Plötzlicher Suchtdruck nach jahrelanger Abstinenz

Forum: Missbrauch - Abhängigkeit


Diskussionen und Infos zum Thema: Sucht und Missbrauch, stoffgebunden - nicht stoffgebunden.




Plötzlicher Suchtdruck nach jahrelanger Abstinenz

Beitragvon Svart-Vinter » 13. Aug 2008 - 19:50


Hallo Gemeinde!

Unter Suchtdruck versteht man den "Druck" der aufkommt, wenn die "beruhigenden" Substanzen fehlen.

Viele Menschen, die momentan abhängig von stoffgebundenen und/oder nicht stoffgebundenen Drogen sind,
verspüren dieses drängende Gefühl sobald die Substanz nicht im Hause ist.

Aber es gibt auch Formen von Suchtdruck, die nach jahrelanger und erfolgreicher Abstinenz auftreten können.
Nun frage ich mich, welche Form davon schlimmer ist...

Meine Wenigkeit war mehr als 10 Jahre süchtig von etwas, wovon ich mich aber seit 2 Jahren abgewendet habe.
Ich lebe seitdem sehr gut, mir gehts natürlich "ohne" viel besser, aber in den letzten Tagen denke ich oft an die Zeit als die Substanz noch vorhanden war.

Gerade eben habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, wie es wäre, wenn man mal wieder [...] ...
Ich bin mittlerweile stark genug, "Nein" zu sagen, aber warum kommen solche Gedanken trotzdem immer wieder mal auf
obwohl man schon so lange ohne den süchtigmachenden Stoff lebt?

Momentan läuft in meinem Leben alles spitze, ich bin voll zu frieden und trotzdem denke ich hin und wieder in solchen Momenten daran.
Liegt es vielleicht doch daran, dass der Mensch darauf programmiert ist, sich selbst zu zerstören (mit was auch immer) ?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten.


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Plötzlicher Suchtdruck nach jahrelanger Abstinenz

Beitragvon The_Sorrow » 13. Aug 2008 - 19:57


Also bei der Sucht gewöhnt sich der Körper daran durch die Droge ständig einen bestimmten Spiegel an Glückshormonen zu haben. Diese Hormone sind für den Körper oder denn Geist wie eine Belohnung auf die er irgendwann nicht mehr verzichten kann,will.
Ich denke diese Gedanken kommen bei jedem Ex-süchtigen weil es ja sowas wie das Suchtgedächtniss gibt, das heist der Körper erinnert sich immer daran was der Stoff dir für eine Wirkung hatte und will diese wahrscheinlich wieder erleben. Vor allem wenn man unter Stress leidet kann dieser Druck auftretten.
Wichtig zu beachten ist das man bei einmaligem Einnehmen sofort wieder rückfällig werden kann.
Es kann sein das anstatt dem Stress es bei dir der Fall ist das irgendwas anderes diesen Druck ausübt vielleicht etwas was mit dem Stoff in verbindung steht oder dei Gegenwart des Stoffes(was eher unwahrscheinlich ist).
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Plötzlicher Suchtdruck nach jahrelanger Abstinenz

Beitragvon Lirias » 2. Sep 2008 - 13:13


Ich kenne jemanden der von den Zigaretten los kam, aber nach sieben Jahren einen heftigen Rückfall bekommen hat.
Es liegt vielleicht daran, dass alle sieben Jahre das Nervensystem im Gehirn neu geknüpft wird.
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Beitragvon Mike » 2. Sep 2008 - 20:22


Der Mensch ist weniger darauf programmiert, sich selbst zu zerstören. Menschen sind kreativ, sie sind dazu da, um etwas zu erbauen, nicht um alles zu zerstören (auch wenn es oft den Anschein hat).

Ich weiß allerdings, was du meinst mit deinem Beitrag. Ich kenne sowas, auch wenn es bei mir nichts mit Drogen zu tun hat (ausser evtl. Alkohol *g*).

Dass man sich nie vollkommen losreissen kann von etwas, von dem man abhängig war, ist eigentlich auch klar. Schließlich war es ein Teil von einem selbst, es lebt in den Erinnerungen weiter. Man sollte das als Teil von sich selbst akzeptieren. Denn jedes Problem, dem wir im Leben begegnen, hat einen Sinn und einen Zweck. Wir sollen das Problem lösen und daran wachsen, uns weiterentwickeln.
Das Problem ist, dass wir schlechte Erlebnisse oftmals verachten, dabei wären wir heute nicht die Menschen, die wir sind. Wer Licht definieren will, muss auch den Schatten kennen. Und wer das Licht am Ende des Tunnels erreicht hat, der ging zuerst durch den dunklen Tunnel.
Insofern... wenn du dich von der Sucht (wonach auch immer) losgerissen hast und jetzt ohne den Suchtgegenstand auskommst, dann bedeutet das, dass du die Aufgabe, die dir gestellt wurde, gelöst hast. Dass du dennoch an die Zeit damals denkst, ist wie gesagt nur logisch. Wichtig ist nur, dass du dir in Erinnerung rufst, dass du diese Zeit überwunden hast.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Plötzlicher Suchtdruck nach jahrelanger Abstinenz

Beitragvon Lucivar » 3. Sep 2008 - 20:59


Kennt ihr das? Menschen, die mit dem Glauben an Gott aufgezogen wurden, die feilschen in kritischen Situationen, wollen immer artig sein, falls er ihnen hilft.

Ich glaube, da das Suchtmittel als Ausweg genutzt wird, gewisse Faktoren auszublenden erlebt es einen verwandten Status, man erkennt es als Insel im tueckischen Meer und will dort ausruhen. Man wird faul. Man will nich mehr schwimmen, um vllt mal Festland zu finden. Hast du es doch mal geschafft, dann denkst du vllt manchmal immer noch an die Insel. Die schoenen Tage dort. Die feine Luft... Alles so toll, ganz anders als hier. Da erwacht durchaus immer mal Sehnsucht. Oder wenn man ausbrechen will aus seinem Leben und Alltag. Dann will man auch zur Insel. Die Kunst ist es ja, nicht zu ertrinken oder fuer immer festzusitzen.
Ich lass es mal so grob gewebt hier stehen, will euch nich immer nen Roman tippsen, vllt geht ja einer drauf ein =)

Zum Thema Drogen nur so nebenbei: Shakespeare war auch Kiffer, keinen stoerts.

"Du magst Eis, du magst Eis, du liebst Eis, du kannst ohne Eis nicht leben, ohne Eis bist du hoffnungslos, deine Existenz ist sinnlos - ohne Eis. Ohne Eis bist du ein Scheiss."

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Beitragvon Mike » 3. Sep 2008 - 23:18


Ja, das kenne ich nur zu gut. Dieses "Bitte, bitte, hilf mir, nur das eine Mal, und ich geh nächsten Sonntag freiwillig in die Kirche". Nun, das ist irgendwie typisch für Kinder, aber woher sollen sie es auch anders lernen? Es gibt doch diese ganzen Heiligen-Geschichten, wo ein armer Wanderer sich verirrt, dann betet er, dass er eine Kirche bauen wird, wenn Gott ihn nur errettet... Aktion und Strafe oder Belohnung... der christliche institutionalisierte Glauben ist in der Hinsicht besonders schlimm...

Was das Kiffen angeht... nun, in geringem Maße kann ichs ja tolerieren, wobei ich sagen muss, dass ich weder Kiffen noch andere Drogen jemals ausprobiert habe und es auch nicht vorhab - es sei denn, man zählt den Alkohol wirklich zu den Drogen. Aber alles was über Kiffen hinausgeht kann ich nicht mehr tolerieren. Ich kann die Menschen zwar stellenweise verstehen, wenn sie harte Drogen konsumieren - aber ich kanns nicht tolerieren. Dafür ist es um so erfreulicher, wenn jemand von einer Sucht los kommt und auch abstinent bleibt. Das erfordert Durchhaltevermögen und Stärke.
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