Leere

Forum: Denkende Dichter - Dichtende Denker


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Leere

Beitragvon Vordb » 4. Jun 2008 - 16:56


Kälte,Stille,Einsamkeit,
Ewig lebend in Dunkelheit,
Verwischt sich meine Spur durch die Jahre,
Kein Ziel,kein Sinn,
Nur Leere erfüllt den Geist
Wind durchweht mein Haar,
Scheindet eisig meine Haut,
Erfüllt von Leere wandere ich durch die Zeit...
Ohne Anfang, ohne Ende
Nicht greifbar, nicht verständlich,
Ein Gefühl des Befremdens für diese Welt,
In der man gefangen ist....
Keine Wärme, keine Liebe, kein Sinn,
Nur Leere...
Hinein in die schwarzen Tunnel der Ewigkeit,
Des Willens zu leben beraubt,
Des Willens zu sterben nicht mächtig,
Nur Leere,Stille,Einsamkeit,
Leere... ein Phantom...
Ein Schatten....
Phantasma!
-----------------------------------------------------------------
Wieder fällt ein Blatt von meinem Baum,
Wieder welkt von meinen Blumen eine,
Wunderlich in ungewissem Scheine
Grüßt mich meines Lebens wirrer Traum.

Dunkel blickt die Leere rings mich an,
Aber in der Wölbung Mitte lacht
Ein Gestirn voll Trost durch alle Nacht,
Nah und näher zieht es seine Bahn.

Guter Stern, der meine Nacht versüßt,
Den mein Schicksal nah und näher zieht,
Fühlst du, wie mein Herz mit stummem Lied
Dir entgegenharrt und dich begrüßt?

Sieh, noch ist voll Einsamkeit mein Blick,
Langsam nur darf ich zu dir erwachen,
Darf ich wieder weinen, wieder lachen
Und vertrauen dir und dem Geschick.

(Hermann Hesse)
Ω
Vordb

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Beitragvon Kha » 11. Jun 2008 - 21:33


Über Hesse brauch ich nichts zu sagen. Mein Bücherregaöl sagt genug.

Aber deines ist sehr dunkel und schwer. Voll mit Metaphern. Aber ich denke es soll auch eine schwere rüberbringen. Wirklich gut. Weiter so.

Würd mich freuen neues zu lesen. :wink:
<b>Wer lachen kann, ist klar im Vorteil.</b>
Kha

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Beitragvon Svart-Vinter » 15. Nov 2008 - 12:49


Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

(Hermann Hesse)


Passt auch sehr schön in dieses Thema.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Vordb » 17. Nov 2008 - 00:22


ja, melancholische Gedichte haben durchaus etwas...
gibt da auch eins, von Nietzsche, was von einer Neofolk Band in einem Lied verarbeitet wurde....

Heimatlos

Die Krähen schrein,
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt,
bald wird es schnein,
wohl dem, der jetzt noch Heimat hat,

Nun stehst du starr,
schaust rückwärts, ach! wie lang schon!
Was bist du Narr,
vor Winter in die Welt entflohn?

Die Welt - ein Tor
zu tausend Wüsten stumm und kalt,
Wer das verlor,
was du verlorn, der macht nirgends halt!

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
dem Rauche gleich,
der stets nach kältern Himmeln sucht!

Flieg, Vogel, schnarr,
dein Lied im Wüstenvogel-Ton!
Versteck, du Narr,
dein blutend Herz in Eis und Wohn!,

Die Krähen schrein,
und ziehen schwirren Flugs zur Stadt,
Bald wird es schnein,
Weh dem der keine Heimat hat!
Ω
Vordb

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