Tier angefahren - Wie geht man damit um?

Forum: Tierpsychologie


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Tier angefahren - Wie geht man damit um?

Beitragvon Svart-Vinter » 15. Jun 2010 - 12:24


Hallo Gemeinde.

Heute ist es mir zum ersten mal passiert, ich habe einen lebenden Vogel angefahren.

Ich war im Stress und musste von der Arbeit aus zu einem Arzttermin hechten, da ich eh schon spät dran war.
Mit ca. 80/90 km/h auf der Landstraße ist es dann geschehen, ich sah den Vogel (eine Amsel) schon von rechts anfliegen, er hatte etwas zum essen im Schnabel und flog sehr tief, so das ich schon dachte "Na, der wird doch wohl nicht...."

Ich habe noch leicht abgebremst, aber dann habe ich den kleinen Körper schon überrollt und man konnte es im Auto deutlich spüren wie er unter die Räder gelangte.
Beim Blick in den Rückspiegel sah ich ihn dort liegen und er flatterte noch mit den Flügeln, normalerweise sollte man wenigstens so gerecht sein und ihm den letzten Gnadenstoß geben, aber ich hatte es so eilig.

Ich wusste gar nicht, was ich machen soll, außerdem könnte ich niemals ein Tier töten, schon gar nicht meine Lieblingstiere, die Vögel.
In der Fahrschule hat man ja gelernt, dass man für Tiere nicht bremsen soll, da dadurch schlimme Unfälle passieren können, ausweichen soll man auch nicht.

Irgendwie wurmt mich das Erlebnis grad extrem....

Habe ich mich richtig verhalten oder hätte ich auf den Arzttermin verzichten sollen, um dem Vogel zu helfen?
Mein Verhalten kommt mir sehr unmenschlich vor, dabei bin ich ein Herzmensch was Tiere betrifft, ich kann mich selbst gar nicht verstehen...
Ist Euch so was auch schon mal passiert? Was habt Ihr getan?

Über tote Tiere bin ich schon öfters gefahren, da fühle ich mich auch jedes mal nicht gut bei, aber in dem Fall war ich nicht diejenige, die das Tier getötet hat.


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Re: Tier angefahren - Wie geht man damit um?

Beitragvon Minyatur » 16. Jun 2010 - 21:04


guten abend


hmhm...bin selbst in sowas bisher nicht verwickelt gewesen

bedenke aber das des tier leider verletzungen hat....die es nicht überleben wird

hmhm......wenn du dich trotz solchen gedanken anschliessend um den vogel kümmern magst....um des beispiel zu nehmen
so ist dies doch deine entscheidung...das hat mit nem arzttermin ja nichts zu tun......

ne unschöne situation ..... sorg dann erstmal für gutes kopfkino

:taube: die ist symbolisch gedacht^^

komm gut durch den abend
Minyatur

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Re: Tier angefahren - Wie geht man damit um?

Beitragvon Thanatos » 18. Jun 2010 - 17:06


Sao hat geschrieben:Habe ich mich richtig verhalten oder hätte ich auf den Arzttermin verzichten sollen, um dem Vogel zu helfen?


Und was genau hättest Du tun wollen, um dem Tier noch zu helfen? Meiner Erfahrung nach ist sowas vergebliche Liebesmüh', zumal Du schon gesagt hast, dass Du auch nicht in der Lage gewesen wärest, den Vogel von seinem Leid zu erlösen. Wenn Du Tieren insgesamt was Gutes tun willst: lass das Auto stehen und fahr Rad. Da hat der Vogel ne faire Chance, dich wenigstens noch vom Drahtesel zu fegen. ;)
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Re: Tier angefahren - Wie geht man damit um?

Beitragvon Mike » 21. Jun 2010 - 10:30


Mir ist sowas bisher noch nie passiert, aber es gab schon ein paar Situationen, in denen es fast gekracht hätte. Da kommt man schon ins Schwitzen.

Was hättest du machen können? Darauf gibts nur eine Antwort: Nichts. Rückwärtsgang einlegen und nochmal drüberfahren? Ja, dann wäre dem Vogel ein schnelles Ende gegönnt gewesen - und dir wahrscheinlich auch, wenn in dem Moment ein anderes Auto gekommen wäre. Anhalten und versuchen, den Vogel wieder aufzupebbeln? Geringe Aussichten auf Erfolg.

Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen. Ich sehe recht häufig "plattgefahrene" Tiere auf meinem Weg zur Arbeit. Und es schmerzt mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich nen Igel, ne Katze oder selbst nen Marder da tot auf der Straße/am Straßenrand liegen sehe. Ja, man lernt in der Fahrschule dass man nicht bremsen sollte... aber daran hab ich mich bisher auch noch nie gehalten. Liegt einfach nicht in meiner Natur. Ich würde lieber Gewalt gegen Menschen als gegen Tiere ausüben...
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

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