Todesboten

Forum: Mythen - Urbane Legenden


Kennt Ihr Mythen und Sagen aus Eurer oder aus anderen Gegenden? Egal ob moderne Legenden oder uralt. Erzählt uns davon!




Todesboten

Beitragvon Svart-Vinter » 16. Nov 2008 - 14:08


Mike hat geschrieben:die den Tod ankündigen, ohne den Tod selbst zu repräsentieren


Das stimmt so nicht ganz, da eins das andere ergibt, die Ankündigung präsentiert den nahenden Tod.
In dem Fall sind die von Dir genannten Objekte schon Todeboten und haben auch nichts mit der Annahme zu tun, das sie töten könnten.

Es ist nicht der Fall, dass sie das hier auch machen, sondern es ist ein Sinnbild.

Im Fall des Sensenmannes bedeutet die Sense nicht, dass es sein Werkzeug zum Menschen töten ist, sondern das Werkzeug um zu ernten.
Das Leben -in dem Fall z.B. das Korn auf dem Feld- muss abgesäht werden.

Mike hat geschrieben:diesen aber auch selbst vollstreckt


Vollstrecken "könnte", er macht es aber nicht, er ist nur ein Sinnbild.

Auch der Zeitpunkt wann diese Objekte auftreten, ist dabei völlig egal,
der eine davor um es anzukündigen und der andere danach um den vollbrachten Tod anzukündigen.

Mich würde interessieren, woher Du Deine Hypothesen nimmst, dass die Boten auch selbst töten?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

[ Anstaltsleitung ]

[ Anstaltsleitung ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 904
Registriert: 05.01.2008

Sternzeichen: Schütze
Stimmung: bad request

Todesboten

Beitragvon Mike » 16. Nov 2008 - 17:59


Die Ankündigung präsentiert den nahenden Tod, in der Tat. Aber der Bote vollstreckt meines Erachtens seltenst die überbrachte Botschaft. Der Postbote bringt auch Nachrichten vom Gerichtsvollzieher, aber die ausführende Gewalt liegt nicht beim Postboten.

Der Sensenmann holt die Sterbenden. Ob man es nun töten oder ernten nennen will, bleibt sich in meinen Augen gleich.

Mich würde interessieren, woher Du Deine Hypothesen nimmst, dass die Boten auch selbst töten?


Das ist ja genau das, was ich NICHT glaube.
Ein "Bote" ist jemand, der im Auftrag eines anderen eine Nachricht überbringt ("Überbringer einer Botschaft auf Veranlassung eines Senders an einen Empfänger"[Wikipedia]). Der Gevatter Tod("Boandlkramer") hingegen tötet selbst, er ist die Exekutive. Das unterscheidet ihn vom passiven Boten. In meinen Augen.

Was Charon betrifft, so ist er kein Todesbote, da er es ja nur mit Toten zu tun hat und nicht mit Lebenden (mit Ausnahme von Odysseus, Herkules, Orpheus und wenige weitere Ausnahmen).
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008


Todesboten

Beitragvon Thanatos » 20. Apr 2009 - 21:24


Mike hat schon ganz recht. Zu Beginn des Threads war ziemlich unklar, was den Begriff des "Todesboten" eigentlich ausmacht. Seine Nachfrage hat immerhin den Prozess einer genaueren Bestimmung angestoßen. Persönlich kann ich mich dabei seiner analytischen Kritik nur anschließen. Bote ist nicht gleich Tod.

Um auch noch was handfestes zur Diskussion beizutragen:
Manchmal sind die Boten des Todes so offensichtlich, dass man sie gar nicht erkennt. ;)

:arrow: Gebrüder Grimm - Die Boten des Todes
Thanatos

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 167
Registriert: 12.04.2009





Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 0 Gäste



cron