Sapir-Whorf-Hypothese - Linguistisches Relativitätsprinzip

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Sapir-Whorf-Hypothese - Linguistisches Relativitätsprinzip

Beitragvon Svart-Vinter » 6. Mai 2008 - 06:09


Es ist eine Hypothese, die von den US-amerikanischen Linguisten E. Sapir und B. L. Whorf (Whorf’sche Hypothese)
aufgrund der Beschäftigung mit Indianersprachen in den 1930er Jahren aufgestellt wurde.

Sie besagt, dass jeder Sprache bestimmte, von anderen Sprachen unterschiedene Denk- und Anschauungsformen -
z. B. hinsichtlich der Wahrnehmung von Raum, Zeit und Farben - eigen seien.
Bereits im 19. Jahrhundert vertrat W. von Humboldt ähnliche Thesen.

Diese Gedanken sind von L. Weisgerber aufgegriffen und systematisiert worden.
Die Sapir-Whorf-Hypothesewar heftig umstritten.
Die heutige Forschung tendiert dazu, die allen Sprachen gemeinsamen Züge herauszuarbeiten.

Kurz gesagt: Die Sapir-Whorf-Hypothese besagt, dass die Sprache das Denken formt.

Sie ist eine unter mehreren Hypothesen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Sprache und Denken befassen.

Was meint ihr: Formt die Sprache das menschliche Denken oder ist es vielleicht eher anders herum, dass das Denken die Sprache formt?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Sapir-Whorf-Hypothese - Linguistisches Relativitätsprinzip

Beitragvon Haderlumpin » 2. Okt 2008 - 12:27


Dass heutzutage mehr nach den Gemeinsamkeiten geforscht wird, liegt u.a. vielleicht daran, dass der Trend insgesamt ja hin zu einer Weltbevölkerung geht. Hallo Globalisierung.. ob das sinnvoll ist, sei dahingestellt.

Ich sehe Sprache und Denken sehr stark miteinander verknüpft. Beides steht in einem steten Wechselspiel...wichtig ist denke ich auch, neben dem "Denken" die Emotionen hinzu zu nehmen. Denn auch wer kognitiv und sprachlich nicht verarbeiten kann, was z.B. Liebe ist, der fühlt es ja dennoch unter Umständen und setzt sich auf einer rein emotionalen Ebene damit auseinander. Was das angeht, würde ich unheimlich gern noch einmal erfahren, wie es war als Säugling auf eine völlig unsprachliche Weise zu denken. Ob dieses vorsprachliche Denken die Sprache beeinflusst, wäre auch interessant.
Dazu fällt mir grade eine Anekdote ein...ein Bekannter war mit polnisch als Muttersprache aufgewachsen, hat dann aber zusätzlich sehr früh Deutsch gelernt und beherrschte beides sehr gut. Außerhalb der Familie hat er sich nur auf Deutsch unterhalten. Ich habe ihn mal gefragt, in welcher Sprache er eigentlich denkt...besonders wenn er sich grade mit einem von uns auf deutsch unterhält. Er meinte, er würde auch in einer deutschen Konversation "polnisch" denken. Das fand ich sehr bemerkenswert. :D
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Sapir-Whorf-Hypothese - Linguistisches Relativitätsprinzip

Beitragvon Mike » 2. Okt 2008 - 22:03


Nun... die Sprache beeinflusst jedenfalls unser Denken über den Sprechenden ;-) Mir ist es schon sehr oft aufgefallen, dass z.B. jemand der bayrisch spricht automatisch intellektuell für nen Bauern gehalten wird, sprich: Dass er eben diese typische Bauernart besitzt.

Aber was den direkten Zusammenhang betrifft... nun... wenn jemand sich besonders hervortun will, "entwickelt" er eine besondere Eigenart, Wörter zu betonen oder verwendet andere Wörter, legt jedenfalls Wert auf seine Wortwahl. Dadurch ergeben sich z.B. die Jugendsprachen. Sie sind zwar keine komplett neue Sprache, aber sie sind ein Zwischenschritt, sozusagen der Versuch, eine neue Sprache zu konzipieren.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Beitragvon The_Sorrow » 2. Okt 2008 - 23:47


Ich denke das die Sprache zwar unser Denken beeinflust aber nicht bestimmt.
Schliesslich brauch auch die Sprache erst einen Gedanken denn in Worte fasst und ohne Denken wäre wohl kaum die Sprache entstanden.
Außerdem spielt die Wirklichkeit also die Welt und die Gesellschaft eine große Rolle schliesslich formt die Wirklichkeit und die Gesellschaft unseren Charakter und unser Denken.

Whorf untersuchte dies anhand unserer Sprache und der der Apachen.
Sein Fehler war das er größtenteils nur von der Grammatik der Sprache ausging und nicht dem Inhalt der gesprochenen Worte.
Der Wortschatz richtet sich meiner Meinung nach, nach dem Bedarf und der Umwelt sowie das soziale Umfeld.
The_Sorrow

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Re: Sapir-Whorf-Hypothese - Linguistisches Relativitätsprinzip

Beitragvon Lucivar » 8. Feb 2010 - 21:04


Ich glaube, Sprache praegt sehr stark die Gedankenwelt, immerhin denken wir ja oft in Sprache. Wir traeumen ja auch in Sprache. Ich hab mal eine Bekannte gefragt, ob sie in ihrer Muttersprache traeumt oder auf deutsch, aber sie wusste es nicht. Sie hat aber auch gesagt, dass sie sich manche Saetze in ihrer Muttersprache erdenkt und sie dann deutsch ausspricht.
Sie sagte auch, dass sie mehr Woerter fuer Dinge zum Beschreiben haben, als wir und darum faellt es ihr oft schwer, etwas fuer uns begreiflich zu beschreiben.

Finde es auch toll, wenn so viele ueber Buschmannsprachen lachen, denn die sind mit die am schwersten zu erlernenden.

"Du magst Eis, du magst Eis, du liebst Eis, du kannst ohne Eis nicht leben, ohne Eis bist du hoffnungslos, deine Existenz ist sinnlos - ohne Eis. Ohne Eis bist du ein Scheiss."

Lucivar

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