Satanismus

Forum: Glaubensfragen - Geheimbünde


Religiöse Weltanschauungen und Sinngebungssysteme. Religionspsychologie, Religionsgeschichte, spirituelle Religion, Religionsphilosophie und eigene Ansichten.




Satanismus

Beitragvon Vordb » 31. Mai 2008 - 22:44


Wer oder was genau ist Satanismus???

mich würde mal die Sichtweise anderer dazu interessieren!
Ist es die ultimative Freiheit, das einzig wahre, der einzige wahre Weg im Leben?
Hilft er, sich selbst als etwas jenseits aller Normen zu sehen?
Sich frei zu fühlen von dieser ..."Welt"?

Es gibt so viele formen und Auslegungen davon....
Und mich interessiert das ganze.
Daher der Beitrag
Ω
Vordb

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Beitragvon Svart-Vinter » 1. Jun 2008 - 07:21


Ich habe dazu eigentlich gar keine Meinung, auch wenn ich aus den Medien eher etwas schlechtes darüber vermittelt bekam.

Aber so ist es eben mit jedem Weltbild, das nicht in das Standardbild passt.
Sobald jemand anders ist, gehört er nicht mehr dazu und wird an den Rand der Gesellschaft gedrückt.

Vielleicht sollte man sich mal fragen: Was macht einen Satanisten aus, ist das wirklich so schlecht, wie die Medien es präsentieren?
Wie Du schon sagst:

Vordb hat geschrieben:Es gibt so viele formen und Auslegungen davon



Und da möchte ich mir kein festes Bild von Urteilen erlauben.
Ich wüsste aber auch gerne mal, wie andere das sehen oder wie evtl. Satanisten das alles empfinden.


Liebe Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Re: Satanismus

Beitragvon höstdepressioner » 3. Jun 2008 - 11:44


Vordb hat geschrieben:Wer oder was genau ist Satanismus???

Ist es die ultimative Freiheit, das einzig wahre, der einzige wahre Weg im Leben?
Hilft er, sich selbst als etwas jenseits aller Normen zu sehen?
Sich frei zu fühlen von dieser ..."Welt"?

Es gibt so viele formen und Auslegungen davon....
Und mich interessiert das ganze.
Daher der Beitrag


Das einzig Wahre, um zur ultimativen Freiheit zu gelangen, ist sein Leben unabhängig von irgendwelchen Dogmen oder Idolen zu führen. Der typische Satanismus, wie wir ihn meinen zu kennen, ist dasselbe wie das Christentum nur in grün - nach meiner Meinung. Wenn man es recht bedenkt, glauben sie auch an etwas, organisieren sich in Orden, die man teilweise auch mit christlichen Institutionen vergleichen kann, üben Riten aus usw. Kennt man doch irgendwoher, oder? Ich denke aber nicht, dass dieser altertümliche, mystische Satanismus heute noch existiert und frei ausgelebt werden kann - obwohl es noch Orden gibt und sie sich auch in anderen Bereichen ausbilden lassen. Für mich ist der "Teufel" in dem Falle das Sinnbild seines eigenen Ichs. Sich hinwegzusetzen, über Regeln und Gesetze, den man nicht Folge leisten kann oder will. Sicherlich: sich über Regeln und Gesetzen wegsetzen, heißt nicht, dass man nicht seine eigenen Werte hat. In dem Falle würde ich die Form des Neo-Satanismus bevorzugen. Obwohl LaVey ein Idiot ist, hat er auch wie Crowley einige gute Sichtweisen. Für mich ist es wie gesagt nur ein Sinnbild, eher etwas Philosophisches, als etwas Religiöses oder Rituelles. Sein eigener Herr sein, seinen eigenen Maßstäben zu folgen und seine Ziele zu verwirklichen - sich hinwegsetzen über andere Menschen und stets sein Ding durchziehen - DAS ist für mich die ultimative Freiheit. Das hat nichts mit einem Gott oder einem Deibel zu tun. Aber leider leben wir in einer Welt, wo wir uns über kurz oder lang verstellen müssen - wie bei der Arbeit bspw. Dennoch lohnt es sich und macht einen stark, sich dies vor Augen zu halten und versuchen danach zu leben. Hängt aber auch immer von anderen Faktoren ab.

Zu der Frage: sind die Satanisten wirklich so, wie es in den Medien dargestellt wird?

Antwort: NATÜRLICH NICHT! Ich kenne zwar persönlich keinen erklärten Satanisten. Und würde es mir jemand klarmachen wollen, würde ich ihn wohl erstmal auslachen oder ihn ein paar Sachen aus dem ABC des Satanismus und der Literatur fragen. Und WENN die Satanisten wirklich so einfältig und behämmert sind, wie es dargestellt wird, dann sind das für mich, neben der Kirche und deren nicht hinterfragenden Mitläufern, die größten Idioten auf der Erde. Das ist einfach nur lachhaft. Einem wahren Satanisten sieht man es nicht an, an was oder wen er glaubt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Leute gerade Führungspositionen besetzen und aussehen wie Hempels und Schulz und sich auch dementsprechend verhalten und kleiden. Und nicht wie diese Bravo-Gruftis - das ist lächerlich. Genauso wie man einen Christen auch nicht wirklich "erkennen" kann (vorausgesetzt, er läuft nicht in Jesuslatschen, Vollbart und einem kleinen Lendenschurz rum, hähä).
Gesegnet sei der, welcher die Blinden auf ihrem Wege abweise.
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Beitragvon Hagazussa » 3. Jun 2008 - 19:46


@höstdepressioner
Deinen Post fand ich super und kann dem nichts hinzufügen.
Du hast mir aus der Seele geschrieben...
Ich sehe das nämlich genauso.

Das mußte ich jetzt mal kurz loswerden. :lol:
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
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Beitragvon Lucivar » 12. Jun 2008 - 16:20


Vorneweg, ich weiss natürlich nich viel, hoffe aber, etwas (Sinnvolles -.-) beitragen zu können.

Die Satanische Bibel existiert tatsächlich und beruht auf Anton Szandor LaVey, käuflich zu ersteigern, ganz frei und legal.
Also nix Verbotenes. Darin werden Rituale und dergleichen beschrieben, wir sehen, es ähnelt durchaus dem Christentum. Das
Christentum wäre niemals so stark geworden, wenn es Satan und "Das Böse" nicht gegeben hätte und andersherum könnte
Satan und "Das Böse" nich existieren, wenn nicht so viele Leute angepisst von Gott und seiner Heiligkeit wären. Die Satanische
Bibel ist also das reine Pflaster auf dem blutenden Herz der Gottesablehnenden, um es mal als Metapher zu formulieren,
es wird auf dem Christentum rumgeritten, die strikten christlichen Gebote werden entkräftet, Sex darf frei zelebriert werden, usw.

Satan an sich ist eine immer wieder geänderte Figur. Man sagt, dass die Menschen ihn hässlich gemacht haben (Pferdefuß etc)
und seinen Urpsrung vermutet man unter anderem in Baal (Übersetzt in etwa "Der Herr") und daraus die Ableitung Baal-Sebul,
darüber hin zu Beelzebub, was wiederum "Herr der Fliegen" heißen mag. Da er das wichtigste Gegenstück zu Gott darstellt hat er
seit seiner Erschaffung im Geiste der Menschen eine überaus wichtige Rolle, soweit an Gott das Reine und "Richtige" haftet, zieht
Satan alles Verruchte, Sexuelle, Schlechte hinter sich her. Da der Mensch NIEMALS ein reines Wesen sein kann, fühlt er sich Satan
eher zugeneigt, behaupte ich mal. Es gibt nun einige, die das auf keinen Fall anerkennen wollen und sich davor "fürchten", sicher
werden sie Christen. Dann gibt es diese, die gewollt den Hang dazu ausleben wollen, sie könnten Satanisten werden.

Meiner Meinung nach sind 80 % der Satanisten pure Klischeetypis. Sie kleiden sich so, dass wirklich jeder, Hinz und Kunz, sie
erkennen können, sie nutzen den Ruf von Sex, Verruchtheit, Blut, ach, naja, ihr wisst schon, eben alles, was man auf den ersten
Blick mit dem Kastendenken Satan verbindet. Sie labern die ganze Zeit von ihren ach so dunklen Ritualen, Bluttrinken, Schlachten,
blablabla. Mit anderen Worten arme Würstchen.



Ich denke, Satanismus ist wie Christentum ein Widerspruch in sich selbst, aber ein Versuch, die strengen Riten der Heiligen zu
missachten. Es ist egal, was fuer eine Religion, solange man sie mit Herzblut auslebt, findet man darin Erfüllung, total knäcke,
WAS für eine Religion. Allerdings darf man halt im Satanismus mehr Mensch sein, weil man sich nicht zwingen muss, immer rein
zu sein und im Gegensatz zum Christentum bist du nicht ständig der Sünder und musst Buse tun und so ein Schnodder. Im
Christentum haben Menschen mit reghaften sexuellen Phantasien schwere Komplexe, in der satanistischen Religion hingegen finden
sie vllt Gleichgesinnte und dürfen es ausleben, man sieht es nicht als Tabu und der Zwang des Verbotes fällt ab, vllt kommt daher
dieser Ruf vom Sexuellen in Bezug auf Satanismus, wer weiss, denn immerhin ist das ein stark unterdrücktes Teilgebiet bei
Christen und wird daher wohl am ehesten von "Abtrünnigen" ausgelebt.


Allgemein möchte ich noch hinzufügen, dass der Mensch wohl nicht leben kann, OHNE an irgendetwas zu glauben, sein Gehirn
braucht das, denn sonst ist man ja mit allen Entscheidungen allein und niemand, nicht mal der größte Egomane glaubt, dass er
ALLES IMMER richtig macht, es gibt für JEDEN schwache Momente, in denen man fleht, nicht allein zu sein. Ausserdem ist es
ein gutes "Druckmittel", Gesetze des Staates werden schon eher mal übertreten als DAS Gesetz des ALLMÄCHTIGEN, es stellt
einfach eine höhere Instanz dar, die man her einhält, weil man nicht weiss, wann und wo man beobachtet wird, da Gott z. B.
seine Augen ja überall haben soll.


Alles abrundend, im Sinne der Themenfrage würd ich sagen, es lebt sich damit nich besser als mit anderen Religionen auch, nur, dass
es halt nicht dieses und jenes Tabu gibt, für das du, wie bei den Katholiken, erst mal pauschal 1000 Jahre gebraten wirst,
sondern es kommt das Gefühl auf, so akzeptiert zu werden, mit all den geheimen Wünschen und Neigungen, die nun mal menschlich
sind, aber laut "Gott" (alias Hirngespinst des Menschen) halt SOOO böse sind. Vllt fühlen sich einige eher als Mensch akzeptiert und
leben dann im Satanismus glücklicher, aber im Grunde ist das jedem persönlich überlassen, genau so wie Buddhismus, Hinduismus, Christentum etc., man muss halt für sich selber finden, was
das Beste ist.

Okay, is eh schon viel zu viel geschrieben, ich brech ab, könnt Bücher füllen xD

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Beitragvon The_Sorrow » 12. Jun 2008 - 16:52


Kurz gesagt könnte man theoretisch den Satanismus als Anarchie in sakralem Gewand bezeichnen auch wenn der Satanismus auch so etwas wie
Regeln hat die dir allerdings größtenteils freie Hand geben.
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Beitragvon Lucivar » 12. Jun 2008 - 17:23


Hmmm, ja und nein :gruebl:

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Beitragvon Kha » 12. Jun 2008 - 20:26


höstdepressioner hat geschrieben:nd WENN die Satanisten wirklich so einfältig und behämmert sind, wie es dargestellt wird, dann sind das für mich, neben der Kirche und deren nicht hinterfragenden Mitläufern, die größten Idioten auf der Erde.


Kommt darauf an. Man sollte Kirche nicht verallgemeindern genauso wie man den "Bravo-Gruftie" sicherlich nicht als Satanist ansehen sollte. Natürlich rennt der großteil nur irgendwas hinterher. Aber es gibt auch andere. Soviel dazu.

Lucivar hat geschrieben: Es ist egal, was fuer eine Religion, solange man sie mit Herzblut auslebt, findet man darin Erfüllung, total knäcke,
WAS für eine Religion. Allerdings darf man halt im Satanismus mehr Mensch sein, weil man sich nicht zwingen muss, immer rein
zu sein und im Gegensatz zum Christentum bist du nicht ständig der Sünder und musst Buse tun und so ein Schnodder.


Naja, Sünder ist man nicht immer, Hier verallgemeinerst du stark. Das allgemeine Bild geht von der katholischen Kirche aus, die eine kirche der Buße ist. Hingegen die evangelische eine Kirche der Erlösung.
Tut mir leid von ich da etwas pedantisch reagier, aber das ist nunmal mein spezialgebiet :oops:


Ich denke das Satanismus und Christentum sich nicht ausschließen oder große Gegensätze pflegen. Sehe gehen beide von einem mächtigem aus, also monotheistisch. Zudem sind sie wie kehrseiten einer Medaille. Gäb es kein Christentum würde auch der heutige Satanismus so nicht existieren.

Nichts "Gutes" existiert ohne "Böses". Wobei du dir aussuchen darfst was du als gut und als schlecht erachtest. Die Freiheit des Menschen liegt darin von sich selbst aus gutes zu erkenen. Denn jeder hat ein anderes empfinden.


Natürlich erkennt man niemanden, wer was ist. Ist auch völlig egal, denn sie haben alle was gemeinsam, egal welche "Knäckebrot-Religion" es nun auch ist. Sie glauben. Ich denke das ist die Hauptsache.

Lg, kha
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Satanismus

Beitragvon The_Sorrow » 28. Jul 2008 - 01:33


So wenn der Satanismus wirklich interessiert sieht sich mal Laveys Bible of Satan an, meiner Meinung nach ein Sonderling das was in diesem Buch drin steht kommt dem Satanismus als Religion aber nahe.
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