Schwarzmetall und deren gleichen.

Forum: Kultur - Subkultur


Wie haben sich Kulturen mit der Zeit verbessert? Gab es früher auch schon Subkulturen? Hier könnt Ihr Euch darüber austauschen.




Schwarzmetall und deren gleichen.

Beitragvon Gast » 5. Feb 2008 - 10:50


Ich habe hier einmal zur aufklärung einige auszüge aus Wikipedia

Black Metal ist eine Subkultur des Metal, welche Ende der 1980er in Norwegen und Schweden entstand und sich rasch in Nord- und Mitteleuropa ausbreitete.

Der schwer zu begrenzende Begriff wird für Bands verwendet, deren Image, Auftreten und Texte eine Verbindung satanischer, heidnischer oder misanthropischer Elemente aufweisen. Allerdings gibt es auch andere Definitionen, zum Beispiel allein über die Musik. Der Gesang ist in der Regel eine Art Gekrächze oder Geschrei, während das Gitarrenspiel sich durch überwiegend monotone Riffs auszeichnet. Am Schlagzeug dominieren Doublebass und Blastbeats. Vereinzelt werden auch Keyboards zum Aufbau eher orchestraler Momente verwendet.

Der Szene lastet der Ruf an, von Menschen mit nationalistischer, nationalsozialistischer, rassistischer oder zumindest ausgeprägter patriotischer Einstellung dominiert zu werden, dies vor allem aufgrund einiger Zeitungsartikel und Äußerungen einzelner Musiker. Gefördert wurde dieses Vorurteil vor allem durch die kriminellen Akte, welche Mitglieder der norwegischen Szene verübten – unter anderem setzten diese mehrere Kirchen in Brand.

1984 veröffentlichte die schwedische Band Bathory ihr gleichnamiges Debüt-Album, welches textlich und thematisch von Venom beeinflusst war, musikalisch aber teilweise bereits andere Wege einschlug. Hier kam der typische Krächzgesang auf, und der rohe Proberaum-Klang setzte den Standard des „schmutzigen“ Klangs, der dem Black Metal seither zu eigen ist. Bald begann sich dieser neue Stil vor allem in Skandinavien zu verbreiten. Bathory selbst verfeinerten in den späten 80er Jahren ihren musikalischen Stil und begründeten nebenbei auch den so genannten Viking Metal, eine Abart des Black Metal mit teilweise epischer Ausrichtung, dessen textuelle Inhalte sich vor allem auf die nordische Mythologie beziehen.

Gedankengut

Ob ein gemeinsames Gedankengut existiert, wird sogar innerhalb der Szene angezweifelt. Dennoch lassen sich unter den einzelnen Richtungen gemeinsame Grundgedanken finden.

Eine in den Songtexten immer wieder thematisierte Emotion ist der Hass. Das Gefühl des Hassens und Gehasstwerdens stellt für den Black Metaller eine zentrale Erfahrung dar. Man betrachtet den Hass als ein Mittel, um sich selbst von der Welt zu distanzieren, und sich selbst so besser zu erkennen. Der Hass tritt als allgemeine Misanthropie und Lebensfeindlichkeit in Erscheinung. Teilweise steigert sich dies dazu, jedem Leben den Wert abzuerkennen – auch dem eigenen, was erklärt, weshalb manche Black Metaller zu autoaggressivem Verhalten neigen. Analog dazu ist Todessehnsucht ein häufiges Motiv des Black Metal.(IN MEINEM FALLE)

Mentale Selbstversenkung tritt in vielen Liedern als Thema auf, worauf wohl auch die gewollte Monotonie vieler Stücke zurückzuführen ist, durch welche hypnotische Atmosphären kreiert werden sollen. Während Emotionalität weitestgehend verpönt ist, sehen viele Anhänger in der Musik einen Weg zu tiefgehendem spirituellem Erleben.

So um sich jetzt noch mehr Bilder machen zu können habe ich hier einige links Aufgelistet ;)
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Um sich ein Musikalisches Bild zu machen >

> http://www.myspace.com/sterbendfans < "Sterbend"

> http://www.myspace.com/sickblackart < " Fäulnis"


Zu weiteren Fragen stehe ich gern zur Verfügung ;)
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Beitragvon Svart-Vinter » 6. Feb 2008 - 16:11


Ich würde gerne wissen, ob das Gedankengut in dieser Szene sehr verbreitet ist und auf was es beruht !?

Warum ist es ausgerechnet in dieser Szene so und wie sind die Menschen (BlackMetaller), die Todessehnsucht und Hass empfinden?
Wo ist da die Verbindung zur Musik?

Hilft die Musik, besser mit Hass und anderen Gefühlen umzugehen?


Liebe Grüße, Vision.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Semyaza » 11. Feb 2008 - 14:08


Ich kann das so nicht ganz unterschreiben. Ich höre selber seit 10 Jahren Black Metal und Freunde von mir auch.
Gut, die Sache mit dem Hass und der Differenzierung muss ich mir eingestehen, sollte man aber nicht überbewerten. Todessehnsucht ist mir im Blackmetal kaum begegnet, es mag ein paar Fälle geben, aber ich denke nicht, dass das an die Szene gebunden ist - da findet sich in der Gruftieszene sicherlich ein grösses Aufkommen.

Die meisten Black Metal Fans sagen, dass die Musik in ihnen bestimmte Gefühle auslöst, was im Endeffekt eher einen postiven Eindruck hinterlässt. So lässt es sich bei mir am besten so beschreiben, dass das ohrenbetäubende Getöse (wie es meine Eltern nennen würden) mein seelisches Chaos ordnet und eigentlich einen beruhigenden Effekt auf mich hat. Man reagiert sich quasi ab.
Natürlich ist das sehr subjektiv, aber allgemein habe ich auf Konzerten oder wo auch immer keine schlechten Erfahrungen gemacht.
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Beitragvon Gast » 11. Feb 2008 - 15:37


Also es gibt doch derweil recht difuse Interpretationen des Black Metals - von "Innen" als auch von "Außen". Im Ursprung sehe ich eine rein musikalische Jugendbewegung in Skandinavien, deren heutigen Auswüchse kaum noch etwas mit den Wurzeln gemein haben.

Irgendwann entschieden sich gelangweilte Jgendliche aus dem allzu liberalen und behüteten Skandinaven wohl aus der Einöde eines, ihrer Ansicht nach zu engen, gesellschaftlichen Korsetts auszubrechen. Einige werden Punks, andere Gothics und in Norwegen nahm man sich halt die zu der Zeit populäre Trash-Metal-Musik (meist langhaarige Bierköppe mit zerrissenen Jeans und Holzfällerhemden) und kombinierte sie mit den visuellen Gruselkabinetten und lyrischen Provokationen solcher Größen wie Kiss, Alice Cooper, Venom, Ozzy Osbourne etc. Venom mal ausgenommen alles "Glam-Rock" - also Show! Venom, mit ihrer düsteren Musik und der mystischen Symbolik und eben dem Album "Black Metal" muss dann wohl der "Schöpfungsfunken" gewesen sein!

Bis dahin alles ganz "normal" - Teenies, die sich auflehnen: lange schwarze Haare und schwarze Klamotten als Protest gegen die Gesellschaft, umgedrehte Kreuze als Auflehnung gegen die christlich-abendländischen Wertevorstellungen. Laute Musik, böser Gesang... furchtbar halt - aber nichts "ungewöhnliches", denn Eltern dieser Jungs erinnerten sich vielleicht noch daran, wie ihre Eltern damals die Beatles und Rolling Stones als "Ausgeburten der Hölle" geschimpft hatten.

Wo einer was "neues" hat, wollen es bald alle und plötzlich gab es in und um das beschauliche Fjord-Städtchen Bergen eine ganze handvoll von selbst ernannten Black Metal Bands. Und was liegt nunmal in der menschlichen Natur? - Wer ist der überzeugendste Punker, wer ist der düsterste Goth, wer ist der krasseste Hip Hoper - der elitäre Anspruch!

Mayhem schlitzten sich bei Konzerten die Arme auf, Burzum fokussierte sich auf ein heidnisch-satanistisches - auch in den Anfängen schon durchaus "arisches" Image. Bis dato alles Umstände, die höchstens den Konfirmations-Lehrern der Jungs schlaflose Nächte bereitet haben aber eben noch Musik mit all seinem "Drumherum".

Dann kam aber der große Knall bzw. mehrere Ereignisse, die heute den Mythos des Black Metals geformt haben. Ein Selbstmord in den Reihen Mayhems (die anderen Bandmitglieder sollen angeblich Fragmente des Schädels als Ketten getragen haben), eine flächendeckende Brandstiftung an Kirchen (u.a. eine historische Stabkirche) und dann vor allem mehrere Morde (der Sänger Mayhems wurde vo von Varg, dem Initiator Burzums erstochen).
Bei diesem Mord ging es zwar schlichtweg um Geld - bei einem anderen Mord war wohl dumpfer Hass auf Schwule der Ausschlag aber mit der Zeit wurden alle Ereignisse mystisch verklärt. "Die Säuberung des heidnischen Skandinaviens vom Schmutz des Christentums! Befreiung der arischen Art von schwulen Untermenschen! Satanistische Ritualmorde etc etc.

Und dann kam irgendwann der entscheidende Punkt für den heutigen Black Metal: So wie Ozzy schon wusste, wenn Du ner Taube den Kopf abbeisst, bist Du in allen Zeitungen auf Seite 1, so wie Manson heute weiß, wenn ich ins Publikum onaniere, bin ich überall im TV... so wusste jeder ambitionierte Heavy Metal Musiker: Hey... Black Metal - das ist in den Medien, das weckt Interesse, das ist verboten, das gibt Kohle! Unter dem Strich hatte man ab da ein kommerzialisiertes Musik-Genre und somit eine prima vermarktbare Jugendkultur.

Die unterschiedlichen Strömungen in Musik und Lyric des Black Metals sind heute kaum noch zu ordnen. Es gibt christlichen Black Metal, extremst rassistischen BM, natur-spirituellen BM... Operettenhaften BM, superschnellen BM, elektronischen BM... schier ALLES!

Das Gedankengut der heutigen Szene halte ich zu 90% für reflektierend, so dass man sich der Tatsache bewusst ist: Black Metal ist halt auch nur ne Show. Die Musik fetzt, die Leute auf der Bühne machen was Theater und gut ist!
Unter den restlichen 10% befindet sich eine Mixtur aus heidnischen Rollenspielern, die an Thor und Odin glauben und für die der paganistische Black Metal sogar eine Art naturreligiösen Charakter besitzt, desweiteren aus radikalisierten Jugendlichen, deren Affinität zu satanistischen oder rassistischen Gedankengut, sich in einem Lebensgefühl äußert, zu dem BM als elitäres Sprachrohr fungiert.

Mit umgedrehten Kreuzen und pseudosatanstischen Geschreibsel lassen sich halt viele Shirts verkaufen. Aber kaum jemand der Käufer wird sich wirklich einmal mit Schriften von Anton Szandor LaVey oder A. Crowley beschäftigt haben.

"Hass" ist eine Metapher, mit welcher der BM spielt - aber da unterscheidet er sich wohl auch nicht vom Gangster-Rap aus Amerika oder Berliner Vororten.
"Todessehnsucht" da übertreffen Klänge und Texte von Sopor Aeternus oder Goethes Erben die "depressiven Täler" des BM wohl um Längen.

Was depressiven Black Metal angeht, da gibt es momentan eine interessante Entwicklung - die an die Anfänge erinnert.
Das alles ist nichts wirklich neues: Die Band "Bethlehem" aus dem schönen Grevenbroich gelten als Begründer des "Darkmetals" - teils trangend-langsamer Black Metal mit suizidalen Texten (Alben wie "S.U.I.Z.I.D., Dictius Te Necare, Reflektionen aufs Sterben ), mitlerweile aber gute 15 Jahre alt... nun, vor einigen Jahren formierten sich eine Reihe von Bands, die ganz sicherlich von eben jenen Bethlehem inspiriert wurden (es auch gerne betonen). Shining, Forgotten Tomb, Antaeus, Silencer... und wieder die gleichen Mechanismen: Jede Band radikalisiert sich: Wer schneidet sich in der live Show die tieferen Wunden, wer konsumiert die meisten Drogen, wer ist der Ober-Depri? Und klar... die Medien springen drauf an, und klar... es gibt derweil wohl schon Shining String-Tangas.

Festzuhalten bleibt: Black Metal ist Jugendkultur, Black Metal ist vor allem Musik in all seinen Spektren! Die meisten der Black Metal Veteranen sind heute in ein ganz bürgerliches Leben zurück gekehrt, andre sind zu ernsthaften und teils erfolgreichen Musikern avanciert, die ihre Weltanschauung längst professionalisiert haben (Emperor, Satyricon...)Einige wenige verharren noch im alten Image! Der Untergrund dieser Black Metal-Kultur lebt natürlich auch heute noch in den Garagen der Jugendlichen, die den Wurzeln nacheifern, sich böse schminken und satanistische, rassistische Texte ersinnen.
Aber "Hass" und "Todessehnsucht" sind eher lyrisches und musikalisches Stilmittel.
Der einzige wirklich aufsehenerregende Fall in Deutschland ereignete sich 1993 - also recht nah an der Mordwelle in Norwegen - als Jugendliche Täter aus Reihen der Band Absurd einen Mitschüler töteten.

Ich empfinde die Musik als wunderbar! Sie ist facettenreich und absorbiert so viele Stimmungen. Aber ich verbinde Black Metal nicht mehr wirklich mit Hass und Tod bzw. Satanismus und Rassismus. Die große Mehrheit der Hörerschaft ist "unpolitisch". Selbst wenn mal ein rechtsradikalies NSBM-Album im Regal steht, oder etwas Suizid-verherlichendes... Mir und den meisten kommt es auf die Musik an. Die Texte sind oftmals weder abgedruckt noch verständlich.
Es gibt derweile vor allem im deutschsprachigen Raum aber einige Bands, die lyrisch sehr philosophische Abhandlungen schreiben (Dornenreich, Geist etc.). Natürlich steht meist eine düsterer Grundstimmung Pate - aber auch hier sehe ich keine fokussierung auf Hass und Todessehnsucht und die "Stimmungen" des heutigen BM sind, wie erwähnt, sehr facettenreich!
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Beitragvon Gast » 11. Feb 2008 - 18:25


Mh. Wobei es bei mir in Gewissen Stilen negative Gefühle verursacht.
Das ist das was ich bei anderen Genres vermissen würde.

Ich produziere selbst in 2 Fällen Schwarzmetall ..Also wer Interesse hat - Melden ;)
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Beitragvon Semyaza » 13. Feb 2008 - 14:39


wie nennt ihr euch denn? Gibbet da ma was auf die Ohren?
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Beitragvon Gast » 15. Feb 2008 - 20:55


Hab da 2 Projekte.

www.myspace.com/endloesung > Klagesturm

www.myspace.com/urgeist > urgeist - Mein soloprojekt.
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Beitragvon Semyaza » 20. Feb 2008 - 16:53


Der sound ist ja noch sehr dürftig ;)
Beides sehr solider standard Old school BM *g* wobei mir Urgeist besser gefällt.
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Beitragvon Gast » 7. Mär 2008 - 20:58


Ich danke für die Kritik =)
Schön solch schmeichelnde Worte zu hören.

Demnächst werden allerdings Studioaufnahmen folgen.
Was natürlich die Klangqualität hebt und mehr Atmosphäre schafft durch erweiterte Möglichkeiten..das dürfte diesen "dürftigen" Sound verbessern ;)

Grüße.
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Beitragvon Svart-Vinter » 4. Mai 2008 - 23:57


@ Zerrwerk, das ist ein super geschriebener Text, vielen Dank. :)


Was mich mal noch interessieren würde: warum malen sich manche BMler das Gesicht schwarz / weiß an?

Was hat das genau für eine Bedeutung?


Liebe Grüße.
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