Luzifer - Engel der Erleuchtung

Forum: Philosophie - Eigene Ansichten


Philosophie ist der Versuch des Menschen mit dem Mittel des Denkens sein Dasein, die von ihm wahrgenommene äußere Welt und sein eigenes Inneres zu erklären.




Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Mike » 14. Feb 2009 - 00:15


Luzifer stammt ja bekanntlich von den beiden Worten Lux Ferre ab, die wiederum bedeuten "Licht tragen", woraus sich der Name "Lichtträger" bzw. "Lichtbringer" ergibt.

Der Lichtbringer wird ja gerne als gefallener Engel dargestellt, der die Menschen in Versuchung führt und zu Bösem verleitet (wobei die Person des Lichtbringers hier mit der des Satans verschmilzt).

Ich bin der Meinung, dass der Name Luzifer nicht umsonst vergeben wurde. "Lichtbringer" hat eine äusserst positive Bedeutung, sagt sie doch aus, dass das Dunkel erleuchtet wird.
Eine andere Sichtweise wäre diejenige, dass die Vereinigung aus Licht und Dunkelheit dadurch gelöst wird und in die Dualität aufgespalten wird, dass dem Licht mehr Bedeutung geschenkt wird als der Dunkelheit, wodurch wiederum ein Ungleichgewicht entsteht.

Das würde bedeuten, dass Luzifer uns aus dem Zustand des Nirvana, der Vereinigung aller Gegensätze, herausgerissen hätte, um uns erneut in den Kreislauf des Lebens zu stoßen. Doch bedeutet das nicht zugleich, dass wir erneut die Möglichkeit erhalten, zu wachsen? Denn ohne das Licht zu kennen werden wir auch nie die Dunkelheit erkennen. Und ohne beides zu erkennen, können wir nichts vereinen.

Wie denkt ihr darüber?
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008


Re: Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Nibiru » 14. Feb 2009 - 04:17


Mike hat geschrieben:Luzifer stammt ja bekanntlich von den beiden Worten Lux Ferre ab, die wiederum bedeuten "Licht tragen", woraus sich der Name "Lichtträger" bzw. "Lichtbringer" ergibt.

Der Lichtbringer wird ja gerne als gefallener Engel dargestellt, der die Menschen in Versuchung führt und zu Bösem verleitet (wobei die Person des Lichtbringers hier mit der des Satans verschmilzt).

Ich bin der Meinung, dass der Name Luzifer nicht umsonst vergeben wurde. "Lichtbringer" hat eine äusserst positive Bedeutung, sagt sie doch aus, dass das Dunkel erleuchtet wird.
Eine andere Sichtweise wäre diejenige, dass die Vereinigung aus Licht und Dunkelheit dadurch gelöst wird und in die Dualität aufgespalten wird, dass dem Licht mehr Bedeutung geschenkt wird als der Dunkelheit, wodurch wiederum ein Ungleichgewicht entsteht.

Das würde bedeuten, dass Luzifer uns aus dem Zustand des Nirvana, der Vereinigung aller Gegensätze, herausgerissen hätte, um uns erneut in den Kreislauf des Lebens zu stoßen. Doch bedeutet das nicht zugleich, dass wir erneut die Möglichkeit erhalten, zu wachsen? Denn ohne das Licht zu kennen werden wir auch nie die Dunkelheit erkennen. Und ohne beides zu erkennen, können wir nichts vereinen.

Wie denkt ihr darüber?


Man muss sich aber Fragen um was es jetzt konkret geht.Mischst du jetzt Christliche Mythologie mit Buddhistischem Glaubensgrundsätzen (Nirvana). Himmel = Nirvana ? Ich finde das aber interessante überlegungen. Man müsste demnach ausgehen, dass, wenn Luzifer der Lichtbringer ist, die Schöpfungsenergie ist. Luzifer hat uns also gemacht, er ist dafür zuständig Licht in das Khaos zu bringen. Er ist wieder dem Urzustand der gesamten nicht-existenz. Vielleicht ist Luzifer, wie ihn die Christen gerne hätten, ja garnicht der "Böse" sondern der Gute? Soll heissen, das was wir aktuell durchleben ist das negative, und wenn wir genug Karma/Erfahrung gesammelt haben, gehen wir wieder in den Status der nichtexistenz, in das Khaos über. Vielleicht bringt Luzifer das Licht nur dort hin, wo Dunkelheit ist, und das wäre alles?
Καὶ εἶδον οὐρανὸν καινὸν καὶ γῆν καινήν
Nibiru

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 111
Registriert: 13.02.2009
Wohnort: Wien


Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Ategato » 14. Feb 2009 - 18:55


Hallo Mike

Bekanntlich ist auch, dass Luzifer gefallen ist, weil dieser sich Gott wiedersetzte, ähnlich wie Lilith.

Infolgedessen könnte es bedeuten, dass die Lust und "Wagniss", welches mit Luzifer oftmals synonymisiert wird, das verächtliche Licht ist, welches in gewissen Hinsichten erwünscht, andererseits auch unerwünscht sind :?:

Mike hat geschrieben:aus dem Zustand des Nirvana, der Vereinigung aller Gegensätze


Steht es denn fest, dass man bei den Gegensätzen in diesem Fall von Dunkelheit und Licht spricht und nicht von jeglicher konträren Überzeugungen der Menschen zu den verschiedensten Dingen?

Mike hat geschrieben:Denn ohne das Licht zu kennen werden wir auch nie die Dunkelheit erkennen. Und ohne beides zu erkennen, können wir nichts vereinen.


Wir vergessen hierbei, dass die Klassifizierung "Licht" und "Dunkelheit" grade zu der Begebenheit führt, dass eine Vereinigung von Nöten ist.
Ohne Differenzierung und Einkategorierung würde es garkeine Dualität geben.

Hallo Nibiru

Nibiru hat geschrieben:Vielleicht ist Luzifer, wie ihn die Christen gerne hätten, ja garnicht der "Böse" sondern der Gute? Soll heissen, das was wir aktuell durchleben ist das negative, und wenn wir genug Karma/Erfahrung gesammelt haben, gehen wir wieder in den Status der nichtexistenz, in das Khaos über. Vielleicht bringt Luzifer das Licht nur dort hin, wo Dunkelheit ist, und das wäre alles?


Also dass die Werke Luzifers als etwas gutes angesehen werden?

Gruß,
Ategato
Alles Vergängliche ist eine Illusion.
Ategato

[ Ex-Team ]

[  Ex-Team ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 116
Registriert: 04.03.2008

Sternzeichen: Steinbock

Re: Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Nibiru » 14. Feb 2009 - 19:54


Ategato hat geschrieben:Hallo Nibiru

Nibiru hat geschrieben:Vielleicht ist Luzifer, wie ihn die Christen gerne hätten, ja garnicht der "Böse" sondern der Gute? Soll heissen, das was wir aktuell durchleben ist das negative, und wenn wir genug Karma/Erfahrung gesammelt haben, gehen wir wieder in den Status der nichtexistenz, in das Khaos über. Vielleicht bringt Luzifer das Licht nur dort hin, wo Dunkelheit ist, und das wäre alles?


Also dass die Werke Luzifers als etwas gutes angesehen werden?

Gruß,
Ategato


Ja nur unwissentlich. Denn Namen sind nur schall und rauch.
Καὶ εἶδον οὐρανὸν καινὸν καὶ γῆν καινήν
Nibiru

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 111
Registriert: 13.02.2009
Wohnort: Wien


Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Mike » 24. Feb 2009 - 00:44


So, ich meld mich auch Mal wieder zu Wort.

Ich bin der Meinung, dass Namen eben nicht Schall und Rauch sind. Natürlich, sie werden von den Menschen oftmals bedachtlos vergeben, je nachdem, welcher Name gerade in Mode ist oder je nachdem, von welchem Namen sie selbst in ihrer Kindheit geprägt wurden.
Aber gehen wir doch Mal von den ganzen Nachnamen aus, die in ihrer Funktion beschreibend sind: Müller, Schreiner, Hofbauer, . klar, heute kann man sie nicht mehr wirklich herleiten. Aber sie sind doch nicht willkürlich. Oder die nordischen Namen mit -son im Namen. Detlefson z.B. Diese sind keineswegs einfach Schall und Rauch.

Es heißt in der Bibel, dass Adam und Eva ihre Blöße nicht erkannten, solange sie nicht vom Baum der Erkenntnis aßen. Wobei man auch beachten muss, dass die Schlange in ihrem geschichtssymbolischen Aspekt gesehen werden muss, nämlich als Zeichen des Herrschers zur Zeit, als dieses Kapitel der Bibel verfasst wurde (verdammt, ich hab ja doch im Religionsunterricht aufgepasst.). Wer weiß, wie viele Symbole mit der damaligen Zeit assoziiert waren, die wir heute komplett falsch deuten. Ich erinnere da nur gern an Grimms Märchen, die einerseits Märchen, andererseits aber Sozialkritik waren.

Wir vergessen hierbei, dass die Klassifizierung "Licht" und "Dunkelheit" grade zu der Begebenheit führt, dass eine Vereinigung von Nöten ist.
Ohne Differenzierung und Einkategorierung würde es garkeine Dualität geben.

Das meinte ich auch. Bevor Luzifer kam waren die Menschen eingebettet in den Kosmos. Luzifer hat das Licht gebracht, wie Prometheus das Feuer. Doch um Licht zu erkennen muss man das Nichts erst in die Dualität aufspalten, in die zusammenhängenden Gegensätze.
Auf den ersten Blick ist dies negativ, denn wenn man bereits eins ist mit dem Kosmos, wieso sollte man sich dann erneut davon trennen wollen? Aber Tatsache ist doch auch, dass wir die Möglichkeit bekommen, durch dieses Licht zu wachsen.

@Nibiru
Ob nun Khaos oder Nirvana - beides gehört nicht so wirklich zum christlichen Glauben (Mal von diversen Geheimsekten abgesehen). Man muss aber auch beachten, dass die Religion vom Menschen gemacht ist und insofern sollte man sich nicht nur nach einem System richten und dieses konsequent befolgen, ohne nach links oder rechts zu blicken.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008


Re: Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Nibiru » 25. Feb 2009 - 13:37


Mike hat geschrieben:
Auf den ersten Blick ist dies negativ, denn wenn man bereits eins ist mit dem Kosmos, wieso sollte man sich dann erneut davon trennen wollen? Aber Tatsache ist doch auch, dass wir die Möglichkeit bekommen, durch dieses Licht zu wachsen.

@Nibiru
Ob nun Khaos oder Nirvana - beides gehört nicht so wirklich zum christlichen Glauben (Mal von diversen Geheimsekten abgesehen). Man muss aber auch beachten, dass die Religion vom Menschen gemacht ist und insofern sollte man sich nicht nur nach einem System richten und dieses konsequent befolgen, ohne nach links oder rechts zu blicken.


Und wohin sollte man wachsen? Wenn man eins mit dem Kosmos ist, dann bedeutet man, dass man alles ist. Wenn nun etwas kommt, und dieses ganze Teilt, wo liegt dann der Sinn darin ?

Im Grunde wurden wir als ganzes geteilt, und sind nun unvollständig. Und mir fällt es schwer daran positives zu sehen.

Ganz meine Meinung, man muss in den verschiedensten Systemen die Augen offenhalten. Mich hat nur interessiert, inwiefern du das gemeint hast. Ich kann ja nicht gleich davon ausgehen, dass du das genauso siehst wie ich. Das würde in späteren konversationen über diverese Themen zu missverständnissen führen.
Καὶ εἶδον οὐρανὸν καινὸν καὶ γῆν καινήν
Nibiru

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 111
Registriert: 13.02.2009
Wohnort: Wien


Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Mike » 25. Feb 2009 - 15:11


Wir waren komplett und eins, keine Frage. Aber da alles aus Zyklen besteht, müssen wir wohl oder übel nach dem Ende des Goldenen Zeitalters erneut von vorne beginnen. Eine immerwährende Prüfung wohl. Aber vielleicht ist es auch ganz anders und es gibt verschiedene Ebenen der "Vollkommenheit" - wenngleich sich das auch komisch anhört.

Vielleicht müssen wir uns von Zeit zu Zeit auch einfach nur aufs Neue als würdig erweisen. Wie man alle paar Jahre aufs Landratsamt rennt, um den Personalausweis erneuern zu lassen.

Ganz meine Meinung, man muss in den verschiedensten Systemen die Augen offenhalten. Mich hat nur interessiert, inwiefern du das gemeint hast. Ich kann ja nicht gleich davon ausgehen, dass du das genauso siehst wie ich. Das würde in späteren konversationen über diverese Themen zu missverständnissen führen.


Kein Problem. Nachfragen kostet ja nichts ;-)
Ich bin der Meinung, dass kein System der Welt, weder religiös noch esoterisch noch weltanschaulich, die "einzige Wahrheit" birgt. Das liegt einfach daran, dass diese Systeme menschengemacht sind und somit den kulturellen Begebenheiten und Erfahrungen der jeweiligen Menschen entstammen. Und selbst wenn die Systeme tatsächlich von einer höheren Macht mitgeteilt wurden - selbst dann würde die Überlieferung durch den Menschen verfälscht, der die Worte in seiner Sichtweise wiedergibt. Denn selbst wenn man noch so objektiv sein will - solange man selbst beteiligt ist, existiert keine Objektivität.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008


Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon The_Sorrow » 25. Feb 2009 - 20:39


Naja genau genommen ist Luzifer ja auch nicht in jeder Religion böse oder besser gesagt der Feind Gottes.
Sondern auch Ankläger und Richter der Sünder.



Wenn wir einmal eins mit dem Kosmos waren, waren wir uns auch unserer (Nicht)Existenz bewusst. Vielleicht war Luzifer der uns Symbolisch das Licht brachte, die Kraft die uns diese Form gab uns praktisch Leben einhauchte. Wenn wir teil des Kosmos waren heist das zwangsläufig das wir das erfühlend fanden wenn wir es denn überhaupt konnten. Oder ist Luzifer der, der uns geschaffen hat um über diese Frage und den Kosmos und alles in ihm nachzudenken.
The_Sorrow

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 164
Registriert: 12.05.2008


Luzifer - Engel der Erleuchtung

Beitragvon Mike » 25. Feb 2009 - 21:03


Ankläger und Richter der Sünder wäre dann wohl eher Satan. Im Laufe der Zeit verschmolzen Satan und Luzifer, aber ursprünglich war Satan sozusagen der "Chefankläger Gottes".

Eins mit dem Kosmos zu sein bedeutet eigentlich, kein Bewusstsein zu haben. Denn Bewusstsein ist etwas individuelles, etwas Abgrenzendes. Wenn du viele Münzen hast, erkennst du jede einzelne. Verschmelzen sie und bilden eine einzige Münze, sind sie zusammengewachsen und eins geworden, wobei sie auch ihre Individualität verloren haben. Wenn du 5 + 10 addierst ergibt es 15, du weißt aber nicht mehr ob du diese Summe durch 7 + 8, 9 + 6 oder 10 + 5 erhalten hast. Oder vielleicht durch 3 x 5? oder 2 x 6 + 3? Du weißt weder, aus wievielen Bestandteilen es besteht noch aus welchen. Zumindest laut Theorie.

Es kann aber natürlich auch irgendwo festgehalten sein, welche Summe aus welchen Bestandteilen besteht, um sie im Nachhinein wieder trennen zu können (sobald ein neuer Zyklus beginnt). Wer weiß das schon. Es ist ein nettes Gedankenspiel.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008





Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste



cron