Träume & Traumdeutung

Forum: Psychologische Traumdeutung - Träume


Geschichten der Nacht und ihre Bedeutung. Was gibt es neues in der Traumforschung? Berichtet uns davon.




Träume & Traumdeutung

Beitragvon Svart-Vinter » 12. Jan 2008 - 17:18


Träume & Traumdeutung

In unseren Träumen spricht unser Unterbewusstsein!

Man kann sich fragen, warum man sich überhaupt mit Träumen beschäftigen sollte. Manch einem erscheinen sie wie eine Art Abfallprodukt des Gehirns.
Andere träumen schlecht und wollen sich eigentlich gar nicht daran erinnern.
Und wieder andere wissen am nächsten Morgen gar nicht, ob und was sie geträumt haben.

Es ist aber lohnenswert, sich einmal mit den eigenen Träumen zu beschäftigen, denn sie können uns viele wertvolle Hinweise geben –
einerseits über uns selbst und über unser Unterbewusstsein und andererseits können wir sie als Quelle der Inspiration und für neue Ideen nutzen.

Das wirklich Faszinierende an unseren Träumen ist, dass wir uns in ihnen von jeglichen Begrenzungen und Zwängen befreien können.
Da in unseren Träumen unser Unterbewusstsein aktiv wird, kommen wir in Kontakt mit unserem Ur-Innersten.

Erkenntnisse durch Träume können sehr aufschlussreich sein, wenn wir mehr über uns selbst erfahren wollen.
Die Botschaften können uns aber auch Angst machen.


Definition: Traumdeutung

Mit Hilfe der Traumdeutung bzw. Oneirologie (griech. "Traum") wird in der Neurophysiologie und Psychoanalyse versucht,
unbewusste Wünsche und Ängste zu erkennen.

Die praktische Traumanalyse geht davon aus, daß in Wahrheit jeder in der Lage ist,
die momentane Bedeutung des Traumes für sich zu erkennen.
Träume eignen sich sehr gut, um mehr über sich selbst, seinen Körper, seine Begierden, seine Gefühle,
seine Erinnerungen und sein intuitives Wissen zu erfahren.

Sigmund Freud machte in seinem epochalen Werk "Die Traumdeutung" (1900) den Traum zu einem wichtigen Bestandteil
seiner psychoanalytischen Theorie neurotischer Erkrankungen;
er hielt die Interpretation des Traumes für den "Königsweg" zu dem Verständnis unbewusster Prozesse.
Nach Freud gehen zwar auch äußere Sinnesreize, Reize aus dem Körperinnern und Erlebnisse des Vortags ("Tagesreste") in den Traum ein,
vorwiegend ist er aber ein von äußeren Reizen relativ unabhängiges seelisches Produkt, das Trieb- und Affektzustände,
Wünsche und Ängste der träumenden Person sowie deren lebensgeschichtlich bedingte Sachlage darstellt.
Nach Freud ist der Traum der "Hüter des Schlafes", indem er die unbewussten,
verdrängten Wünsche des latenten Trauminhalts ins geträumte Bilderrätsel des bewusstseinsfähigen manifesten Trauminhaltes übersetzt.
Für diese so bezeichnete Traumarbeit bedient er sich konkreter Mechanismen wie der Verschiebung, Verdichtung und der Symbolisierung.
Die psychoanalytische Traumdeutung benutzt die Technik der freien Assoziation,
wobei der Träumer am Tag in einem entspannten Zustand unzensurierte Einfälle und Gedanken zu seinem Traum findet;
mithilfe dieser Assoziation soll der latente Trauminhalt ausfindig gemacht werden.

C. G. Jung ging von einer Kontinuität von Wach- und Traumbewusstsein aus
und verstand den Traum als unmittelbare Darstellung der inneren Wirklichkeit des Träumers.

Seit den Anfängen der Menschheit spielt die Deutung der Fantasiebilder, die im Schlaf erlebt werden,
eine große Rolle in den Religionen und Mythen, aber auch bei der Bewältigung von alltäglichen Sachlagen.
Sie wurden stets verschiedenartig aufgefasst — verdammt und gefürchtet als Trugbilder des Bösen,
verehrt als göttliche Botschaften für die Zukunft.
Die älteste, nachweisbare Beschäftigung mit dem Traum ist über 4 Tausend Jahre alt.

Die Deutung erinnerter Trauminhalte ist seit der Antike bekannt; sie wurde insbesondere von den Babyloniern und Assyrern hoch geschätzt.
In dem Hellenismus bildete sich eine regelrechte Zukunftsdeutekunst der Traumkundigen.
Währenddessen man in der Zeit der Aufklärung den Träumen relativ wenig Beachtung schenkte,
entdeckte die Romantik die Beziehung der Träume zu dem Märchen und zu dem Unbewussten.
Positivisten des 19. Jahrhunderts führten Träume auf Körpergeschehen (Leibreize, Hirnsekrete u. a.) zurück.
Heute gibt es neben den geschilderten tiefenpsychologischen Vorstellungen auch ein neuropsychologisches Verständnis des Traums,
das in dem Traum entweder unkontrollierte elektrische Entladungen der Nervenzellen sieht
oder ihn als Möglichkeit der Verarbeitung von Tagesresten versteht.


Definition: Traum

Was passiert eigentlich im Körper während wir träumen?

Mit dieser Frage beschäftigen sich Neurobiologen erstmals gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
Sie entdecken, dass der nächtliche Traum einer gewissen zeitlichen Struktur folgt.
1880 erkennt der ehemalige Marinearzt Jean Gélineau die vollständige Abwesenheit jeglicher Muskelspannung.

Anfang des 20. Jahrhunderts reißt Alfred Maury, Professor am Collège de France, seine Versuchspersonen regelmäßig aus dem Schlaf.
Zu seiner Überraschung stellt er fest, dass sich die befragten Menschen nur selten an ihre Träume erinnern.
1944 stellen Neurologen bei schlafenden Männern periodisch wiederkehrend drei bis vier Erektionen pro Nacht fest,
ohne sie jedoch in Verbindung mit dem Träumen zu bringen.
Später erst erkennt man, dass die jeweils gut 25 Minuten dauernden Erektionsphasen exakt dem Zyklus der Traumstadien entsprechen.
1953 beobachtet Eugen Aserinsky schnelle Augenbewegungen – "Rapid Eye Movements" (REM) – bei einem schlafenden Kind.
Er stellt die Hypothese auf, dass die REM-Phasen die Traumstadien des Menschen sind.

1959 wird das Puzzle aus all diesen Erkenntnissen zusammengesetzt:
Der Neurologe Michel Jouvet lässt die Erkenntnisse seiner Kollegen aus den letzten Jahrzehnten Revue passieren
und ergänzt diese mit seinen eigenen Forschungen.
Demnach gibt es zwei Schlafzustände:
Während der Slow-Wave-Phase, der Tiefschlaf-Phase, wird an der Hirnrinde eine immer langsamer werdende elektrische Aktivität gemessen,
der Schläfer bewegt nicht die Augen und eine gewisse Muskelspannung ist messbar.
Weckt man einen Menschen aus der Slow-Wave-Phase auf, hat er keine Traumerinnerung.
Die REM-Phase oder Phase der Augenbewegungen wiederholt sich circa drei- bis viermal in jeder Nacht.
Sie zeichnet sich durch ein neuroelektrisch ebenso aktives Gehirn wie im Wachzustand aus, doch die Muskelspannung fehlt völlig.
Michel Jouvet nennt die REM-Phase wegen des scheinbaren Widerspruchs von wachem Hirn und schlaffem Körper auch die Phase des paradoxen Schlafes.
Versuchspersonen, die in dieser Phase geweckt werden, können sich an ihre Träume erinnern.
Jouvet schließt aus den Schilderungen seiner Testschläfer, dass die Augenbewegungen der Betrachtung von Traumszenen entsprechen können.
Dieser "Traumblick" stützt Eugen Aserinskys Schlussfolgerung, dass die Traumphase mit der REM-Phase gleichzusetzen ist.

Aus neurophysiologischer Sicht ist der Traum ein für den Körper überaus wichtiger Mechanismus.
Der Neurologe Michel Jouvet vertritt die These, dass die Bilder und Szenen des Traums zur ständigen Programmierung unserer Gehirnzellen gehören.
Dass wir unlogische Ereignisse im Traum nicht als Widersprüche wahrnehmen, liegt laut Jouvet daran, dass bestimmte Neuronen im Gehirn,
im Gegensatz zu anderen Nervenzellen, zeitweilig Ruhe brauchen.
Im Traum sind sie ausgeschaltet und verhindern das kritische Bewusstsein.

Für die Traumpsychologie oder –phänomenologie ist die rein auf die körperlichen Vorgänge bezogene Erklärung für den Traum bestenfalls eine Ausgangsbasis.
Denn Neurophysiologen messen der Bedeutung von Träumen für die Psyche keinerlei weitere Bedeutung zu.

Bei tiefenpsychologischer Prüfung jedoch ergeben zunächst unverständliche Traumbilder, paradoxe Ereignisse,
Widersprüche oder Verschiebungen ihren Sinn.
Zwar ist der Traum ein bis heute nicht eindeutig erklärbares Phänomen;
es gilt aber als erwiesen, dass bei Menschen, die regelmäßig am Schlafen und somit am Träumen gehindert werden,
ernsthafte seelische und körperliche Störungen entstehen.

Um 1900 revolutioniert der Psychoanalytiker Siegmund Freud die psychologische Traumforschung.
Für den Begründer der Metapsychologie ist der Traum der Hüter des Schlafes und immer Ausdruck eines unterbewussten Wunsches.
Ohne Bezug zur Anatomie des Gehirns konstruiert Freud einen vollständigen psychischen Apparat.
Er glaubt Traumsymbole ohne Rücksicht auf die individuellen Erfahrungen eines Menschen eindeutig zuordnen und katalogisieren zu können.

Im Gegensatz zu Freud stellt sein Schüler Carl Gustav Jung, bis 1913 ein Anhänger der Freud’schen Psychoanalyse,
bei der Traumforschung das individuelle Erleben jedes Menschen in den Mittelpunkt.
Jung erkennt, dass sich ein Traumsymbol nicht auf einen einzigen Begriff reduzieren lässt.
Für ihn zeigen Träume einen seelischen Tatbestand an.
Als fortlaufender Dialog mit dem bewussten Ich wird diesem in jeder Nacht von unserer Persönlichkeit Nr. 2 –
ein von Jung geprägter Begriff für das kollektive Unbewusste – ein Spiegel vorgehalten.
Nach der Jung’schen Traumlehre ist es an jedem einzelnen, den Traum unter Bezugnahme der bisherigen Erfahrungen
und vergangener und aktueller Lebenssituationen richtig zu entschlüsseln.

Quellen:
- http://www.zeitzuleben.de/artikel/perso ... aueme.html -
- http://www.geistigenahrung.org/ftopic1829.html -
- http://www.wdr.de/ -



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Svart-Vinter

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