Landmensch vs. Stadtmensch

Forum: Geschichten vom Leben


Wie habt Ihr Eure Kindheit und Jugend erlebt und wie ist das Erwachsensein? Besondere Ereignisse aus Eurem Leben und vieles mehr.




Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon Svart-Vinter » 20. Sep 2008 - 08:56


Hallo Gemeinde :)

Da neulich das Thema Stadtmensch vs. Landmensch aufkam, möchte ich hier mal ein eigenes Thema dazu eröffnen,
da mich interessiert, wie eure Auffassung dazu ist.

Meine Wenigkeit ist in einer Großstadt (Leipzig) geboren und teilweise auch aufgewachsen (bis zum 8. Lebensjahr).
Dann nach dem die Mauer gefallen war, ist meine Familie in den "Westen" übergesiedelt, in eine viel kleinere Stadt.

Hier wohne ich heute noch, ich wohne zwar mitten in der Stadt, aber es ist eben eine kleine Stadt in einer eher ländlichen Gegend (viel Acker und viele Landstriche).

Das Stadtleben hat natürlich die Vorteile, das man schön zentral wohnt und alles sehr gut erreichbar ist.
Der Nachteil ist, dass es hier laut ist und man das Gefühl hat, dieser kleine zentrale Ort sei über besiedelt von Menschen, die sich gegenseitig den Platz rauben.

Ich habe den Vorteil, auch einen Einblick in das Leben auf dem Land zu bekommen durch meine Arbeit, die auf dem Land liegt.

Dort gehe ich z.B. mit dem Hund meiner 2. Familie spazieren und ich genieße es total.
Da scheint die Natur unberührt, die Luft ist eine andere, man begegnet nicht so vielen Menschen, es ist einfach toll.
Wenn ich da bin, fühle ich mich ganz anders und kann auch mal richtig tief durchatmen.

Ich denke mir dann immer, dass es Menschen vom Land viel schöner haben, denn sie sind da zu Hause und wenn sie mal was aus der Stadt brauchen,
dann fahren sie da hin, aber sie können wieder zurück.

Bei Stadtmenschen ist es umgekehrt und nicht so vorteilhaft, denn sie können so gesehen,
immer nur zu Besuch eine Verschnaufpause auf dem Land einlegen und müssen dann wieder zurück in die Stadt.

Wiederum ist man ohne Auto auf dem Land aufgeschmissen, weswegen viele Menschen dazu gezwungen sind, zentraler zu wohnen.

Na ja... es hat alles seine Vor- und Nachteile. Was habt ihr denn für Erfahrungen gemacht?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon Mike » 23. Sep 2008 - 08:42


Nun, ich bin ein "Landmensch". Zwar jetzt vielleicht nicht so, wie man ihn sich vorstellt, wenn man erfährt, dass ich aus Bayern komme (Lederhosn, Bauernschläue, ...). Aber ich bin ein Landmensch. Meine Großeltern haben schon in dem Haus gewohnt, in dem ich aufgewachsen bin. Früher war das noch ein Bauernhof. Meine Eltern und Großeltern haben zusammen ein neues Haus "aus dem Boden gestampft", das war allerdings noch vor meiner Zeit.
Die Erziehung übernahm - wie auf dem Land üblich - natürlich auch meine Oma. Für mich war eigentlich auch immer klar, dass ich in keine Großstadt ziehen werde und dass ich auch nicht allzu weit von hier wegziehe. Meine Familie mütterlicherseits wohnt schon seit ca. 1800 hier in der Gegend.
Bin dann vor mittlerweile 2 Jahren in die Kreis"stadt" gezogen (ca. 16.000 Einwohner im Landkreis). Und wenn mir niemand mein Haus wegnimmt, werd ich hier wohl auch bis ans Ende meiner Tage bleiben ;-)

Ich war früher häufig in München und Nürnberg unterwegs, und ich hatte damals schon immer eine Abneigung gegen Großstädte. Mir ist das alles zu Moloch-artig, zu unpersönlich. Zu krank. Zu viel Gesindel, das sich überall tummelt. Ich mag große Menschenaufläufe (harrr... überbacken mit Käse...) nicht. Auf Dauer würd ich davon krank werden. Daher bin ich recht froh, dass ich mit meinem Häuschen einen Glücksgriff gelandet hab. Und wenn ich Mal in die Natur wollen würd, müsst ich auch nicht weit gehn/fahren. Ausserdem kann man von hier aus die Befreiungshalle sehen, die nach dem Sieg gegen Napoleon (Franzosn-Beidl :mrgreen:) gebaut wurde.

Und wir haben hier am Land noch nicht gar so üble Auswirkungen des Multi-Kulti-Wahns... wobei er leider auch hier mittlerweile Einzug hält.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon Pendragon » 23. Sep 2008 - 17:49


Will meinen Senf auch dazu beitragen :alien:
Landmensch bin ich sehr gerne ,obwohl, bin ich einer ??
Unser Städchen hatt rund 29000 Einwohner und ca 1Millionen
Besucher pro Jahr da wir in Deutschland der größte Pilgerort sind. ( ich weiß Altötting behauptet das auch ) ist aber Fakt das wir das sind .
Ich wohne am Stadtrand und bekomm nicht viel von dem Trubel der Pilger mit.
Einkaufen kann man hier auch sehr gut ,inder Pilgerzeit oft auch Sonntags ,nur dann ist es immer ziemlich voll in der City.
Weil zu den Pilger noch der halbe Ruhrpott zu einem Wochenendausflug anreist .
Wir sind aber auch schnell in der Großstadt da eine gute Autobahnanbindung besteht .
Ich kenn den ganzen Ruhrpott und möchte da nicht leben , weil( wie Mike schon sagte ) mit dem Multi - Kulti hab ich auch meine Probleme obwohl ich auch Freunde unter ihnen habe .
Auch die Hektik der Großstädte schreckt mich ab .
Hier bei uns kann ich in wenigen Minuten mit dem Fahrrad in die Heide oder Wald und nach einer Kneipentour auch mal später über die Strasse gehen , da trifft mann schnell mal Bekannte und ist nicht so Anonyhm wie in der Großstadt.
Auch der Zusammenhalt in der Nachbarschaft ist schon 30 Jahre super , wir Feiern und unternehmen oft was. Für die älteren Bewohner hatt die Stadt sogenannte Bürgerbusse fahren so das sie auch ohne Auto in die Stadt kommen ,dennalle umliegenden Dörfer sind damit verbunden.
Ergo bin ich lieber ein Landei wie Haga so nett sagt .
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Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon Hagazussa » 23. Sep 2008 - 20:31


Ey Pendri...Du weißt doch selbst, das ich zu einem "Landei" mutiert bin. :mrgreen:

Geboren und aufgewachsen bin ich in Solingen (ca 160.000Ew)

Ich habe mich da aber nie wohlgefühlt. Das war mir irgendwie immer zu "voll" da.

Jetzt wohne ich seit ca. 5 1/2 Jahren auf dem Land und fühle mich recht wohl hier und ich bin der Natur näher..
In die Stadt würde ich nicht mehr ziehen, weil mir das da alles viel zu hektisch und ungemütlich ist.

Das einzige, was mich hier stört, sind die "Inzuchtfälle", die hier mitunter rumlaufen (man möge mir meinen Sarkasmus verzeihen).

Aber manche haben hier echt einen oder zwei neben sich herlaufen....

Mir wollte mal einer vom "alten Schlach" erklären das, Ratten Giftzähne haben und wenn sie einen beißen, Gift injizieren.....Is klar :glotz:

Wenn man von diesen Fällen absieht, fühle ich mich hier sauwohl.
:mrgreen:
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Beitragvon Sydney » 23. Sep 2008 - 20:39


Wenn man etwas erleben will, muß man Mike nur mal ins Zentrum einer Großstadt zerren. Man wird es gewiß nicht so schnell vergessen. :D

Aber ich kann ihn da auch verstehen.

Ich selbst bin auf dem Land geboren und habe dann Jahre lang in der Großstadt gewohnt. Vor knapp 5 Jahren sind wir aufs Land gezogen. Das Land auf dem wir jetzt wohnen ist alter Familienbesitz aus der Familie meines Mannes. Wir leben eigenlich, sobald es das Wetter nur halbwegs zuläßt nur draussen im Garten und dies wäre in der Stadt so in der Form garnicht möglich.
Ich fahre jeden Tag eine ewiglange Strecke in die Großstadt rein ins Büro. Das nervt gewaltig. Aber ich würde meinen Kindern die Großstadt nicht zumuten wollen. Unsere Tochter ist eine kleine Elfe, die mit Tieren und Pflanzen spricht und unser Sohn ist ein kleiner Wikinger, immer auf Entdeckungstour. Beide würden sich in der Großstadt niemals wohlfühlen.

Naja und so fahre ich jeden Tag brav sehr lange Bahn.
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Beitragvon Mike » 23. Sep 2008 - 21:05


Hör mir auf... ich freu mich schon auf übernächste Woche. Ich glaub, ich bleib aufm Hotelzimmer und geh nur fürs Seminar kurz vor die Tür. Ich hasse es, wenn so viel Menschenmüll um mich herum ist. Auch, wenn sie nichts dafür können und wenn ich sie auch nicht wirklich kenne... aber es widerstrebt mir, in dieser gesichtslosen Masse zu schwimmen, wo man jederzeit von irgendwelchen Personen gestreift wird...

Die Arbeitschancen auf dem Land sind jetzt nicht gerade überragend, aber ich muss sagen, dass ich einer der Glücklichen bin, der in der Nähe was ergattern konnte... täglich nur 20 km mitm Auto (insgesamt), das kann sich sehen lassen. Und wenn ich heimkomm, begegne ich nicht ständig irgendwelchen Menschen. Ich bin nicht wirklich homophob (homodeim wohl eher... wenngleich das kein offizieller Begriff ist. Einfach etwas in der griechischen Mythologie nachschaun*g*).

Wobei man aber auch sagen muss, dass das Land auch Nachteile hat. Hier kennt dann fast jeder jeden, und mann kann nichts machen, ohne dass sich andre das Maul drüber zerreissen. Das ist jetzt hier in der Landkreis-stadt nicht so schlimm, aber in dem Ort, wo ich vorher gewohnt hab (10 km weiter) schon...
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Beitragvon Sydney » 23. Sep 2008 - 21:18


Keine Angst mein Kleiner, wenn es zu schlimm wird komm ich und rette dich. :bussi:

Man kann es bei uns auch richtig beobachten, wie die Bahn von der Großstadt aufs Land raus von Jahr zu Jahr voller und voller wird und es wird auf dem Land gebaut und gebaut.
Familien bleibt ja oft auch kaum was anderes als aufs Land zu gehen, weil in der Stadt etwas bezahlbares zu finden ist mehr als schwer.

Mit gemischten Gefühlen sehe ich die von Mike schon angesprochene All-bekanntheit. Wenn ich bei uns zu Budni gehe, dann werde ich mit Namen begrüßt und beim Bäcker spricht man mich drauf an, was meine Kinder vor einem Jahr gemacht haben. Die Nachbarn wissen immer alles, egal was es ist und wenn ein Auto, was hier nicht hergehört zulange hier steht, ohne das man weiß, ah der und der hat Besuch, da wird auch schon mal die Polizei gerufen. Überwachung total.

Aber eine sehr schöne Entwicklung hat unser Dorf.....die Jugend entwickelt einen sehr guten Musikgeschmack. Geht man ins "Dorfzentrum" trifft man auf dem weg dorthin mindestens einen Metaller....ist in der Großstadt nicht unbedingt so.
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Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon shadowflower1990 » 3. Dez 2008 - 20:01


ich bin stadtmensch, ich bin in berlin geboren und hier groß geworden.
aber 2 jahre musste ich mal zu meiner oma aufs dorf ziehen. -.-
dort war echt gar nichts los... mir war immer langweilig.
naja.. jetzt wohn ich aber wieder in berlin!


end of line.
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Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon Tristesse » 4. Dez 2008 - 20:40


Ich bin eindeutig ein Landmensch. Und sehe das wie Sao, auf dem Land bist du zu Hause und kann mal kurz in die Stadt etc.

Ich bin in einem kleinen Dorf mit 2.000 Einwohner in der Nähe von Heidelberg aufgewachsen.
Und habe bisher nie in einer grossen Stadt gelebt und kann daher das Stadtleben eigentlich garnicht beurteilen.

Im Moment lebe ich in einem Dort in der Schweiz, sehe jeden Morgen die verschneiten Berge und geniesse meine Ruhe.
An Sonntagen kommt es vor, dass ich nicht einmal ein Auto fahren höre.

Deshalb kommt mir der Lärm, wenn ich mal nach Zürich fahre, unerträglich vor. Ich kann nicht länger als 2 Stunden dort sein.
Ich fühle mich dann vollkommen erdrückt und bekomme meist Kopfschmerzen ob der vielen negativen Sinneseindrücken.

Ich könnte mir nie vorstellen direkt in einer Stadt zu Leben, meine Sinne und ich würden verenden.

Ich denke viele Stadtmenschen nehmen, gerade wenn sie in der Natur sind, einige Geräusche oder Gerüche nicht mehr so wahr, wie Menschen, die auf dem Land gross geworden sind.
.unausprechbar ist und namenlos, was meiner Seele Qual und Süße macht und auch noch der Hunger meiner Eingeweide ist.
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Landmensch vs. Stadtmensch

Beitragvon Nibiru » 31. Mär 2009 - 18:55


Ich bin in der großstadt geboren und aufgewachsen. Aber ich bin definitiv ein Landmensch. Meine ELtern haben einen kleinen Garten am Land, wo ich als Kind oft war. Für mich gibt es nichts schöneres, als bei einer Kerze im Freien zu sitzen, den Geruch der Natur einzuatmen, und in die Sterne zu blicken (Die man in der Stadt übrigens nichtmehr sieht). Ich liebe die Ruhe, die gelassenheit, die kommt, wenn man das Leben (wenn man kein Bauer ist) am Land/natur kennenlernt. Deshalb will ich auch umbedingt mal nach Neu Guinea.
Καὶ εἶδον οὐρανὸν καινὸν καὶ γῆν καινήν
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