Transsexualität - Die Geschlechtsidentitätsstörung

Forum: Psychopathologie - Psychische Störungen


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Transsexualität - Die Geschlechtsidentitätsstörung

Beitragvon Svart-Vinter » 25. Jan 2008 - 11:15


Unter Transsexualität, auch Geschlechtsidentitätsstörung oder Transsexualismus,
versteht man die Identifikation mit dem entgegengesetzten biologischen Geschlecht.


Es ist eine Form der Geschlechtsidentitätsstörung die zu den "psychischen Störungen" gehört.

Sie liegt vor, wenn ein Mensch körperlich eindeutig dem männlichen oder weiblichen Geschlecht angehört,
sich jedoch als Angehöriger des anderen Geschlechts empfindet und danach strebt,
sich auch körperlich diesem Geschlecht so gut wie möglich anzunähern.
Transsexuelle haben meist schon von Kindheit an das Gefühl, im falschen Körper zu leben.

In der Regel fällt es ihnen schwer, die eigenen primären Geschlechtsmerkmale wie zum Beispiel Brust, Vagina, Penis oder Hoden zu akzeptieren.
Meist ist das Bestreben der Betroffenen daher schon früh darauf ausgerichtet, das körperlich sichtbare Geschlecht zu verheimlichen.
Transsexuelle Personen zeigen darüber hinaus oft Verhaltensweisen, die typisch für das andere Geschlecht sind.
In der Pubertät tragen viele von ihnen gerne Kleidung des anderen Geschlechts ("cross dressing"), zunächst meist heimlich,
später zunehmend auch in der Öffentlichkeit.
Im weiteren Verlauf verstärkt sich ihr Wunsch, eine Geschlechtsumwandlung vornehmen zu lassen.

Aufgrund ihrer Empfindungen geraten viele Transsexuelle in eine Identitätskrise,
welche mit psychischen Problemen wie zum Beispiel Depressionen verbunden sein kann.
Über die Verbreitung von Transsexualität existieren unterschiedliche Angaben.

Die Ursache für die Störung ist weitestgehend unbekannt, man vermutet ein hormonelles Ungleichgewicht.

Quellen:
- http://www.onmeda.de/lexika/sexualitaet ... itaet.html -
- http://de.wikipedia.org/wiki/Transsexualit%C3%A4t -



Eine Freundin von mir war mal mit einem Transsexuellen zusammen, sie hat es aber erst nach einem Jahr gemerkt, da er es gut versteckt hat.
Ihr fiel es schwer, das zu akzeptieren, vor allem weil er sie ein Jahr lang belogen hat.

Sie waren insgesamt 4 Jahre zusammen, in den 4 Jahren habe ich erlebt, wie er sich die Brüste hat abnehmen lassen.
Er ging dann auch offener damit um und fühlte sich von einer Last befreit.

Es ist ein harter Weg, den ich zum Teil mitverfolgen konnte, teilweise fehlen einem einfach die Worte.

Kennt ihr auch betroffene Menschen, die transsexuell sind?


Liebe Grüße, Vision.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Beitragvon Vordb » 11. Jun 2008 - 20:46


ich finde es interessant das das genau der Thread is der hier in der Sparte am häufigsten aufgerufen wurde, trotz das nie jemand drauf geantwortet hat.... :D
Ω
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Beitragvon Kha » 11. Jun 2008 - 20:53


hach, aber ich bin ja neu und kann was beitragen.


Mein Onkel ist ein zwitter. Das heißt er ist weder Frau noch man. (siehe wikipedia)
er hat ebensfalls eine störung, und weiß nicht genau mit sich umzugehen. Es wurde bei seiner geburt entschieden dass er ein mann sein soll, aber er fühlt sich nicht männlich. Allerdings auch nicht weiblich. Er ist schwer depressiv. und mir tut es weh das zu sehen.

Man weiß nicht wie man solchen Menschen helfen kann...er ertränkt seine Sorgen in Arbeit (Glücklicherweise nicht in Alkohol).
<b>Wer lachen kann, ist klar im Vorteil.</b>
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Transsexualität - Die Geschlechtsidentitätsstörung

Beitragvon Haderlumpin » 2. Okt 2008 - 01:03


Schwer zu sagen, wie man diesen Menschen persönlich helfen kann. Es ist mit Sicherheit eine Hilfe, dass zumindest in der Sozialforschung angekommen ist, dass sehr viele Geschlechtsmerkmale gesellschaftlich konstruiert sind und in diese Richtung geforscht und aufgeklärt wird. Ein ungeschlechtlicherer Umgang miteinander ist sicher nicht einfach, aber ich denke, dass das eine Hilfe wäre, zumindest das Stigmata der Normabweichung etwas zu mildern. Schade ist auf jedenfall, dass bei aller Liberalität und Aufklärung selten - zumindest in der Breite - richtig ernsthaft damit umgegangen wird, sondern höchstens mal solche kurzen Trends wie "Metrosexualität" dabei herumkommen. ;)
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Beitragvon Mike » 2. Okt 2008 - 09:16


Geschlechtsmerkmale sollen gesellschaftlich konstruiert sein? Wenn dem so wäre, würde das ja ein Argument dafür sein, dass Homosexuelle keine Kinder adoptieren dürfen ;-)

Finds auch amüsant, dass das Thema im Bereich "psychische Erkrankungen" eröffnet wurde. Ich denke, dass es vielmehr eine Veranlagung ist. Man kann nicht homosexuell oder transsexuell werden indem man dazu erzogen wird. Insofern ist sowas auch nicht "heilbar". In meinen Augen.
Dass sich daraus aber psychische Störungen entwickeln können ist offensichtlich.

Schade ist auf jedenfall, dass bei aller Liberalität und Aufklärung

Liberalität und "Aufklärung" sind nicht zwingenderweise positiv aufzufassen. Zu viel Liberalität führt sehr schnell zu Egoismus und zur Ellbogen-Gesellschaft, die wir schon seit Längerem haben.

Ich finde, dass diese Leute - ganz offen gesagt - arme Schweine sind. Und das mein ich nicht beleidigend. Andererseits geschieht meiner Meinung nach nichts, was richtungsweisend ist, ohne Grund. Und die Geburtsbedingungen sind eindeutig richtungsweisend ;-)
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Beitragvon Haderlumpin » 2. Okt 2008 - 09:40


Damit sind nicht die physischen Geschlechtsmerkmale Penis, Vagina, Brüste gemeint. ;) Konstruiert sind vielmehr die Geschlechterrollen, sprich wie sich ein Geschlecht geschlechtskonform zu verhalten hat. Ob das ein Argument für oder gegen die Kinderadoption ist, ist fraglich...Konstruktionen können, müssen aber nicht konstruktiv sein. Das gilt es noch herauszufinden.

"Liberalität" und "Aufklärung" hätte ich wohl direkt in Anführungszeichen setzen müssen. Dass ich sie zusammen mit "schade" in den Raum stelle, ist nicht positiv für die Begrifflichkeit selbst gemeint. ;) Aufklärung ist für mich in erster Linie (kurz gesagt) "Wage zu denken" und insofern "Wage selbst zu konstruieren". In diesem Kern hat es für mich noch einen zunächst einmal positiven Effekt. Liberalität...grundlegender Gedanke: die individuelle Freiheit wahren. Da wird es schon etwas schwieriger, wenn man davon ausgehen muss, dass wir nun einmal soziale Wesen sind und mit unserer persönlichen Freiheit zwangsläufig mit gesellschaftlichen Anforderungen anecken. ;) Grundlegend halte ich es aber nicht für schlecht, die Rechte des einzelnen möglichst hochzuhalten. Wie so oft gilt es eine Balance zu finden.
Geht man von diesen eher grundlegenden Ideen aus, finde ich es so gesehen nur schade, wie sie umgesetzt werden.
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Transsexualität - Die Geschlechtsidentitätsstörung

Beitragvon Mike » 2. Okt 2008 - 11:38


Nun, das ist mir auch klar, dass sich Geschlechtsorgane nicht durch Rollenbilder ergeben :mrgreen:
Ich meinte damit, dass man entweder so geboren wird, dass man sich als Angehörige(r) des anderen Geschlechts fühlt, oder man wird nicht so geboren. Höchstens Menschen, bei denen solch eine Veranlagung vorhanden ist, die selbst allerdings noch schwanken, sind für solche Gesellschaftsbilder anfällig.
Für mich gehören zu einer Kindererziehung VATER und MUTTER. Aus, Ende. Und eine Mutter wird nicht durch einen Kerl in Frauenkleidern ersetzt ;-)
Das ist die Natur der Sache. Ein Kind kann nur durch die Vereinigung von Frau und Mann entstehen, also sollte ein Kind auch nur von dieser Einheit aufgezogen werden. Es steht natürlich ausser Frage, dass nur durch diese Einheit keine ordentliche Erziehung gegeben ist, das ist ganz klar. Aber die Natur wird sich schon was dabei gedacht haben...

Aufklärung im Sinne von "Wage zu denken" ist durchaus positiv. Aber die Aufklärung, wie sie in meinen Augen in unserer Zeit verstanden wird besteht eher in der Aussage "Vergiss sämtliche Regeln, mach einfach wozu dich deine Gedanken treiben". Individualität ist recht schön und gut - aber wir leben in einer Gemeinschaft, und manchmal muss Eigenwohl dem Gemeinwohl weichen. Nicht in jeder Form, sonst könnte man damit eine Diktatur rechtfertigen. Aber wieso haben wir wohl "soziale" Probleme? Weil man das Gemeinwohl zum Sinne des Eigenwohls mehr oder weniger abgeschafft hat.
Aber die Diskussion darüber hat hier in dem Thema auch nicht mehr viel zu suchen, denk ich.
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Transsexualität - Die Geschlechtsidentitätsstörung

Beitragvon Haderlumpin » 2. Okt 2008 - 11:54


Letzteres wäre vielleicht an anderer Stelle unter dem Titel "Spannungsfeld Individuum - Gesellschaft" interessant...

Ja, wie wichtig die Triade Mutter-Vater-Kind ist, habe ich selbst zu spüren bekommen. Es ist problematisch, wenn eine Komponente fehlt oder durch jemand anderes ersetzt wird. Die Ersetzung der Mutter durch die Oma z.B. scheint ja noch relativ adäquat...nichtsdestotrotz kann auch das schon sehr problematisch sein im späteren Leben.
Ob es trotzdem besser ist, als nur ein Elternteil zu haben, ist schwer zu sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass es zumindest dazu führen kann, dass im späteren Leben besser mit verschiedenen Ansichten umgegangen werden kann, weil von Anfang an mit zwei Parteien gelebt wurde. Mal abgesehen von der unter Umständen besseren Versorgung, da allein erziehen glaube ich heute mehr denn je eine große Herausforderung ist.
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