Schlafangst

Forum: Verluste - Tod - Trauer


Ihr habt einen guten Freund/ Partner verloren, Eure Eltern oder sogar ein Kind? Habt Ihr schon mal ein Haustier verloren? Wie geht man mit dem Verlust um? Ist der Tod ein Schritt in eine neue Welt?




Schlafangst

Beitragvon Lirias » 13. Nov 2008 - 20:30


Heute Nachmittag hatte ich ein seltsames Erlebnis. Ich lief etwas früher von der Arbeit heim, da ich für heute nichts sinnvolles mehr zu tun hatte und wie man so schön sagt "die Luft raus war".
Auf dem Weg merkte ich schon, dass mir ab und zu etwas schwummrig wurde. Daheim wurde ich dann unglaublich müde und legte mich gleich ins Bett.
Als ich die Augen schloss fing sich alles an zu drehen, vielleicht kennen das einige von zu viel Alkohol. Es fühlt sich an, als ob das Bett rotieren würde.

Dies weckte in mir eine seltsame Angst vor dem Tod.

Mir kamen Gedanken wie: Wenn ich sterbe, wer würde dann alles nie von meinem Tod erfahren? Dieses Forum z. B. meine ganzen Freunde und bekannte im Internet. Es sind schon viele Leute einfach eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht.
Wie würden meine Freunde vor Ort reagieren wenn sie davon hören?

Ich war unglaublich müde und doch hatte ich wahnsinnige Angst zu schlafen, weil ich das Gefühl hatte nicht mehr aufzuwachen.
Eine Zeit lang dämmerte ich dann in einer Art "Delirium" vor mich hin bis ich einschlief.
Seltsamerweise kam mir kurz vorm einschlafen noch der Gedanke:
"Wenn ich das überlebe und wieder aufwache, muss ich bei UQ einen Thread darüber eröffnen".
Lirias

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Beitragvon Svart-Vinter » 13. Nov 2008 - 20:57


Für mich klingen die Symptome irgendwie nach einem niedrigen Blutdruck, ich weiß nicht, ob ich damit richtig bei Dir liege...

Aber diese Todesangst ist schon eine der Seltsamsten überhaupt, finde ich.
Ich habe sowas auch des öfteren erlebt in Verbundenheit mit dem Schlafen gehen, was ich dazu erwähnen sollte,
dass diese Zustände überwiegend selbst herbei geführt bzw. selbst verschuldet gewesen sind.

Einmal habe ich Abends meine Mutter angerufen und ihr von meiner Angst erzählt, sie meinte, ob ich betrunken wäre... das war ich aber nicht.
Öfters habe ich auch Freunden mitgeteilt, dass sie über Nacht auf mich aufpassen sollen.

Ich denke, wenn Du sowas öfters hast, dann teile Deine Gedanken mit jemanden... auch um Dich selber etwas zu beruhigen,
aber so ist sicher gestellt, dass jemand nach Dir schaut, falls wirklich mal etwas sein sollte.

Wie würden meine Freunde vor Ort reagieren wenn sie davon hören?


Das ist eine gute Frage.

Ich weiß nicht, ob es für jemanden schlimmer ist, wenn ein ihm lieber Mensch ganz ohne ersichtlichen Grund stirbt oder wenn bekannt ist,
an was er sterben wird oder schon gestorben ist.

Meine Wenigkeit kann sich gerade nicht in die Lage versetzen.


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Haderlumpin » 13. Nov 2008 - 21:12


Ja, diese Gedanken kenne ich...ich glaube, in Maßen sind sie relativ "normal" und man könnte sie vllt. in die Kategorie "Schwer fassbare Momente der Erkenntnis" stecken? Damit meine ich diese Momente, in denen einem Menschen z.B. seine Sterblichkeit in vollem Umfang bewusst wird...oder in denen er versucht die Unendlichkeit des Universums zu begreifen. Da geht es glaube ich vielen ähnlich...Schwindel, Unsicherheit oder selten sogar panische Angst.

Grade vorm einschlafen konzentriert man sich ja sehr stark auf sich selbst oder bestimmte Gedanken, weil die Umgebung recht reizarm ist. Da passiert es schnell, dass man sich in etwas hineinsteigert.

Ich kenne allerdings auch jemanden, der das tatsächlich sehr oft hat und bei dem es psychosomatisch bedingt ist. Das sind dann richtige Panikanfälle. Sobald er sich hinlegt und versucht einzuschlafen und das nicht prompt klappt, bekommt er Herzklopfen, Schwindelanfälle, teilweise Atemnot und hegt ebenfalls Gedanken, er müsse sterben...das ganze verstärkt sich gegenseitig immer mehr zu einem richtigen Teufelskreis. Aber gar so extrem ist es bei dir hoffentlich nicht?
"Dass das Leben Höhen und Tiefen kennt, weiß auch der moderne Mensch, aber in seinen Augen kommt eigentlich nur den Höhen ein Recht auf Existenz zu, die Tiefen haben es verwirkt, ihnen droht die Höchststrafe der Moderne, die Abschaffung und Entsorgung." (Wilhelm Schmid)
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Beitragvon Lirias » 13. Nov 2008 - 21:26


Nein, ich kann mich nicht daran erinnern das schon mal gehabt zu haben. Mir ist noch eingefallen, dass Kinder oft große Angst vor dem einschlafen haben. Irgendjemand hat mir mal gesagt "Für Kinder ist einschlafen ein kleiner Tod"
Habt ihr diesbezüglich schon mal etwas mitbekommen?
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Beitragvon Haderlumpin » 13. Nov 2008 - 21:33


Als Kind hatte ich sehr lange Einschlafprobleme...aber da hatte ich nicht Angst vor meinem eigenen Tod, sondern vor dem meiner Eltern und meines Haustiers.
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Beitragvon Mike » 14. Nov 2008 - 08:34


Ich weiß genau, was Lirias meint. Kommt bei mir in den letzten paar Wochen regelmäßig vor. Allerdings war bei mir nur wenig Angst vorhanden, es war mehr ein "sich eingebettet fühlen in den Fluss der Zeit". Man hat zwar ein bisschen Angst, zu sterben - aber nicht wegen sich selbst, sondern eher weil man so viele Menschen zurücklassen würde. Es gibt immer noch so viel zu tun und so viel zu sagen oder wieder gut zu machen... Aber das gibt es immer und wird es immer geben.

Bei mir bewirken diese Momente eher Glücksgefühle, weil ich auf Vergangenes aber auch die Gegenwart zurückblicke und sehe, dass meine geistige Entwicklung eine erfreuliche Laufbahn eingeschlagen hat, in welcher ich vieles lernen und erleben durfte.

Lirias, vielleicht will dir aber auch nur dein Bewusstsein sagen, dass da noch eine größere Sache aussteht, die du bereinigen solltest? Muss ja nicht wirklich zum Tod führen.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Re: Schlafangst

Beitragvon Haderlumpin » 14. Nov 2008 - 12:06


Mike hat geschrieben:Ich weiß genau, was Lirias meint. Kommt bei mir in den letzten paar Wochen regelmäßig vor. Allerdings war bei mir nur wenig Angst vorhanden, es war mehr ein "sich eingebettet fühlen in den Fluss der Zeit". Man hat zwar ein bisschen Angst, zu sterben - aber nicht wegen sich selbst, sondern eher weil man so viele Menschen zurücklassen würde. Es gibt immer noch so viel zu tun und so viel zu sagen oder wieder gut zu machen... Aber das gibt es immer und wird es immer geben.


Das macht mir in dem Moment auch am meisten Angst. Ich glaube, das hat auch schlicht mit unserem doch noch recht jungen Alter zu tun. Ich nehme an, die wenigsten in unserem Alter können mit der Welt "Frieden schließen" und fühlen sich bereit zu sterben. Was ja auch nicht verkehrt ist. :)
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Beitragvon Mike » 14. Nov 2008 - 14:27


Dieses Gefühl und das Sehnen danach, dass man doch noch gern so viel machen wollte, ist doch meist nur auf die Tatsache zurückzuführen, dass man sich nie wirklich getraut hat, das zu tun worauf man Lust hatte. Zumindest bei Menschen ab einem gewissen Alter.

Ich denk mir auch, dass ich noch so viel machen könnte in meinem künftigen Leben. Ich möchte mir noch so viel an Wissen aneignen, an mein Haus anbauen, ein paar Songs schreiben, eine Familie gründen etc.
Aber andererseits dachte ich mir die letzten Male, als dieses "Sterbens-Gefühl" da war, eher "Ok, wär schön gewesen, das noch zu erreichen, aber es hat nicht sollen sein". Egal wann der Tod einen ereilen würde - man würde IMMER eine Ausrede finden, was man doch noch gerne machen würde. Ich fand es eher schön, was ich bisher schon alles gemacht habe.

Interessant finde ich auch die Vorstellung, dass der Tod der beste Freund des Menschen ist, da er ihn von seiner Geburt an begleitet. Er wandelt stets links neben einem her (laut den Indianern). Er ist nichts Feindliches, ebensowenig wie die indische Göttin Kali. Der Mensch ist wie Getreide... er wird gesät, und wenn die Zeit reif ist, wird er abgeerntet durch des Schnitters Hand.
Wenn der Tod auf diese Weise gesehen wird, ändert sich die komplette Lebenseinstellung und man sieht alle Dinge etwas anders.
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Beitragvon The_Sorrow » 14. Nov 2008 - 19:08


Naja....sowas ist mir in dieser Form noch nicht passiert.
Allerdings ist es mir in letzter Zeit schon zweimal passiert das ich geschlafen habe und dann entweder aufgewacht bin oder luzid geträumt habe und mich nicht mehr bewegen konnte.
Ich lag da......ich weiß nicht ob es real war oder ein Traum und hatte keine Kontrolle über meinen Körper. Ich konnte mich nicht einen Zentimeter rühren, noch nichtmal meinen Mund öffnen oder meine Finger bewegen.
In dem Moment hatte ich das erste mal seit langer Zeit wieder panische Angst. Der Gedanke daran das ich gefangen in meinem Körper zu nichts mehr in der Lage bin. Komischerweise dauerte sowas immer nur zwischen 2 und 4 Minuten und dann konnte ich mich wieder bewegen. :con:
Ich weiß wirklich nicht was das war und bin mir noch immer nicht im klaren darüber ob ich in einem Traum praktisch gefangen war oder wirklich die Kontorlle über meinen Körper verloren hab.
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Beitragvon Svart-Vinter » 14. Nov 2008 - 20:22


Hallo Sorrow :)

Ich meine, dass ich Dir gegenüber schon mal erwähnt habe, was das ist, was Du da beschreibst.

Es ist eine Schlafparalyse, nichts krankhaftes... keine Sorge.

Hier kannst Du mehr dazu lesen: http://www.unknown-quantity.de/ftopic60.html#391


Viele Grüße.
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