Gewalt in der Ehe oder Beziehung

Forum: Philosophische Psychologie


Wie funktioniert die Psyche des Menschen? Was bestimmt unser Verhalten und unsere Handlungen?




Beitragvon Lucivar » 17. Jun 2008 - 14:01


Wahngott hat geschrieben:Hmm, ich (Mann, denk ich) schlage keine Frauen und keife wildfremde Männer an, wenn sie nur die Hand gegen eine Frau heben.
Ich persönlich kann es nicht verstehen, aber ich sehe den Grund in der Evolution. Die Frau war einfach schon immer die Niedere in unserer Rasse. Und das meine ich sicher nicht Frauenfeindlich.
Auch wenn viele Männer heutzutage die Gleichheit erkennen ist es unterbewusst doch noch eine Dominante Meinung, dass die Frau zu gehorchen hat. Und gerade solche Situationen sind es doch, die beim Mann die Wut schüren.
Ein "wo warst du?" wird ihn aufregen, da er meint, sich nicht vor einer Frau rechtfertigen zu müssen.

Mit dem Thema hab' ich mich nie sonderlich beschäftigt, es ist nur eine Theorie bzw. eine These.


Ich denke, es lieg eher eine Persoenlichkeitsstoerung zugrunde (wie z. B. ausgepraegter Narzissmus),
die durch solche alten Klischees noch gefoerdert wird...


Vordb hat geschrieben:Meine Meinung zu dem Thema, man sollte generell immer versuchen,
Konflikte mit Worten zu lösen.
Wenn dies nicht geht, dann läßt man es sein und geht...
Weil sinnlos....

Sollte aber irgendwer die Faust gegen einen erheben, und zuschlagen,
ganz gleich ob die Partnerin zuschlägt oder der Partner, sollte sich der der geschlagen wird, MIT ALLEN MITTELN zur Wehr setzen, zumindest um den Schlagenden "kampfunfähig" zu machen und zu entkommnen.

Ob nun der betrunkene Freund auf seine Freundin einprügeln will, und sie ihm mal herzhaft einen Tritt in den Klingelbeutel verpaßt, oder eben die Freundin aufeinmal zur prügelnden Furie wird....
Viele sagen, Gewalt sein keinen Lösung, aber es ist ERST RECHT KEINE, sie sich gefallen zu lassen.... :evil:

Ebenso sollte man sich, sobald sowas auch nur einmal vorkommt, sofort trennen. Nix zweite Chance, nix "Der Alkohol war schuld"
Denn die Katze läßt das mausen nicht :!:


Ich denke, gerade DAS, das Wehren und das tatsaechliche Loslassen von diesen Menschen ist eines der
Hauptprobleme. Natuerlich wuerden wir als Aussenstehende sagen hey was soll das, dem wuerd ich eine
reinbraten, dass die Zaehne im A*sch Klavier spielen! Aber in Wahrheit ist Angst ein schrecklicher Sumpf,
zusaetzlich zu dem Sumpf, den der Partner aufbaut. Es waere schwer, dem einen zu entkommen,
aber aus eigener Kraft allein allen beiden zu entkommen ist schier unmoeglich. Wir duerfen
nicht vergessen, dass Schlaeger eine gewisse Abhaengigkeit mit ihrem Wechselspiel erzeugen und wenn
die nicht mehr hilft wird der psychische und physische Terror erhoeht, in solchen Zustaenden reagieren
Menschen voellig anders als wir, wir, die wir aussen stehen und es nur sehen aber nicht fuehlen.

Gleichzeitig wird man nur mit Worten bei solchen Menschen nicht weiter kommen. Vereinfacht betrachtet
steht der Partner so weit unter ihnen, dass es eher einem Herrscher-Beherrschter Verhaeltnis
gleicht denn einer gleichwertigen Partnerschaft. Haette damals ein Beherrschter rebelliert, nicht
auszudenken, was das fuer eine Dreistigkeit waere, nicht anders erscheint es den gewaltbereiten Menschen
in ihrer wahnhaft kranken Weltanschauung. Es gilt die Losung "Schlagen, Zuechtigen, notfalls toeten"... gut,
die galt damals, letzterer Aspekt faellt fuer gewoehnlich - aber nicht immer! - weg!
Aus diesem Vergleich kann man auch erklaeren wie das mit dem Fremdgehen gesehen werden kann.
Der Herrscher hat einfach Rechte und Privilegien, die der Beherrschte nicht mal ansatzweise in Erwaegung
ziehen darf! Er ist kein Mensch, er ist Eigentum und dient allein dem beherrschenden Glied der "Beziehung"
und hat gehorsam und dienbar zu sein! Ansonsten...

Wir muessen verstehen, dass diese Menschen krankhaft ihren Willen aufzwingen muessen, SIE sind das
herrschende Glied und ALLES hat sich nach DIESEM Herrscher verdammt noch mal zu richten, was schwaecher
ist - und in der Regel sind es ja labile Partner - der wird mit aller Gewalt unterdrueckt. Ich moechte hinzufuegen,
dass, wenn der Partner sich schon als zu starken Gegner und doch noch ungewollt gleichstark erweist, dass
in dem Fall die Kinder herangezogen werden. Aber natuerlich nur dann, wenn der gleichwertige Partner es
nicht bemerkt... was auch sonst!

"Du magst Eis, du magst Eis, du liebst Eis, du kannst ohne Eis nicht leben, ohne Eis bist du hoffnungslos, deine Existenz ist sinnlos - ohne Eis. Ohne Eis bist du ein Scheiss."

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Beitragvon Gast » 17. Jun 2008 - 14:22


Evolution ist niemals Klischee, denn jedes Verhaltensmuster ist aus bestimmten Grund im Menschen verankert.
Sicher spielen aber auch heutige Aspekte eine Rolle, auch wenn es Druck am Arbeitsplatz oder ähnliches ist.
Die Geschichte kann man allerdings nie aus dem Spiel halten.
Gast


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Beitragvon Lucivar » 17. Jun 2008 - 14:48


klar kann man die Evolution nich raushalten, aber das is ein Gesellschaftsbild und keine Evolution,
dass der Mann die Frau unter sich stellt. Ich mein, daraus hat sich ja der Mensch nicht entwickelt :augly:

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Beitragvon Anxiolytika » 17. Jun 2008 - 14:50


Wahngott:
Die Ansicht, dass Frauen grundsätzlich unter dem Mann einzuordnen sind hat NICHTS mit Evolution zu tun.
In der Evolution haben sich durchaus bestimme Aufgabenbereiche entwickelt, aber keiner davon war "besser" oder "schlechter" als der andere.
In manchen anderen Kulturen sind die Frauen in Beziehungen und auch im gesammten sozialen Leben dominanter als die Männer.
(Wie es sich hier bei uns verhält halte ich aber auch für diskutabel. Auch in einem Patriarchat sind nicht alle Männer Patriarchen, ebenso natürlich wie umgekehrt (siehe Signatur))
Hier leben wir in einem patriarchialischen System, aber das ist nicht evolutionär bedingt und so zu tun, als sei es eine rein biologische Frage ist schlichtweg ignorant, Wahngott.


Abgesehen davon stimme ich Lucivar und auch Vordb zu, was die Problematik des "Sumpfes" angeht.
Es ist sicher nicht leicht, aber als Außenstehender ist das doch das einzige, was man raten kann. Nämlich, dass der betreffende sich wehren muss, so schwer es auch fällt. und da gilt wiedermal die Devise, je früher desto besser bzw. auch einfacher.
Es ist auch grundsätzlich eine Sache der Reflektion, denke ich. Man muss seine Beziehung ständig reflektieren um zu erkennen, wenn eventuell auf einmal was schief läuft.

Allerdings sind auch die "Gewaltanwender" noch menschen. Man kann es sich nicht so einfach machen, dass sie krank seien oder ähnliches. gerade da liegt ja auch das Problem des Opfers. Ich glaube Lucivar hatte das auch schon erwähnt. Der "Schläger" hat dann ja durchaus auch andere Seiten, unter anderem die "verletzliche". Oft passiert es, dass der Partner sich aus lauter Fürsorge so unterwirft, dass er von allein nicht mehr aus der Situation aufstehen kann.
Problematisch ist dann wohl in dem Zusammenhang mit der Eifersucht auch noch, dass der unterdrückte Partner kaum mehr Freunde hat. Er wird in die totale Abhängigkeit getrieben, vor allem emotional, daher ist auch das Helfen in solchen Situationen so unendlich schwierig.
Ich sage erneut: Früherkennung.
Ich rate also allen permanent zu reflektieren, um solchen Sümpfen vorzubeugen.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
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Beitragvon Lucivar » 17. Jun 2008 - 15:03



Allerdings sind auch die "Gewaltanwender" noch menschen. Man kann es sich nicht so einfach machen, dass sie krank seien oder ähnliches.


Ja aber WAS fuer welche! Ich meine, klar, wir sind alle nur Menschen, es waren auch nur Menschen,
die ins World Trade Centre reingeflogen sind. Will sagen, ein psychisch kranker bzw. ein Mensch mit
extremer Weltanschauung ist durchaus eine Gefahr, wenn man bedenkt, dass Adolf Hitler auch nur ein
Mensch war, der aber Untertanen hatte (ein hoeriges Volk).

Allerdings stimme ich zu, dass diese unterdrueckten Menschen kaum oder wenige Freunde haben, dafuer
sorgt auch der Beherrschende. Es ist also dringend ratsam, wenn man auch nur im Bekanntenkreis
solche Menschen erkennt, ihnen eine Hilfe zu geben. Wenn wir immer vor ner Scherbe stehen und niemals einer
kommt, der uns sagt,wir sollen das von weiter weg betrachten, dann merken wir nie, dass wir in Wahrheit vor
einem Mosaik standen.
:gruebl:

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Beitragvon Anxiolytika » 17. Jun 2008 - 16:06


Die Taten sind nicht weniger schlimm, dass hab ich auch nicht gemeint.
Aber die Motivation für diese ist meiner Meinung nach, wie schon zuerst beschrieben, eher Hilflosigkeit. Die Täter wissen sich eben nicht anders zu helfen. Das hat aber mit Krankheit nichts zu tun, nach meiner Definition.
Über die Auswirkungen sind wir uns aber einig: Ganz gleich welche Motivation dahinter steckt, die Tat wird dadurch natürlich nicht gerechtfertigt.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
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Beitragvon The_Sorrow » 17. Jun 2008 - 21:19


Meiner Meinung nach haben diese Männer kein großes Selbstvertrauen oder sind cholerisch und eifersüchtig, vielleicht auch eine Mischung aus alldem allerdings versteh ich das nicht sie sollte sich was anderes suchen umm ihren Ego aufzubauen,ich persönlich verabscheue es einen weiblichen Menschen
zuschlagen vll ist das auch eine Anerzogenen Hemmung aber ehrlich gesagt find ich es auch besser so.
Es gibt natürlich auch noch den Faktor der Erziehung der damit reinspielt,
ein Mann kann entweder durch seine Erziehung Gewaltbereit sein oder Frauenfeindlich tendenzen aufweisen die dann in Gewalt ausarten.
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Beitragvon Lucivar » 17. Jun 2008 - 21:24


Ich bin immer noch von einer gestoerten Persoenlichkeit ueberzeugt, natuerlich spielen auch die
Aspekte des Temperamentes mit hinein, ob nun Choleriker und wenn ja, wie viel, ich denke, das ist
sogar ein sehr grosser Aspekt..

http://www.narzissmus.net/
nur noch mal, in die Runde geworfen, ich glaube, viele wissen gar nich genau, was ein Narzisst ist.. :gruebl:

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Beitragvon Anxiolytika » 17. Jun 2008 - 21:29


Auf jeden Fall denke es ist nicht unbedingt narzisstisch. Kann es sicher auch sein. Aber ich halte eher das Gegenteil für logisch.
Aber ich schau mir deinen Link trotzdem mal an. *klick*

[edit: ahja. also eine reine Infoseite zu dem Begriff.
Ist mir aber zu viel zum druchlesen.]
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Beitragvon Lucivar » 17. Jun 2008 - 21:35


Ich hab mich ausgiebiger mit Narzissten beschaeftigt und JA, sie NEIGEN zu dieser
Persoenlichkeit, stark sogar

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