Gegenüber anderen Behinderungsarten sind psychische Erkrankungen schwerer zu erkennen.
Sie drücken sich in menschlichen Lebensdimensionen aus, die schwer fassbar und nicht medizinisch zu messen sind:
Bewusstsein, Denken, Affekt, Beziehung usw. sind subjektive Phänomene, für die es keine genau definierte Norm gibt.
Von vielen psychischen Krankheiten sind zudem die Ursachen unbekannt.
Deshalb orientieren sich die Diagnosen im klinischen Bereich vordergründig an der Beschreibung des Zustandsbildes und des Verlaufs der Erkrankung.
Ein deutlicher Unterschied zu anderen Behinderungen ist der phasenhafte Verlauf einer psychischen Erkrankung.
Relativ unbeeinträchtigte Lebensabschnitte können abrupt oder schleichend durch Phasen akuter Krankheit unterbrochen werden
oder in Phasen eingeschränkter Belastbarkeit übergehen.
Psychisch behinderten Menschen sieht man ihre Krankheit meistens nicht an.
Im Umgang mit anderen können jedoch Schwierigkeiten auftreten, weil psychisch Erkrankte oft anders reagieren,
als man es in der jeweiligen Situation erwartet.
Vielfältige Störungen des Erlebens drücken sich z.B. in Stimmungsschwankungen,
Einschränkungen der Initiative und Ausdauer sowie verminderter Kontaktfähigkeit aus.
Die Bandbreite psychischer Erkrankungen reicht von leichten Formen mit geringen,
über lange Zeit gleich bleibenden Verhaltensauffälligkeiten bis zu schweren Störungen, die wiederholte stationäre Behandlung erfordern.
Was ist bei der Berufswahl zu beachten?
Zur Berufswahl sind fast immer mehrere Gespräche mit den Fachkräften der Agenturen für Arbeit anzuraten
sowie Untersuchungen durch den ärztlichen und psychologischen Dienst.
Die Wahl des richtigen Berufs ist abhängig von den persönlichen Interessen, dem Schulabschluss und der individuellen Situation.
Bei psychisch erkrankten Menschen ist der Einstieg in die Berufswelt sehr viel mehr von Rückschlägen und Abbrüchen bedroht.
Kreativität und Einfallsreichtum sind daher von den Begleitern gefragt bei der Suche nach einem stabilen Lebenskonzept.
Überforderung durch berufliche Aufgaben, auch durch einen 8-Stunden-Tag, und Kontaktschwierigkeiten können leicht zu Misserfolgen führen.
Eine eingehende Untersuchung des individuellen Leistungsvermögens und der sozialen Eingliederungsfähigkeit hilft, die richtige Entscheidung zu treffen.
Auch psycho-soziale Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bieten begleitende Hilfe bei Fragen zur Berufswahl an
und unterstützen bei Problemen während der Berufsausbildung.
So lässt sich mancher Ausbildungsabbruch bereits im Vorfeld vermeiden.
Viele psychisch Erkrankte haben ein starkes Kontaktbedürfnis.
Dieser Umstand ist zu begrüßen und z.B. durch gezielte Gruppenarbeit zu fördern.
Dennoch erscheinen Berufe mit häufigem Publikumsverkehr ungünstig, da sie Reizüberflutung hervorrufen können.
Auch Tätigkeiten, bei denen psychisch erkrankte Menschen ständig mit Konflikten konfrontiert werden oder diese sogar selbst lösen sollen,
erscheinen ungeeignet.
Arbeiten unter ständigem Zeitdruck oder mit Stressbelastung (z.B. Schichtarbeit) sollten ebenfalls vermieden werden.
Um das Risiko möglicher Misserfolge einzugrenzen, ist es manchmal ratsam,
als Ausbildungsziel nicht gleich die höchstmögliche Qualifikationsstufe anzustreben, sondern vielleicht eine Stufe niedriger zu beginnen.
Das Anstreben einer höheren Qualifikationsstufe kann dann im Rahmen der Fortbildung erfolgen.
So wird eine langsame Gewöhnung an größere Belastungen möglich.
Hier können Berufstrainingszentren wertvolle Unterstützung leisten.
Berufschancen – welche Berufe kommen in Frage? - Hier weiterlesen !
Wie erlebt ihr das?
Liebe Grüße.

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