Grund für Berufswahl

Forum: Berufliche Erfahrungen


Schule, Studium, Arbeitslosigkeit, Orientierungsphase, Berufe und Traumberufe.




Grund für Berufswahl

Beitragvon Mike » 11. Nov 2008 - 22:21


Angeregt von einem anderen Thema würds mich Mal interessieren, weswegen ihr den Beruf erwählt habt, den ihr... nun ja... erwählt habt :D

Sao und Haderlumpin arbeiten ja im sozialen Bereich. Was hat euch dazu bewogen, gerade im sozialen Bereich zu arbeiten, der ja mehr an die persönliche Substanz geht als jetzt ein Bürojob oder irgend ne andere Arbeit?

Ich arbeite im technischen Bereich, sprich Computer-Heini. Ich hab mich schon seit frühester Jugend für den PC und das Drum-Rum interessiert, wenngleich auch nicht in der Intensität, wie so manch anderer. Mich hat mehr die Software-Seite fasziniert. Zudem ist die Arbeit relativ unpersönlich und mit recht wenig Menschenkontakt verbunden, was mir noch zusätzlich entgegen gekommen ist.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Beitragvon Haderlumpin » 12. Nov 2008 - 09:14


Das ist leicht aber auch nicht leicht zu beantworten...

Ganz grundlegend waren für mich Menschen, insbesondere menschliches Verhalten schon immer interessant. Das allein ist es aber sicherlich nicht, denn ich interessiere mich auch für Tiere, was besonders als Kind zum Berufswunsch Tierärztin geführt und mich auch erstmal zur Biologie getrieben hat. Ebenso zeichne ich gern und hätte mir auch was in dem Bereich vorstellen können. Entscheidend war wohl eher das Herzblut...die Erkenntnis, dass ich in der Beschäftigung mit menschlichen Problemen aufgehe und dauerhaft Elan entwickeln kann.

Ich könnte mir in diesem ziemlich difussen Umriss zig Teilgründe vorstellen. Vielleicht ist es der Einfluss meiner Stiefmutter, die auch im sozialen Bereich tätig ist, obwohl mir das aus verschiedensten Gründen nicht allzu plausibel erscheint. Möglich ist auch, dass ich einen Gegenpol zum inneren Rückzug brauche oder dass ich in der chaotischen Postmoderne für meinen Identitätsentwurf noch ein Ideal gebraucht habe...vielleicht kompensiere ich auch irgendwelche verschleppten Schuldgefühle, wer weiß..

Da fällt mir grade etwas ein: "Wie ich auszog, die Welt zu retten und mit einer Flasche Schnaps und einem melancholischen Lächeln zurück kam.."
"Dass das Leben Höhen und Tiefen kennt, weiß auch der moderne Mensch, aber in seinen Augen kommt eigentlich nur den Höhen ein Recht auf Existenz zu, die Tiefen haben es verwirkt, ihnen droht die Höchststrafe der Moderne, die Abschaffung und Entsorgung." (Wilhelm Schmid)
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Beitragvon Svart-Vinter » 12. Nov 2008 - 16:53


Als es damals auf das Ende der Schulzeit hinauslief, hatte ich keine speziellen Vorstellungen, in welche Richtung es beruflich gehen soll.

Als ich dann eine Berufsschule besuchte, mussten wir halt in einem Jahr ein Praktikum für ein paar Monate machen
und auch da hatte ich überhaupt keine Vorstellungen.
Ich wurde also einfach irgendwo hin vermittelt und habe es über mich ergehen lassen.

Das war dann das Altenheim, mir hat es gleich von Anfang an gut gefallen,
so dass ich dann genau auf meinen 18. Geburtstag die Schule abbrach und voll übernommen wurde als Praktikantin.
Zu dem Zeitpunkt habe ich dann schon ganze 800 DM verdient, musste aber auch eine Menge leisten,
aber ich konnte davon schon meine eigene Wohnung bezahlen.

Ich hätte selbst nie gedacht, dass mir das so gut gefallen würde, aber ich bin wirklich aufgeblüht in dem Job,
nach 2 1/2 Jahren Praktikum fing ich dann die Ausbildung zur Altenpflegerin an.
Als ich meinen letzten Tag im Altenheim hatte, war das grausam, ich musste weinen ohne Ende und meine Chefin war so traurig darum,
dass sie den ganzen Dienst über mit einem langen Gesicht und übelst gelaunt rum lief.

Sie sagte auch, dass sie damit nicht so richtig klar kommt, dass ich jetzt einfach weg bin,
da ich zu dem Zeitpunkt eine der besten und zuverlässigsten Mitarbeiter war, aber ich sagte zu ihr,
dass ich wieder kommen werde hehe.

Das tat ich dann auch.

Die Ausbildung war in Blockunterricht aufgeteilt, also 3 Monate Theorie und 3 Monate Praxis,
während der Theorie habe ich auf 400 Euro Basis wieder dort gearbeitet, nur da war ich schon nicht mehr die Alte.

Ich war nicht mehr so flink und fit und meine Einstellungen hatten sich stark geändert,
da wir in der Ausbildung auf 100 % Menschlichkeit getrimmt wurden und irgendwann sah ich dann,
was ich in den 2 1/2 Jahren Praktikum wirklich war und getan habe.

Ich habe gearbeitet wie ein Tier, wie man es von mir verlangte, aber ich habe die Menschen abgerichtet,
mehr oder weniger, von Menschlichkeit war da nicht viel zu sehen.

Es gab dann auch irgendwann Gespräche, was mit mir los sei und ich sagte ihnen auch die Wahrheit, sie haben es eingesehen,
aber gesagt, dass ich trotzdem etwas schneller werden muss, na ja ich habe mir dann Mühe gegeben.
Irgendwann brach ich unter diesem Zwiespalt psychisch zusammen, ich habe mich von meinem einstigen Traumberuf abgewandt und mir wurde klar,
dass ich nie mehr in einem Altenheim arbeiten möchte.

Die Bedingungen sprechen gegen meine Vorstellung vom Umgang mit Menschen.

Nun arbeite ich seit über 2 Jahren schon nicht mehr in der Altenpflege, aber was mir trotzdem immer gut gefallen hat,
waren eben die alten Leute, die alle samt sehr unterschiedlich waren und ihr Leben bereits hinter sich hatten und somit auch viel erzählen konnten.
Ich habe viel von ihnen gelernt und ihre absolute Reife wirkte auf mich sehr attraktiv.

Ich mag Menschen, die viel erlebt haben, die gezeichnet sind und trotzdem noch leben wollen.

Manche von ihnen hat man richtig ins Herz geschlossen, manche haben sofort gesehen,
wenn mit einem was nicht stimmt und fragten dann danach wie es geht...

Es war familiär.

Für mich ist klar, das mein Job mich ausfüllen muss, es muss einer sein, der mir Spaß macht, sonst leide ich darunter.
Wenn es im Job gut läuft, dann wirkt sich das auch positiv aufs Privatleben aus.

Ich könnte niemals einen Job machen, wo eine Routine absehbar ist oder der mir keinen oder nur ansatzweise keinen Spaß macht.
Ich brauche auf jeden Fall das Gefühl, ausgelastet zu sein, körperlich und auch geistig.

Die Arbeit mit Tieren könnte ich mir auch vorstellen, auch die Arbeit als Computer-Heini, wobei mir hier die Abwechslung fehlen würde.

Aber als Zweitjob würde ich es tun.


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Mike » 12. Nov 2008 - 19:38


Ne gewisse Abwechslung hast du als Computer-Heini schon auch. Dadurch, dass sich die Soft- und Hardware-Branche regelmäßig ändert und jedes Jahr die Hard/Software des Vorjahres schon fast wieder veraltet ist, musst du dich ständig neu einarbeiten. In der Ausbildung hieß es so schön, dass man als IT-ler (InformationsTechnologie) seinen Beruf alle 5 Jahre komplett neu lernt.

Ich hab damals am Gymnasium auch einige Praktika absolviert. Eine in nem IT-Beruf (aber nur 2 oder 3 Tage lang) und dann noch eine Woche im Sprachheilkindergarten. Ausserdem dann noch kurz vorm Zivi (den ich letzten Endes nicht machen musste, da ausgemustert) zwei Tage bei Caritas mitgefahren, mobile Krankenbetreuung... es war eine etwas andere Erfahrung.

Ich hatte auch Mal geplant, Psychologie zu studieren und als "Psychodoktor" zu arbeiten. Es ist nun Mal ein interessantes Themengebiet, und ich hab diesen Drang, anderen Menschen zu helfen. Auch, wenn sich das manchmal anders anhört in meinen Beiträgen. Diese beiden an sich widersprüchlichen Aussagen passen schon recht gut zusammen... aber man muss nicht alles erklären.
Letzten Endes hab ich mich aber gegen ein Studium entschieden. Zum Einen, weil ich endlich Geld verdienen und ausziehen wollte von zu Hause. Zum Anderen, weil ich im Laufe der Zeit zu der Einstellung gekommen bin, dass Menschen sich seltenst wirklich helfen lassen wollen, selbst wenn sie um Hilfe bitten. Und da kommt dann wieder die Verachtung ins Spiel.
Ein weiterer Punkt ist der, dass - wenn ich jemandem schon helfen will - ihm WIRKLICH helfen will, unabhängig davon was Normen oder Vorschriften sagen. Ich will niemandem einreden, dass sein Leben besser wäre, wenn ich erkenne, dass der Selbstmord eine nur verständliche Lösung wäre.

Dafür bin ich jetzt soweit, dass ich eine Ausbildung sowie Berufserfahrung hab und mich per Fernstudium in den Bereichen fortbilde, die mich wirklich interessieren. Mittlerweile denke ich habe ich auch die geistige Reife, das wirklich durchzuziehen - es ist schließlich eine freie Entscheidung.
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Beitragvon The_Sorrow » 14. Nov 2008 - 19:02


Naja....da kann ich jetzt noch nicht so mitreden ich habe lediglich den Wunsch irgendwas in Bezug auf Geschichte zu machen. Da mich das alles sehr interessiert und einige Dinge der Vergangenheit unser tägliches Leben noch heute beeinflussen, außerdem kann man an der Geschichte teilweise sehen in wiefern sich die Zukunft entwickeln könnte.

Wenn das nicht klappt würde ich am liebsten etwas im Bereich Landschaftsbau machen. Da es mir einerseits Spass macht und andererseits ungemein Beruhigt und man weiß nach so einem Tag was man gemacht hat :D.
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Beitragvon Nibiru » 1. Apr 2009 - 00:28


Ich werde noch studieren, und zwar Paläonthologie oder Archäologie ? Wieso? Weil ichs einfach super spannend finde und das meine wahren Interessen sind. Ich liebe die Urzeit, die Dinosaurier, und alles was damals war, erscheint mir wie eine andere Welt in der es soviel zu endecken gab. Bei der Archäologie genauso - nur halt auf Kulturen bezogen.

Aber derzeit hab ich eine Lehre als Imker. Wieso? Ich bin gern in der Natur, ich mag Insekten/Tiere. Ausserdem hat man in dem Beruf super chancen ins Ausland zu kommen. Nach Indien, Australien, Süd Amerika, Asien evtl auch in den nahen Osten wo ich gerne hinwürde usw. Aber wenn dies zuende ist, wird oben genanntes in Angriff genommen.
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Re: Grund für Berufswahl

Beitragvon Thanatos » 23. Nov 2009 - 00:21


... Berufung.
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Re: Grund für Berufswahl

Beitragvon Mina » 29. Dez 2009 - 00:00


Berufswahl? - Das ist ja ein Thema für mich *g*
So ganz abgeschlossene habe ich das ganze noch nicht.
Bin ja zur Zeit auch noch in der Ausbildung. (Gesundheits - und Krankenpflegerin, - die gute alte Krankenschwester gibt es ja nicht mehr).
Wieso ich mich dafür entschieden habe: Eigentlich war die Entscheidung dazu recht kurzfristig. Ich hatte erst mal ziemlich lange keine Ahnung was ich beruflich machen will. Bin daraufhin erst mal weiter zur Schule gegangen. Dachte mir, dann mach ich besser erst mal Abi, bevor ich nichts tue,und dann kann ich noch immer weitersehen.
Irgendwann war ich dann so weit das ich das ganze in zwei richtigen eingeschränkt hatte. Entweder wollte ich in den naturwissenschaftlichen Bereich, Richtung Bio, Biomedizin oä. oder "irgendwas mit Menschen" :lol:

Nunja, gleich nach der Schule zu studieren war aufgrund meines NC's unrealistisch. Also musste erst mal eine Ausbildung her.
Nachdem meine Bewerbungen für Biologielaborant erfolglos waren habe ich erneut überlegt was ich tun soll.
Und dann kam mir der Gedanke das ich mich ja mal als Krankenschwester bewerben könnte. Was ich dann auch getan habe. Und ne Ausbildungsstelle habe ich auch bekommen, also hab ich das dann auch angefangen.
Und bisher macht es mir auch Spaß.
Mir erzählt zwar jeder zweite ob ich nich was "anständiges" hätte machen können. Aber ich finde den Beruf "anständig" und mit "dummes blondchen, das von nichts ne Ahnung hat" hat das ganze auch nichts zu tun.
Ich habe den ganzen Tag mit Menschen zu tun, es ergeben sich oft auch mal interessante Gespräche (wenn auch meist leider viel zu kurz). und interessant ist das theoretische dazu auch noch. (natürlich nicht alles).
Für mich ist das momentan schon noch ein sehr schöner Beruf. Und ich bin ganz glücklich das mir diese Idee noch kam.

Ob ich ewig in dem Beruf bleiben werde weiß ich nicht. Ich glaube es noch nicht wirklich. Vielleicht doch noch studieren später mal. Aber auch da bin ich noch unsicher was es werden wird. Wenn ich mir das jetzt alles zurecht legen würde was ich noch machen will, würde ich es eh alles kurz vorher wieder übern Haufen werfen und ändern.

Aber ein Bürojob wäre denke ich gar nichts für mich. Mir ist ja schon die Zeit, die ich jetzt am Schreibtisch mit Doku verbringe zu viel. :mrgreen:
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Re: Grund für Berufswahl

Beitragvon Svart-Vinter » 29. Dez 2009 - 11:52


Ich bin mittlerweile in der Familienpflege gelandet.

Bin jetzt seit genau 2 Jahren bei der Caritas angestellt und habe eine Familie fest zu versorgen,
dann kam neulich noch ein älterer Mann hinzu und zwischendurch mal Einsätze in anderen Familien als Urlaubsvertretung.
Es ist ganz spannend mal in andere Familien zu blicken.

Ich denke aber, dass ich auch in diesem Beruf nicht ewig verweilen werde.


Viele Grüße.
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Re: Grund für Berufswahl

Beitragvon Nibiru » 19. Feb 2010 - 01:48


Ich bin übrigens schon lange kein Imker mehr. Ich studiere jetzt Altorientalistik an der universität. Mein ziel ist die Vorderasiatische Archäologie.
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