Kennt ihr das - ihr seid von etwas überzeugt, ihr seid der festen Meinung, dass etwas so ist, wie ihr denkt, und dass es sich auch immer so verhält - und ihr handelt dennoch anders, als ihr es für richtig hält?
Beispiel: Ihr seid überzeugt davon, dass es sinnlos ist, andere Menschen zu hassen, da im Grunde genommen in jedem Menschen der götttliche Funke brennt und da ihr seht, dass die Menschen, die ihr hassen solltet, selbst Probleme haben, mit denen sie erst klar kommen müssen. Ihr seht, dass ihr eigentlich "höher" steht, als diese Menschen. Ihr erkennt deren Probleme und seht, dass die Probleme nur menschlich sind.
Und jetzt das große fete Aber: ABER trotz dieser Erkenntnis kocht in euch dennoch das Gefühl der Enttäuschung und des Hasses über solche Menschen. Ihr wisst zwar, dass sie auf einem niedereren Erkenntnisstand sind und manche Dinge erst lernen müssen, die ihr schon längst gelernt habt - aber dennoch blickt ihr verachtend und hassend auf solche Menschen herab.
Ich frage mich immer, woher dieser Gedanke, diese Gefühlsregung kommt? Woher kommt die Verachtung für die Fehler der Menschen, obwohl man doch genau weiß, woher diese Fehler stammen und obwohl man weiß, dass man diese Fehler auch selbst erst analysieren und beseitigen musste, egal ob in diesem oder einem vorherigen Leben.
Mir geht es z.B. im Moment wieder so, dass ich mich zuknall mit Musik, die mich nur runterzieht, weil dies im jetzigen Moment genau die Stimmung ist, die ich genießen und auskosten WILL - und das alles obwohl ich weiß, dass diese Stimmung für meine Entwicklung genau entgegengesetzt ist. Woher kommt also dieser Selbst-Vernichtungs-Drang?

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