Hallo!
Ich war mittlerweile schon auf vielen Beerdigungen, jede war anders... auch vom Gefühl her.
Manche Beerdigungen sind richtig herzlich warm und manche sind auch einfach kalt und gefühllos.
Ich hatte damals im Jahr 1995, 2 Freundinnen im Alter von 15 Jahren bei einem Autounfall verloren.
Das war eine schlimme Zeit, damit konfrontiert zu sein, das sie einfach weg sind und das alles einfach weiter geht.
Die Autos fahren weiter, die Wolken ziehen weiter, die Sonne geht wieder auf und unter, die Musik, die man gemeinsam gehört hat,
wird trotzdem weiter im Radio geleiert.
Das Leben "geht einfach weiter", dass ist für mich immer das Schlimmste gewesen, als ich jemanden verloren habe.
Die Zeit bis zur Beerdigung ist immer richtig schlimm, wenn sie dann "unter der Erde" sind, fühlt man selber,
wie einem ein Stein vom Herzen fällt, eine gewisse Erleichterung.
Das soll nicht abfällig klingen, aber die Zeit bis zur Beerdigung ist ein wirklicher Ausnahmezustand für Herz und Seele.
Ich nehme jetzt mal ganz bewusst als Beispiel den Tod der beiden Freundinnen, weil die Beerdigungen total verschieden waren.
Die Beerdigung von R. (1995) war die Erste von beiden. Wir sind mit ca. 20 Leuten (Clique) dahin gegangen.
Es war nicht grad familiär. Sie hatte streng katholische Eltern.
Während der Zeremonie auf dem Friedhof als die Sargträger den Sarg herab ließen (damals noch mit Seilen),
löste sich ein Seil und der Sarg rutschte etwas tiefer.
Das war sehr schockierend, wir haben alle geweint. Das Gefühl der Endgültigkeit war sehr stark und es tat weh.
Wir waren froh, das wir diesen einen Weg schon mal geschafft hatten.
Dann kam die Beerdigung von D. (1995).... Das war eine wirklich miese Zeit.
Zu ihrer Beerdigung kamen ca. 200-250 Leute. Sie war sehr beliebt. Der Friedhof war überfüllt und die Kapelle auch.
Diese Beerdigung war vom Gefühl her nicht ganz so krass.
Nach der Beerdigung gab es für alle Angereisten noch einen "Leichenschmaus".
Das finde ich persönlich nicht gut und das würde ich mir für meine Beerdigung nicht wünschen.
Der eigentliche Sinn des Leichenschmauses ist meiner Meinung nach untergegangen.
Ich habe es so erlebt, dass da gelacht und gewitzelt wurde, dass viele Leute die Beerdigung nur zwischen 2 Termine geschoben haben.
Es kamen Menschen, die man schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat...
Wenn ich jemanden verloren habe, dann habe ich keine Lust, nach der Beerdigung noch Witze zu reißen und beim Brunch über alte Zeiten zu reden.
Andere benutzen diesen Leichenschmaus wahrscheinlich, um die Trauer besser verarbeiten zu können oder vielleicht sogar wegen einem schlechten Gewissen.
Von mir aus könnte man den Leichenschmaus abschaffen und anstatt dessen lieber Spenden einsammeln (was heute auch häufig gemacht wird).
Meine Eltern zB. wünschen sich keine großartige Beerdigung, sie möchten anonym beerdigt werden, um danach niemandem Umstände zu bereiten,
was die Grabpflege und auch die Grabgebühr betrifft.
Ich muss ehrlich sagen, das der Gedanke daran eigenartig ist, ein Stück "Rasen" zu besuchen.
Was könnt ihr zum Thema "Beerdigungen" erzählen?
Liebe Grüße.

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