Mit Hypnose in die Psyche eingreifen - Hypnose als Therapie

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Mit Hypnose in die Psyche eingreifen - Hypnose als Therapie

Beitragvon Svart-Vinter » 15. Mär 2008 - 10:48


Die Bedeutung der Hypnose bei der Behandlung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen nimmt immer mehr zu.

In der Öffentlichkeit herrscht jedoch noch ein Bild von der Hypnose vor, das durch Bühnenshows, Film und Comics geprägt ist.
Kein Mensch kann durch Hypnose zu etwas gezwungen werden, was nicht seiner Moral entspricht.

Aber genau dieses Vorurteil transportieren die Medien.
Die Bühnenhypnose hat mit einer medizinischen Hypnose nichts zu tun und gefährdet teilweise die "Medien".
So kann etwa eine „Rückführung“ bei einer Showhypnose zu schweren Schäden bei den Betroffenen führen.

In vielen Ländern ist sie deshalb verboten worden.

Die klassische Hypnose, wie sie noch Sigmund Freud betrieb, versuchte eine Trancetiefe zu erreichen.
Die moderne Hypnose leitet eine mittlere Trance ein, bei der der Patient gut ansprechbar ist.
In Deutschland gibt es diverse Fachgesellschaften für Hypnose, die für eine seriöse Ausbildung der Therapeuten stehen.

Was erlebt der Patient bei einer Hypnose?

Zum einen nimmt er störende Geräusche nicht mehr wahr, Folge einer Einengung der Aufmerksamkeit.
Scheinbar wird die Bereitschaft zur Reizverarbeitung in den primären visuellen und akustischen Zentren reduziert.
Ferner treten bei ihm nicht suggerierte Veränderungen in der Körperwahrnehmung auf:
Beine oder Arme werden als länger oder kürzer wahrgenommen, Körperteile scheinen nicht mehr vorhanden,
es besteht ein Schwere- oder Leichtigkeitsgefühl.

Im Vergleich zum Wachzustand erscheinen die visuellen Vorstellungen klarer ("Es war so, als ob ich dagewesen wäre").
Hinzu kommen eine verzerrte Zeitwahrnehmung, eine erhöhte Suggestibilität,
ein leichterer Zugang zu den Gefühlen, das Ausblenden äußerer Reize.

Dies führt dazu, dass es auch keine Schmerzwahrnehmung mehr gibt, was sich etwa Zahnärzte auch zunutze machen.

Außerdem wurde eine Reduktion der körperlichen Funktionen, die durch das autonome Nervensystem gesteuert sind, festgestellt.
Dazu zählen die Abnahme der Atemrate, Herzschlagrate und des systolischen Blutdrucks.
Die Schmerzkontrolle unter einer Hypnose bietet eine verträgliche Ergänzung oder Alternative zu lokal wirksamen Betäubungsmitteln.

In einem Trance-Zustand können Blutungen und Speichelfluss kontrolliert werden.
Nach dem Eingriff wird das Zahnfleisch im Gegensatz zur noch Stunden andauernden Lokalbetäubung schneller vollständig durchblutet.
Dadurch heilt die Wunde besser ab. Operationen in Hypnose sind möglich. Allerdings bedarf es einer gründlichen Vorbereitung.

Die Ärzte müssen darauf achten, was sie sagen, denn der Patient hört mit.

Quelle: Klick


Habt ihr schon Erfahrungen mit selbst- oder von einem Therapeuten herbei geführten tranceähnlichen Zuständen gemacht?
Was könntet ihr als Fazit sagen, inwiefern hatte der Zustand eine heilende Wirkung?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Mit Hypnose in die Psyche eingreifen - Hypnose als Therapie

Beitragvon Mike » 21. Okt 2008 - 18:11


Hab bisher noch keine Erfahrung mit Hypnose gemacht. Hatte ne Zeit lang vor, ne Reinkarnations-Rückführung zu machen, wo auch oft Hypnose verwendet wird. Mittlerweile bin ich mir aber gar nicht mehr so sicher, ob ich das machen soll - zudem wüsste ich hier keine Person, der ich sowas zutrauen würde.

Aus deinem Text kommt nicht raus, ob du nun auf Hypnose zur Unterdrückung/Beseitigung von Symptomen/Eigenschaften (wie Zigaretten/Alkohol-Entwöhnung) oder als Mittel zur Ursachenfindung anspielst.

Gegen ersteres hab ich was einzuwenden. Denn man beseitigt wie gesagt nur Symptome. Man kann einer Person, die z.B. Angst vor engen Räumen hat, durchaus in der Hypnose diese Angst wegnehmen - aber den wahren Grund für diese Angst hat man noch nicht gefunden. Das ist so, als ob man beim Auto den Motor abstellt, damit es nicht mehr läuft - man hat aber nur den Schlüssel gedreht und weiß nicht, woran es liegt, dass das Auto läuft.

Als Mittel zur Ursachenfindung hingegen find ichs nicht verkehrt - aber man muss natürlich aufpassen, ob man dem Arzt wirklich vertrauen kann. Der Zustand eines hypnotisierten ist (wie in nem anderen Thema Mal angesprochen wurde) sehr gefährlich, da man ihm Dinge einpflanzen kann, die dieser danach gar nicht mehr weiß.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

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Eine Chance für die Psyche in der Therapie

Beitragvon f.j.neffe » 1. Jan 2011 - 19:11


Sigmund Freud und Émile Coué haben beide als Hypnotiseure begonnen. Freud muss sich nach über 10 Jahren der Misserfolge vor Hypnose und Suggestion flüchten und hat sie Zeit seines Lebens nie verstanden. Émile Coué war damit von Anfang an so erfolgreich, dass er zwei für uns alle enorm wichtige Schritte darübver hinaus gemacht hat: Zuerst verzichtete er auf die Trance, weil (wie schon Bernheim und Liébault erkannt hatten) im Wachzustand dieselben Ergebnisse möglich sind und als zweites machte er einen noch viel bedeutsameren Schritt: Er verzichtete auf seine Vormachtstellung als Suggestor und Therapeut und beschied sich in die Rolle des Lehrers der bewussten Autosuggestion. Zehntausende Hilfesuchende aus aller Welt kamen jedes Jahr zu ihm, und da aus seinen unentgeltlichen, öffentlichen Sitzungen keinerlei Misserfolge sondern regelmäßig die erstaunlichsten Erfolge berichtet wurden, wurde die AUTOSUGGESTION in wenigen Jahren eine weltberühmte Selbsthilfe-Methode.
"Wenn ich Sie in dem Irrtum lasse, dass ich es bin, der Sie gesund macht, dann mindere ich Ihre Persönlichkeit." Wer hat sonst noch so klar die Wahrheit über seine Rolle als Therapeut gesagt wie Émiule Coué? Wie macht das Dein Therapeut gerade???
Prof.Dr.Alfred Brauchle, der sich seinerzeit, über viele Jahre schwer leidend, einfach durch Anwendung der Ratschläge aus Coués kleinem Autosuggestionsbuch "vollkommen und ohne je einen Rückfall" geheilt hatte, suchte Coué in Nancy auf. Er schreibt: "Ich erwartete zu mindest, einen auf seine Erfolge stolzen Kurpfuscher anzutreffen. Wie erstaunte ich aber, einem so ungeheuer bescheidenen und demütigen Menschen zu begegnen!" Wie ist das mit deinem Therapeuten? Coué konnte damals Zehntausenden helfen. Wie ist das mit den Therapeuten unserer Tage? Sollten Sie nicht auch etwas demütiger werden und von Coué lernen?
Unsere Psyche - das ist das griech. Wort für SEELE - erfüllt ein ganzes Leben lang ihre Aufgaben für uns, Therapie hin oder her. Nicht wir müssen in die Seele eingreifen sondern wir sollten endlich zulassen, dass sie in unser Leben eingreifen und ihre natürliche Aufgabe erfüllen kann. Geben wir der Psyche eine Chance in der Psychotherapie!
Ich wünsche guten Erfolg!
Franz Josef Neffe
"Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns sondern die Vorstellungskraft." Émile Coué (1857-1926)
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