Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Svart-Vinter » 14. Nov 2009 - 10:20


Genau deswegen habe ich meinen Zahnarzt gewechselt und aus diversen anderen Gründen.

Ich habe innerhalb von drei Jahren knapp 1000 Euro da gelassen, er hatte sich für die Wurzelbehandlungen bezahlen lassen mit der Aussage,
die Krankenkasse übernimmt ab Baujahr '79 aufwärts nur die Hälfte der Behandlung, ich bin von Baujahr '81,
also musste ich die Kosten tragen...

Na ja irgendwann kam ich mal in den Genuss eine andere Zahnärztin zu fragen, die mir dann sagte, dass es im eigenen Ermessen liegt,
ob sich der Zahnarzt bezahlen lässt oder nicht, da gäbe es komische Gesetze etc.
Seitdem habe ich den Zahnarzt gewechselt und bin viel zufriedener wie vorher, denn die Ärztin nimmt kein Geld für Wurzelbehandlungen.
Bisher musste ich bei ihr erst einmal 40 Euro zahlen für eine komplizierte Aufbaufüllung.

Ich spreche die Vermutung eigentlich nur ungern aus, aber mein vorheriger Zahnarzt,
hat wahrscheinlich auch viel mehr gemacht als nötig war.

Für dieses Jahr habe ich meine Zahnbehandlungen durch, es waren einige schmerzhafte Behandlungen dabei,
zwischendurch hat sich wieder eine Wurzel entzündet (genau wie letztes Jahr), aber ich hab auch das mal wieder überlebt.
Mich machen diese Behandlungen immer mürbe im Kopf.

Jede einzelne Behandlung zieht an meiner Substanz, es reicht eigentlich schon, bloß einen Termin zu haben um nervös zu werden.
Man weiß ja nie was einen dort erwartet.

Aber bei der neuen Zahnärztin war ich wirklich sehr gut betreut, sie hat sich sehr viel Zeit genommen, auch für meine Fragen.
Einmal musste ich als Notfall zu einem anderen Arzt in der selben Praxis (Gemeinschaftspraxis) und der Mann war auch super,
er fragte mich während der Behandlung, "ob ich zufrieden sei mit der Behandlung".
So etwas hat mich noch nie ein Zahnarzt gefragt... antworten konnte ich ihm leider nicht, da ich ja die ganzen Geräte im Mund hatte hehe...
Das fand ich wiederum etwas ulkig von ihm, trotzdem macht es einen sehr professionellen Eindruck, wenn man so etwas gefragt wird.

Na ja... man muss wahrscheinlich in seinem Leben einige Ärzte ausprobieren, bis man genau das gefunden hat,
was man sich vorstellt und wo man sich in guten Händen fühlt.


Viele Grüße.
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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Svart-Vinter » 15. Apr 2010 - 20:54


Hier melde ich mich auch mal wieder zu Wort.

Nächste Woche Dienstag muss ich operiert werden, das Ganze soll in Vollnarkose stattfinden.
Bei mir müssen 2 Wurzelspitzenresektionen vorgenommen werden.

Kann mir jemand was aufmunterndes sagen?

Hat das schon mal jemand erlebt? Wenn ja, dann erzählt doch mal etwas darüber.

Ich hab Schiss inne Buxe :(
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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Mike » 16. Apr 2010 - 10:20


Mit Vollnarkose dürfte das doch gar nicht so schlimm sein. Dann kriegst von all dem zumindest nichts mit und denkst nicht ständig "Was macht er denn jetzt? Und was macht er JETZT? Und JETZT?".

Ich hatte bisher noch nie Vollnarkose beim Zahnarzt, hatte aber auch noch nie was "größeres". Weisheitszähne ziehen und Wurzelbehandlung gingen bei mir immer mit normaler Betäubung vonstatten. Das Schlimme daran ist eigtl. nur während du da liegst und bei Bewusstsein bist, mMn, weil man sich da eben drauf versteifen kann, was grad passiert.

Kopf hoch, das wirst schon heil überstehen :-)
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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Svart-Vinter » 20. Apr 2010 - 15:03


Da haste sicherlich recht...

Jedenfalls habe ich es überlebt, wie man sehen kann.

Falls es jemanden interessiert und ich bin mir ganz sicher, dass es da draußen Menschen gibt,
die sich im Netz auf die Suche nach Informationen begeben, genau wie ich es tat.
Für diejenigen werde ich meine Eindrücke hier festhalten.

WSR (Wurzelspitzenresektion) in Vollnarkose

So bald man den Termin für die OP bekommt, spielt sich die Zeit bis zum Termin wie in einem Film ab, es kommt einem alles unwirklich vor.

Heute morgen war es dann so weit, eine Freundin hat mich zur MKG Chirurgie gefahren, ich war sehr aufgeregt.
Gegessen und getrunken habe ich natürlich nicht, 6 Stunden davor kein Essen und 4 Stunden davor kein Trinken
und eigentlich auch kein Rauchen.

Ich habe kurz davor geraucht und habe es überlebt, nur so viel dazu.

Als wir in der Klinik eintrafen, stellte sich der Narkosearzt und die Narkoseschwester vor, beide sehr nett.

Er hatte noch ein paar Fragen und dann durfte ich auch meine Fragen stellen, ich hatte allerdings nur eine.

Wird die zu operierende Stelle trotzdem noch lokal betäubt? Ja!

Dann war ich schon etwas beruhigter und dann gings mit den beiden zusammen in das "Behandlungszimmer",
meine Freundin musste im Wartezimmer sitzen bleiben.
So hatte ich mir das zwar nicht gedacht, aber die Narkoseschwester hat meine Unruhe bemerkt und mir die Hand gehalten.

Echt toll, muss ich sagen, das hat mir fast alle Ängste genommen.

Ich wurde vorher noch darauf hingewiesen, dass ich intubiert werde und das dabei Schäden an den Zähnen entstehen könnten
und das es im Nachhinein im Rachen kratzen könnte.

Ich sollte mich dann auf den Stuhl setzen, musste aber nicht komplett flach liegen, sondern war nur etwas zurück gelehnt.
Der Doktor wollte mir dann über eine Kanüle den Zugang legen, ich hielt ihm den rechten Arm hin, er wollte aber gerne den linken Arm.

Okay, jetzt kommen gleich wieder die üblichen Sprüche, wenn ich den Ärmel meines linken Arms hochziehe, dachte ich mir.

Gesagt - getan.

"Also Frau P., ihre Tattoos haben doch bestimmt mehr weh getan..."

Innerlich habe ich mit den Augen gerollt hehe, mehr brauche ich auch gar nicht zu sagen.

Natürlich ergaben sich wegen der Tattoos Probleme die Vene zu finden ;)
Aber das lag nicht nur an den Tattoos, sondern hauptsächlich an der einst geplatzten Vene,
die mir ein anderer Arzt beim spritzen eines Beruhigungsmittels während einer Magenspiegelung zufügte.

Das habe ich dem Narkosearzt auch berichtet, dann hat er einfach eine Vene auf dem Handrücken genommen.

Dann gings los. Er stöpselte an die Kanüle das Narkosemittel, das über eine Spritzenpumpe sein Mittel auf den Weg schickte.

5 Sekunden später: "Oh, ich merke die Wirkung... ooohhh...ohh" und zack: weg war ich. Das geschah auch ca. 5 Sekunden später.
Ja und im Prinzip hatte ich hier schon das -für mich- Schlimmste überstanden.

Ich war weg und zwar völlig, denn keine gefühlte Minute später wurde ich wach,
weil jemand die ganze Zeit sehr sehr eindringlich meinen Namen rief, bis ich "Ja" sagte.

Das zweite was ich sagte als ich das Gesicht meiner Freundin sah "Ich habs geschafft, Gott sei Dank" :-)

Dann fing ich an, tierisch zu frieren und war noch sehr müde.
Innerhalb der nächsten 10 Minuten wurde mir wieder warm durch eine Decke und die Wirkung der Narkose ließ schlagartig nach.
Ich setzte mich auf und ein paar Minuten später stand ich auf.

Kurz habe ich noch mit den Ärzten geredet, der Operateur meinte: "In dem einen Zahn war schon eine ganz schöne Entzündung drin!"
Das dachte ich mir fast, da es ja auch schon sehr lange weh getan hat, wenn ich am Zahnfleisch des Zahnes gedrückt habe.
Er sagte aber auch, dass die Wurzelspitzenresektion nicht ewig funktionieren wird,
also früher oder später würde ich diese beiden Zähne verlieren.

Na ja, dann wurde noch ein Röntgenbild gemacht und ich durfte gehen.

Insgesamt hatten wir einen Aufenthalt von 2 1/2 Stunden in der Praxis.

Ich habe ein Rezept über Novalgin-Tropfen bekommen (Novalgin mag ich persönlich nicht so, aber scheint wohl Standard zu sein).

Die lokale Betäubung ließ relativ schnell nach, ich habe jetzt Schmerzen, klar, aber ich muss sagen,
dass ich schlimmere Schmerzen erwartet habe.
Vielleicht kommt das noch....

Die Backe ist während der Rückfahrt angeschwollen, erst in Form eines kleinen Ei's und nun ist die Schwellung schon größer.
Es blutet immer noch, ich muss auch sagen, dass es ekelig und unangenehm ist, ich habe leichte Halsschmerzen von der Intubation,
aber das alles und die dazugehörigen Schmerzen sind anders als wenn man akute Zahnschmerzen hat, wo die Wurzel Ärger macht.

Die Wunde wurde genäht und ich merke die Fäden, die pieksen mir in der Backe.

Jetzt soll ich in 10 Tagen nochmal dahin, dann werden die Fäden gezogen.

Mal sehen, wie sich die nächsten Tage gestalten, ich hoffe, dass es gut verläuft.

Von der Narkose ist mir immer noch ganz leicht schwindelig, aber ich habe keine Übelkeit danach gehabt, so wie es oft vor kommt.

Insgesamt war alles nicht so schlimm wie es mir vorgestellt hatte, das ist ja meistens so.

Ich wünsche allen WSR's, weil so nennt man Euch nach der WSR nämlich (Sprechstundenhilfe am Telefon zum Arzt: "Wann soll die WSR wieder kommen?" ;) )
ganz viel Kraft, ihr schafft das und Ihr werdet es überleben.


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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Mike » 20. Apr 2010 - 15:20


Freut mich zu hören, dass es gut verlaufen ist. Ich erspar mir jetzt den Spruch "Siehst, war doch gar nicht so schlimm", da ich genau weiß, was solche Sprüche auslösen können ;-)

Und ja... den Kommentar mit den Tätowierungen kenn ich auch irgendwoher. Ich hab zwar keine Angst vor Nadeln, aber ich mags einfach nicht, wenn jemand Nadeln in mich steckt. Ich darf mir aber jedes Mal (und ich mein wirklich JEDES Mal) wenn ich beim Hausarzt bin anhören "Mensch, wie groß bist du jetzt? Bestimmt 2 Meter, oder? Ich kenn dich ja noch wo du soooooo klein warst". Ja, klasse, jedes Mal wieder lächle ich und antworte nur "Naja, nicht ganz, 1,95 rum". Einfach so tun als obs ein Running Gag wär... ^^

Scheint ganz so, als ob du nen glücklichen Handgriff hattest mit den Ärzten. Da kann man ja manchmal auch nen richtigen Griff ins Klo landen.

Und das mit der geplatzten Vene hört sich ja... krass an.
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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Svart-Vinter » 20. Apr 2010 - 15:30


Angst vor Nadeln habe ich mittlerweile eigentlich nicht mehr, da ich ja schon viele Spritzen bekommen habe, gerade beim Zahnarzt.

Aber ja, es war wohl eher ein Running Gag :-)

Mit der geplatzten Vene: Er wollte das dann natürlich gerne selber überprüfen, den weiteren Verlauf kannte ich ja schon von Blutabnahmen.
Er legte mir das Gummi um den Arm und klopfte auf die Ellenbeuge und ich fands einfach nur lustig, ich wusste ja, dass er da nichts findet.

Ich habe die geplatzte Vene schon oft verflucht, da es bei Ärzten eben immer wieder zur Aussprache über den Grund kommt, immer die gleiche Leier.
Nur leider kann ich dem Arzt, der das verursacht hat, nicht böse sein, da es jedem passieren kann.
Er hat halt einfach ein bisschen zu schnell gespritzt oder die Vene war in irgendeiner Weise schon vorbelastet, was ich aber eher nicht glaube.

Na ja...
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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Svart-Vinter » 17. Mai 2010 - 14:04


WSR (Wurzelspitzenresektion) in Vollnarkose Teil II

Nachdem ich vor knapp einem Monat operiert worden bin, geht die Geschichte weiter.
Ein paar Stunden nachdem ich den Beitrag "WSR (Wurzelspitzenresektion) in Vollnarkose" verfasst habe, bekam ich starke Schmerzen. Auf einer Skala von 1 - 10, würde ich den Schmerz mit einer 8 beschreiben, also unerträglich schmerzhaft.

Die Novalgin-Tropfen haben nicht geholfen.

Schlafen konnte ich auch nicht, da ich extrem aktiv war nach der OP und zwar noch bis weit nach 24 Uhr.

Andere liegen nach einer Narkose den ganzen Tag flach und bei mir wollte das einfach nicht kommen.
Ich habe dann einfach eine Dolormin Tablette genommen und gefühlte 5 Minuten später kam endlich die schmerzstillende Wirkung.
In dem Moment muss ich ziemlich high ausgesehen haben, denn ich bekam das Grinsen nicht mehr von den Lippen.

Die Tablette war die Erlösung.

Am nächsten Tag bin ich auch gleich wieder arbeiten gegangen, mir gings nicht schlecht, außer ein paar flüchtigen Wundschmerzen und drücken im Kiefer beim herunter beugen.
Aber mit diesen Tatsachen konnte ich gut umgehen.

Die Backe war relativ stark angeschwollen und es bildeten sich lustige Farben, was natürlich sämtliche Blicke auf mich zog und sicherlich dachten auch einige, ich wäre einem gewalttätigen Menschen ausgesetzt.

2 Tage nach der OP brauchte ich schon für 4 Tage keine Schmerzmittel mehr, aber nach den 4 Tagen kamen unangenehme Schmerzen wieder, deswegen musste ich nochmal 2 weitere Tage Schmerzmittel nehmen und dann waren auch schon fast die 10 Tage um.

Ich bekam die Fäden gezogen und konnte (wie ich in einem anderen Thread beschrieb) einen Blick in das OP-Protokoll werfen.

In 3 Monaten soll ich nochmal dahin zur Kontrolle und damit ist die Sache beim Chirurgen dann auch abgeschlossen.

Heute war ich dann bei meinem normalen Zahnarzt um die weitere Behandlung zu besprechen, denn die operierten Zähne müssen überkront werden.
Das passiert aber erst alles, wenn der Chirurg in 3 Monaten sein OK gibt.

Heute kann ich sagen, dass ich froh bin, diesen Schritt gegangen zu sein, denn hätte ich damals den Arzt nicht gewechselt, wäre ich heute diese 2 Zähne los.

4 Wochen nach der OP ist ein kleiner Bereich um den 4.6er herum immer noch taub, aber es lässt langsam aber merklich nach.
Ein paar Wochen könnte es noch dauern bis das Gefühl wieder ganz da ist.

Das wars erstmal :)


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Re: Geschichten vom Besuch beim Zahnarzt

Beitragvon Mike » 17. Mai 2010 - 14:27


Na, da bin ich Mal froh dass alles so gut ausgegangen ist und auch keine "Folgeschäden" aufgetreten sind :-)
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