes erwarten sollen, als nur Freundschaft?) und ich verstand die Bedeutung seiner Worte nicht, ebenso wie ich nicht verstehen konnte, was ich denn fordern würde (ich bin es nicht gewohnt zu fordern, mir war nie bewusst wie ich fordern würde, vielleicht war es ein indirektes Aufmerksamkeitsfordern, doch wollte ich einfach nur Präsenz zeigen, dass ich da bin, dass er ebenso zu mir kommen könnte, etc).
Inzwischen war der Kontakt mit der ersten Person wiederhergestellt worden, die mir erklärt hatte, warum sie damals nicht mehr weiter gekonnt hatte. (zu viele Gefühle von ihrer Seite aus und das Wissen, dass ich nur die Freundschaft geben könnte,)
Es sollte nun wirklch eine Freundschaft werden, welcher ich bedingungslos alles gegeben hätte.
Doch nach einem Treffen mit allen beiden Personen war es der Fall, dass auf Liebe getriggert wurde. (Person 2 hätte dies an meinem Verhalten gesehen und hatte sich eingemischt).. Ich hätte der ersten Person Liebe präsentiert, weswegen diese so verunsichert gegangen war, dabei ist das bei mir nur eine Form der Zuneigung gewesen (da ich vorbehaltlose „Liebe“ die einen selbst vernichten kann kein bisschen kenne).
Am Ende wusste ich selbst nicht mehr, ob ich nun liebe oder nicht und vom Gefühl her spürte ich Unsicherheit wenn ich mit Person 1 rede, Schmetterlinge und unglaubliche Freude, wenn ich nur eine kleine Nachricht bekommen habe, zeigt mir, dass doch tiefere Gefühle vorherrschen.
Person 2 gegenüber konnte ich seit langem nur noch Unsicherheit empfinden, Nervosität, sobald seine Stimme zu hören war, das Wissen für jedes falsche Wort sofort eine schmerzende Retourkutsche zu bekommen, was das eigene Verhalten extrem beeinflusst hat. (Er meinte, er arbeite sich die Finger wund an mir und ich würde nichts zurückgeben und mich nicht auf ihn zu bewegen). Was ich ihm gab war nicht treffend, es hätte ihm nur gezeigt, wie wenig ich von seiner Person aufgenommen hätte, da wir nur über mich gesprochen hätten.
Die beiden Personen fingen nach diesem Treffen an miteinander zu sprechen, meist über mich, was ich falsch machen würde, wie mein unzufriedenes Leben besser gemacht werden könnte (Dinge, welche ich mir zuvor nicht bewusst gewesen war, dass diese mich überhaupt belasten würden können).
Ich war dann irgendwann soweit, ich dachte wirklich diese Person 1 zu lieben, denke es jetzt auch noch immer, wobei ich dieses Gefühl viel eher einer innigen vorbehaltlosen Freundschaft zuordnen würde. Meine Umgebung begann zu leiden, mein Mann wurde unzufrieden, investierte ich doch zuviel Zeit in diese Geschichte als in unsere Ehe. Ebenso hatte die Arbeit gelitten. Und ich hätte immer noch nicht eindeutige Position gegenüber ihr bezogen (wurde mir gesagt).
Jetzt ergab es sich, dass die beiden ihre Gefühle füreinander entdeckt haben, gerade WEIL sie stetig über mich gesprochen hatten. (Er liebt sie, ist aber von der Gesinnung noch immer homosexuell, liebt aber nur sie, auch wenn sie eine Frau ist, sie empfindet nun genauso, lässt sich richtig mitreissen, die beiden sind superglücklich und fliegen in ungeahnte Höhen).
Nun sind sie ein Paar und ich stehe in Verbindung mit beiden, fühle für beide eine bedingungslose Freundschaft, würde alles tun, doch bin ich wieder so einsam wie zu anfangs.
Logischerweise beschäftigen sie sich ausschließlich miteinander und es ist nur verständlich, dass sie mich vergessen. Zumal Person 2 sagt, ich hätte 2 Jahre bei ihm Zuwendung auftanken dürfen, hätte ihm nie etwas von Wert gegeben (nur negatives) und es wäre jetzt nur richtig an beiden zu geben, auch wenn man sich kaum mehr um mich kümmert. (und wenn dann fühlt es sich so an, als wäre es eine Pflicht).
Zeitgleich fordert man von mir, dass ich Person 1 eine bedingungslose Freundin sein muss, da ich ihr vor 2 Jahren zu Anfangs fälschlicherweise Liebe demonstriert hätte und niemals richtig Stellung bezog, dass dies alles freundschaftlich gewesen wäre (wo ich im Nachhinein sagen kann, dass es schon mehr war, doch von mir anders gelebt wird) und ihr damit über Jahre hinweg nur weh getan hätte. Ich bin soweit noch immer ihr einzigster Kontakt, mit welchem sie reden könne (eine Freundschaft hege).
Dieses bedingungslose schmerzt jedoch, da ich nach jedem Kontaktversuch merke, wie wenig meine Interessen noch von Belang sind. Das Thema hatte ich bereits angesprochen und bekam zu hören, dass ich nur laut genug rufen müsse und mich als Bereicherung sehen sollte. Dass ich noch immer gebraucht werde und einfach da sein soll, doch klingt es wie Almosen und Verpflichtung und mir ist vollkommen bewusst, dass sie über kurz oder lang nur noch sich selbst brauchen werden und sonst nichts mehr. Sie ergänzen sich zu gut. Ich freue mich für beide und doch empfinde ich Wehmut und Trauer um 2 Menschen, die ich auf meine Art liebte und nun für mich selbst (meine Träume und Belange) verloren habe..
Was sind das für komische Gefühle, die ich hege? Warum trifft mich das so sehr? Ich könnte einfach nur glücklich für beide sein, doch jedes Wort, jede Tat, die nur andeutet, dass ich überflüssig bin (was ich ja bin, aber sie mich noch immer als Bereicherung sehen wollen) schmerzt mich so, dass ich wieder stundenlang weine, alles um mich vergessen und vernachlässige.
Was habe ich falsch gemacht, was kann ich tun, damit alles für jeden perfekt ist?
Ich möchte sie ja glücklich sehen, aber ich möchte auch nicht einsam sein. Doch erlebe ich es immer wieder, je länger ich nach Kontakten suche, die meine Seele berühren können…
Ich war von meiner Seite her nur ehrlich. Wenn ich verunsichert war (ich hatte über die Trennung von meinem Mann wegen Person 1 ernsthaft nachgedacht) konnten sie das auch spüren.
Nun ist dies eine Konstellation, welche unglaublicher nicht sein könnte, ich suche meinen Platz bei ihnen als Freund, doch finde ich keinen, werde aber stetig von Person 2 ermuntert es weiter zu tun, während Person 1 mich mehr und mehr vergisst.
Ich habe echt keinen Plan mehr, was nun richtig ist.
Beide zu vergessen und liegen zu lassen würde mir als Versagen gewertet werden. (es würde in einem „ich habe 2 Jahre an dich verschwendet“ enden und wohl noch anderen Dingen, an welche ich jetzt noch nicht denken möchte.
Was tut man hier? Was läuft falsch? Was mache ich falsch, was kann ich besser und vor allem richtig machen?
2 Menschen, die für mich da sein wollten, die mir das richtige gegeben hatten (nur viel zu viel von allem) und welche sich nun abwenden werden. Ich verstehe den Verlauf nicht, ich verstehe nicht, was ich falsch gemacht habe, ich war nur ehrlich und so wie ich bin, herzlich und direkt. Ich habe viele Kontakte, aber nur bei diesen Beiden ist es so ausgeartet und leider war es nur bei diesen beiden so intensiv und erfüllend für mich. Es war so schön endlich über die konfusesten Gedanken sprechen zu können. Teilen zu können. Und nun sieht es so aus, als habe ich genau damit alles zerstört.
Dabei verlangt Person 2 von mir, dass ich eine bedingungslose Freundin zu Person 1 darstellen soll, nur wie kann man bedinungslos sein, wenn man nicht mehr gesehen wird? Wenn man nicht mehr von Interesse ist?
Manchmal wünsche ich mir, endlich am Ziel zu sein, endlich einen Menschen für meine Seele zu finden, für den ich das gleiche sein kann und der genauso eine Beziehung mit jemand anderem führt. Eben einen bedingungslosen Freund, der alles so teilen möchte, wie ich es tue, der mich versteht, den ich verstehe und mit welchem ich neben den Partnerschaften eine unglaubliche kreative Höhe erreichen könnte…
Nur scheint es so jemanden nur mit der Option auf „Partnerschaft und Beziehung“ zu geben.
Ich möchte hier nicht in jammerndes Selbstmitleid versinken, nur ist es so, dass mich diese Gedanken so beschäftigen, dass ich sie nicht abschalten kann und sie alles einnehmen. Mich über die Hobbies abzulenken funktioniert nicht mehr, da beide so tief in meine Seele vorgedrungen waren und ihr fehlen nun nur noch Leere zu hinterlassen scheint. Die Einsamkeit, welche ich mir füllen wollte ist nun präsenter als jemals zuvor.
Vielleicht kann mir jemand zu dieser Verwirrung etwas sagen. Ich danke schon mal sehr dafür.

