Können Süßigkeiten einen Mord provozieren ?

Forum: Philosophische Psychologie


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Können Süßigkeiten einen Mord provozieren ?

Beitragvon Svart-Vinter » 23. Feb 2008 - 15:28


Unzurechnungsfähigkeit wegen Schokolade mit Bananencremefüllung - die legendäre "Twinkie-Verteidigung"

Das Urteil machte Geschichte: Dan White war durch ein Fenster des Rathauses von San Francisco geklettert,
hatte das Büro des Bürgermeisters betreten und diesen und einen Stadtrat erschossen.
Trotz dieses offenbar zielgerichteten Tathergangs verurteilte das Gericht den Täter nicht wegen Mordes, sondern nur wegen Totschlags.
Der Gutachter Martin Blinder hatte ihn nämlich als unzurechnungsfähig eingeschätzt.

Dan White hatte vor der Tat große Mengen an Twinkies gegessen und Cola getrunken.
Twinkies sind Schokoladenpralinen mit Bananencremefüllung.
Der viele Zucker habe die depressive Grundstimmung des Angeklagten stark verstärkt und zu seiner Tat geführt.
Dieses Argument ging als "Twinkie-Verteidigung" in die Rechtsgeschichte der USA ein.

Wissenschaftler vermuten schon länger, dass Süßigkeiten und Depressionen in einem kausalen Zusammenhang stehen.
Gemeint ist damit nicht nur, dass Zucker als Trostmittel missbraucht wird.
(In diesem Zusammenhang stellte das amerikanische Krebsforschungsinstitut fest:
Nach dem 11. September 2001 stellte jeder fünfte Amerikaner sein Essverhalten um und aß deutlich mehr Süßes.)

Forscher vermuten tatsächlich, das Zucker das Gehirn derart beeinflusst, dass Depressionen begünstigt,
wenn nicht sogar ausgelöst werden können.

Für den genauen Wirkungszusammenhang haben sie mehrere Thesen aufgestellt:

1. Der Zucker blockiert Endorphine, vom Körper selbst produzierte, glücklich machende Opiode.
2. Überzuckerung führt zu giftigen Stoffwechselprodukten und löst so eine negative Empfindung aus.
3. Der Zucker aktiviert Gehirnzentren, die für Depressionen verantwortlich sind. Definitiv erwiesen ist,
dass in Staaten, in denen der Zuckerverbrauch steigt, auch die Zahl der Depressionserkrankungen hochschnellt.

Thema entnommen der Zeitschrift "Welt der Wunder 2/08"


Glaubt ihr das es wirklich möglich ist?

Ich kenne es nur so, dass zu viele Süßigkeiten unruhig machen.
Bei Kindern ist das gut zu beobachten, das sie von zu viel Zucker unruhig und auch oft aggressiv werden.


Liebe Grüße, Vision.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Beitragvon Ategato » 8. Mär 2008 - 15:20


Ach ja, die legendäre Twinkie-Verteidigung...
Davon habe ich in der WdW-Zeitschrift vor einigen Wochen auch gelesen und war neben meinem Erfreuen an solch kuriosen Geschehenissen auch sehr überrascht. ^^

Vision hat geschrieben:Glaubt ihr das es wirklich möglich ist?


Es gibt viele Dinge, welche unmöglich erscheinen, aber trotzdem sind diese existent. Ich halte es durchaus für möglich, dass chemische/organische Stoffe (in dem Fall Zucker) den Menschen beeinflussen können, wenn auch nur begrenzt. Im Endeffekt ist es ja eine wissenschaftliche Erkenntnis (wäre ja schlimm, wenn nicht :roll:), dass der Mensch sich von Hormonen bzw. deren Blockierungen insofern manipulieren lässt, sodass Taten folgen.

Die Problematik bei der ganzen Sache ist nur, dass der Staat auch den Konsum von Süßigkeiten verbieten oder begrenzen könnte, um kriminelle Taten zu vermeiden. Also ich könnte ohne Süßes nicht leben :shock: Ich würde über Leichen gehen für einen "Wunderbar". Im wahrsten Sinne des Wortes ;)

MfG,
Psychotaxia
Alles Vergängliche ist eine Illusion.
Ategato

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