Nur noch 7 Tage zu leben

Forum: Verluste - Tod - Trauer


Ihr habt einen guten Freund/ Partner verloren, Eure Eltern oder sogar ein Kind? Habt Ihr schon mal ein Haustier verloren? Wie geht man mit dem Verlust um? Ist der Tod ein Schritt in eine neue Welt?




Nur noch 7 Tage zu leben

Beitragvon Svart-Vinter » 23. Apr 2008 - 20:18


Gestern war ich bei meinen Eltern zu Besuch und ein Haus vor dem Haus meiner Eltern liegt ein Mann mittleren Alters im Sterben.

Er war sein Leben lang Alkoholiker und auch Drogenabhängig.
Der Arzt sagte, dass er nur noch ca. 1 Woche lebt aufgrund einer Leberzirrhose, er ist schon ganz gelb.

Das hatte mich gestern etwas mitgenommen, da ich den Mann auch kenne und ich mich momentan ständig ungewollt mit der Thematik Tod auseinander setze.
Mir gingen viele Gedanken durch den Kopf und jetzt muss ich das einfach mal los werden.

Wie geht es jemanden, der gerade erfährt, dass er nur noch 1 Woche lebt?
Ich kann mir die Frage nicht beantworten und mich nur ganz schlecht hinein versetzen.

Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, wenn ihr so eine Prognose bekämt?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

[ Anstaltsleitung ]

[ Anstaltsleitung ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 904
Registriert: 05.01.2008

Sternzeichen: Schütze
Stimmung: bad request

Beitragvon Hagazussa » 23. Apr 2008 - 20:37


Das ist eine gute Frage.
Ich glaube, als erstes würde ich erstmal meine Dinge regeln, die noch zu regeln wären.
Und dann....?
Ich denke, das es zwei Arten gibt damit umzugehen.
Die eine wäre zu verzweifeln, das man bald sterben wird.
Die andere wäre, die Zeit zu nutzen, die einem noch bleibt.

Aber ich könnte beim besten Willen nicht sagen, zu welcher ich gehöre.
Das wird man wahrscheinlich erst wissen, wenn man in der Situation ist.
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
Hagazussa

[ Ex-Team ]

[  Ex-Team ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2008
Wohnort: Da wo ich zu Hause bin


Beitragvon kriegnix » 23. Apr 2008 - 20:48


Na ja Hexe. Deine Antwort impliziert, daß jemand noch voll Handlungsfähig ist.....und das scheint mir im o.g. Fall nicht so zu sein......er wird wahrscheinlich noch nicht einmal anspewchbar sein.....wie auch immer.
Ich hatte einmal eine Kollegin, der wurde noch ein halbes Jahr gegeben,
Die hat sofort ihren Job geschmissen, ihr gesamtes Geld verpulvert und dann Schulden ohne Ende gemacht.....kurz gesagt, sie hat ihre Zeit so richtig ausgekostet.......fand ich bewundernswert.
Wer rechtschreipfähler vindet, darf sie behalten.....
kriegnix

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 89
Registriert: 19.04.2008
Wohnort: NRW


Beitragvon The_Sorrow » 12. Mai 2008 - 20:48


Hmm.. also wenn er denn noch dazu fähig ist wird er erstmal alles wichtige regeln.
Dann wird er entweder an dem Gedanken zu Sterben verzweifeln oder Dinge tun die er noch nie gemacht hat (sowohl schlechte als auch gute je nach dem).
Er könnte auch noch eine schöne Zeit mit der Familie haben oder wenn er denn eine heimliche Liebe hat ihr seine Gefühle offenbaren.

Wenn man allerdings wie im obengenannten Fall zu nur noch wenigem fähig ist hat man bestimmt an seiner Hilflosigkeit zu leiden zumal man in so einem
Fall durch sein Händicap viel Zeit hat und zwangsläufig viel nachdenkt wenn man nicht schon im delirium dahindämmert.
The_Sorrow

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 164
Registriert: 12.05.2008


Beitragvon Svart-Vinter » 12. Mai 2008 - 20:51


Der Mann ist vorletzte Woche von Mittwoch auf Donnerstag gestorben.
Da hatte der Arzt ungefähr Recht mit den 7 Tagen.

Er ist zum sterben ins Hospiz gegangen, ich schätze, dass er zu nichts mehr in der Lage war.


Liebe Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

[ Anstaltsleitung ]

[ Anstaltsleitung ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 904
Registriert: 05.01.2008

Sternzeichen: Schütze
Stimmung: bad request

Beitragvon The_Sorrow » 12. Mai 2008 - 21:27


Hmm nen Hospiz ist gut da war mein Opa vor seinem Krebstod auch und die haben sich echt gut um ihn gekümmert.
The_Sorrow

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 164
Registriert: 12.05.2008


Beitragvon Vordb » 1. Jun 2008 - 13:34


Am 30./31. Januar verstarb eine gute Freundin von mir an Krebs.
die Ärzte gaben ihr 3 Jahre davor noch 4 Monate....
Ich war in der Nacht bei ihr, bevor sie starb....

Sie nahm ihre Umwelt kaum noch war, wie im Fieber...
Ich hab ein letztes Mal ihre Hand genommen, und ihr eine gute
Reise auf die andere Seite gewünscht.

Traurig war ich nicht, den in dem Zustand in dem sie war....
Es war ihr nicht mehr möglich normale Nahrung zu sich zu nehmen.
Ich gehe davon aus das sie einen passiven Suizid beging.
Sprich, sie setzte sich eines Abends an dem es etwas kühl war, auf den Balkon der Klinik, ohne sich vorher ganz abgetrocknet zu haben....
Darauf hin bekam ihr ohnehin geschwächter Körper wohl eine Lungenentzündung.
In ihrem Zustand war jeder Schnupfen schon fast ein Todesurteil.

Ihr Sohn war zu dem Zeitpunkt alt genug um auf eigenen Beinen stehen zu müssen....
Und ich denke das sie in Wahrheit angebrochenem Herzen starb.
Den die Psyche spielt bei Krebs ebenfalls eine große Rolle.
Und die Trennung von ihrem damaligen Ex-Freund hat sie nie verwunden.
Sie sagte mir immer das sie froh sei, ihn nicht sehen zu müssen....

Auf der Beerdigung war ich nicht...
Bis zu letzte klammerte sie sich an ihren christlichen Glauben, und ihre Auslegung davon das Gott für sie alles Gute repräsentiert.

Ich weiß nicht wie ich heute mit dem Todesfall einer nahstehenden Person umgehen würde....

Überhaupt is das alles ein Widerspruch hoch 18!
Die Leute die sich jahrelang nicht gesehen haben, treffen sich, fallen sich in die Arme und belöffeln und beweihräuchern sich selbst, und wie gut sie den/die Tote/n kannten...
Dann gehen sie in ihre Kirche, heulen sich die Seele aus dem Leib....
1 h später sitzen sie alle am Tisch und fressen sich die Wanzt voll, lachen und feiern....

(womöglich weil sie jetzt das Geld fürs Pflegeheim sparen... oder: Zitat aus dem Film "Das kleine Arschloch":
Zitat "diensthabender" Pfarrer: Liebe Gemeinde, wir haben uns heute hier versammelt....
Zitat Opa des kleinen Arschlochs: ... um sicherzugehen das der alte Drecksack endlich verscharrt wird!)

und weil sie ja bald erben können....

Wirklich richtig zu trauern scheinen nur Tiere.
Kann sein das ich hier falsch liege, falls sich wer angegriffen fühlt....

Hätte ich die Möglichkeit über die Art meine Begräbnisses zu verfügen,
würde ich mich an irgend einer Stelle in der Nähe des Meeres begraben lassen, oder mich in den Weltraum schießen lassen (aber ohne das der Sarg in 70000 km Höhe explodiert....)
Ω
Vordb

Unheilbar

Unheilbar

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 93
Registriert: 23.03.2008


Beitragvon Hagazussa » 1. Jun 2008 - 20:29


Ich war noch nie dabei, wenn jemand stirbt bzw. davor steht zu sterben.
Das stelle ich mir ziemlich Hart vor. Vor allem wenn man den Menschen mag
und es vielleicht ein Freund oder ein Famielienmitglied ist.

Ich selber habe keine Angst zu sterben. Aber ich wüßte nicht, wie ich mich verhalten sollte wenn jemand stirbt. Wahrscheinlich aus Unsicherheit...

Vordb hat foldendes geschrieben
Wirklich richtig zu trauern scheinen nur Tiere.
Kann sein das ich hier falsch liege, falls sich wer angegriffen fühlt....

Wer sollte sich denn angegriffen fühlen?
Für mich sind Tiere sowieso viel ehrlicher als Menschen.
Aber das ist wieder ein anderes Thema....
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
Hagazussa

[ Ex-Team ]

[  Ex-Team ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2008
Wohnort: Da wo ich zu Hause bin


Beitragvon The_Sorrow » 1. Jun 2008 - 21:17


Hmm Menschen sind auch ´nur´ Tiere.
Wie meinst du das,dass die anderen Tiere wirklich trauern ich meine die
Leben immer noch nach dem Fressen und Gefressen werden Prinzip und
da ist für Trauer nicht mehr viel Platz.
Wir Menschen fallen aus diesem Prinzip raus da wir praktisch keine andere
Spezies auf diesem Planeten als wirklichen Fressfeind ansehen müssen.
Wir sind viel mehr die Gefährlichste und Zerstörerischte Spezies auf diesem
Planeten.
The_Sorrow

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 164
Registriert: 12.05.2008


Beitragvon Vordb » 1. Jun 2008 - 22:15


Tiere trauern in dem Fall intensiver um den Verlust ihrer "Herrchens/Frauchens" oder eines Artgenossen, als wir Menschen.

Ich habe einen Kater und eine Kätzin, und beide kommen trotz dessen
das er Kater kastriert wurde gut miteinander aus.

Was passiert wenn der 7 Jahre ältere Kater nun stirbt?
Es wäre durchaus möglich das die Mietz die Nahrung solange verweigert bis auch sie stirbt, oder wochenlang nur niedergeschlagen da liegt.
Tiere haben glaube ich einen viel kleineren "Horizont" und daher nehmen
sie das Fehlen von etwas Gewohntem, etwas was für sie ganz normal ist,
oft viel intensiver wahr als wir.
Da wir "denken" können und einen Sinn in einer Veränderung erkennen.

Ob meine Katze das dann auch so empfindet ist die andere Frage....

Aber mein Vorgänger hat Recht, entweder zerstört der Mensch sich selbst oder andere Menschen... was ich ehrlich gesagt aber nicht immer unbedingt als negativ empfinde....
Ω
Vordb

Unheilbar

Unheilbar

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 93
Registriert: 23.03.2008




 


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste