Das Helfersyndrom - Die hilflosen Helfer
Die Merkmale des Helfersyndroms sind:
- Betroffene haben ein geringes Selbstwertgefühl.
- Sie beziehen ihr Selbstvertrauen daraus, anderen zu helfen.
- Sie berücksichtigen manchmal die Wünsche desjenigen, dem sie helfen wollen, nicht, sondern drängen ihre Hilfe auf.
- Sie lehnen Unterstützung bei der Hilfe durch andere ab.
- Sie übersehen eigene körperliche Grenzen.
- Sie vernachlässigen eigene Bedürfnisse und Wünsche.
- Sie erwarten von den Menschen, denen sie helfen, Dankbarkeit und Anerkennung.
- Die Folgen des Helfersyndroms können Burnout, Depressionen, psychosomatische Erkrankungen sein.
Betroffene lernen in der Kindheit, sich von der Anerkennung durch andere abhängig zu machen.
Sie halten sich nur dann für liebenswert und wertvoll, wenn andere ihnen dankbar sind und sie für diese wichtig sind.
Sie fühlen sich in der Rolle des Märtyrers wohl, der sich für andere aufopfert.
Sie glauben, sonst nichts zu besitzen, als besonders leidensfähig und aufopferungsvoll zu sein.
Es ist ihr Weg, sich aufzuwerten und als etwas Besonderes zu sehen.
Ist das Problem also wirklich in der Kindheit zu suchen... ?
Der Weg aus der Sucht zu helfen
Sich aus dem Helfersyndrom zu befreien ist gar nicht so einfach.
Der erste Schritt besteht nämlich darin, zu erkennen und zu akzeptieren, dass sich hinter der Hilfsbereitschaft ein "eigennütziges" Motiv verbirgt.
Das Helfen ist nur Mittel zum Zweck.
Betroffene wollen sich wichtig und gebraucht fühlen und so ihr Selbstwertgefühl steigern.
Dann, wenn Betroffene akzeptieren, dass hinter ihrer Hilfsbereitschaft in erster Linie eigene Interessen und Bedürfnisse stehen,
gilt es herauszufinden, wie sie das Bedürfnis nach Anerkennung auf anderem Wege als durch Helfen erfüllen können.
Häufig ist hierzu eine psychotherapeutische Unterstützung notwendig.
Betroffene müssen z.B. herausfinden: "Wer bin ich, wenn ich nicht in der Rolle des Helfers bin?" und "Welche Wünsche habe ich für MEIN Leben?"
Ziel einer solchen Psychotherapie ist, das sich Betroffene wertvoll fühlen, ohne etwas dafür zu tun, ohne anderen helfen zu müssen.
Quellen:
- http://www.psychotipps.com/helfersyndrom.html -
- http://www.altenpflegeschueler.de/psych ... yndrom.php -
Ich hatte viele Jahre eine enge Freundschaft zu einer Betroffenen, damals war mir noch nicht klar, das sie an dem Helfersyndrom leidet.
Heute weiß ich, das die Betroffenen wirklich darunter leiden.
Durch das Helfen verdrängen sie ihre eigenen Sorgen, Ängste und Gefühle, einfach alles.
Irgendwann sagte sie zu mir, das sie an diesem Helfersyndrom leidet und das sie einfach keine Kraft mehr hat, sie war völlig ausgebrannt.
Wenn man Betroffenen begegnet, dann merkt man eigentlich gar nicht, welche Ambitionen hinter der angebotenen Hilfe stecken.
Seid ihr auch schon betroffenen Menschen begegnet?
Liebe Grüße, Vision...

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