in diesem Thread würde ich gerne über Vampire und all ihre Unterarten und Variationen diskutieren. Blutsaugende Untote oder Verfluchte, die im Sonnenlicht verbrennen (verbrennen, wohlgemerkt, nicht glitzern), übermenschliche Stärke und Agilität besitzen und außerdem meist auch sehr charismatisch wirken, bis hin zum Liebeszauber. Der wohl gängigste Vampirmythos ist der des transyvanischen Grafen. Bram Stoker wird nicht umsonst der Urvater der Vampire genannt und hat die Mythenbildung (ab da an, versteht sich) nachhaltig geprägt.
Aber Vampirmythen gab es ja schon lange bevor der gute Herr Stoker auf die Idee kam einen Roman daraus zu machen. Soweit ich weiß stütze er sich ja sogar auf die historische Person des Vlad Dracul III., oder Vlad Tepes, der ja einerseits seine Feinde besonders grausam hinrichtete (Tepes = der Pfähler) und andererseits auch im Ruf stand, ihr Blut zu trinken oder zumindest sein Brot darin einzutunken. Wie viel davon wahr ist sei dahingestellt, auf jeden Fall hat es Bram Stoker genug fasziniert um sich den Namen des Pfählers auszuborgen und seine Geschichte mit älteren Vampir-Sagen zu vermischen.
Seit Stoker wurde das Thema natürlich immer wieder aufgegriffen und behandelt, literarisch und in so ziemlich allen anderen Medien. Nebenbei, kennt jemand gute Vampirfilme, -romane oder auch Sachbücher zu dem Thema?
Der ursprüngliche Vampirglaube entwickelte sich soweit ich weiß eigentlich aus der Suche nach einem "Sündenbocks" für Missernten, Schlechtwetter, Krankheit und andere Schicksalsschläge. Und fand man dann einmal einen wenig verwesten Leichnam, ein offenes Grab oder Ähnliches, wurde der darin befindliche Leichnam "erneut" getötet, soll heißen verbrannt, zerhackt oder durchs Herz gepfählt.
Womit wir gleich beim nächsten Thema wären, die mannigfaltige Art der Vampir-Abwehr und -Bekämpfung. Dass sie als unheilige Geschöpfe der Nacht sowohl das Sonnenlicht als auch das Kreuzzeichen fürchten ist nachvollziehbar, auch das Verbrennen als "Reinigung" kennen wir ja schon aus Zeiten der Spanischen Inquisition. Köpfen und der Holzpflock durchs Herz dürften die etwas direkteren Methoden gewesen sein die aber auch ihren Zweck erfüllten, zumindest stehen nach solchen Aktionen scheinbare Vampire selten wieder auf.
Aber kann mir jemand erklären woher der Glaube, Knoblauch helfe gegen Vampire, kommt? Das scheint mir irgendwie unsinnig, aber vielleicht übersehe ich auch nur einen offensichtlichen Zusammenhang.
So, ich schreibe schon wieder Romane, das genügt mal für den ersten themenbezogenen Post.
Noch zu Allerletzt: Vampirsagen gibt es ja mit leichter Variation in fast jeder Kultur (muss also was dran sein *g*), mir fiele da zum Beispiel der Chaing-Shi aus China ein. Kennt ihr noch andere "Verwandte" des europäischen Blutsaugers?
Und, ganz am Puls der Zeit, woher kommt die plötzliche Faszination für Vampire in jüngster Zeit? Also nicht für Vampire die des Nachts auf der Suche nach dem frischem Blut Unschuldiger sind sondern nach Vampiren mit Strubbelhaar und großen Hundeaugen die sich in Highschool-Girlies verlieben. Das ist mir unbegreiflich, und ich bin sicher Bram Stoker rotiert in seinem Grab. Also in seinem Sarg. Vor allem da der sich verliebende Vampir ja nicht mal was Neues ist, seine Liebe zu einer Frau war ja sogar der Grund warum der brave, gläubige Kreuzritter Dracula zum untoten, nach Menschenblut lechzenden Dracula wurde.
So, ich freue mich schon mal auf rege Diskussionen und Wissenaustausch.


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