Gedankenverbrechen

Forum: Kriminalpsychologie - Bekannte Mordfälle


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Gedankenverbrechen

Beitragvon Svart-Vinter » 5. Mai 2008 - 10:16


Ein Gedankenverbrechen war z.B. in Japan eine Straftat, die nicht unbedingt im herkömmlichen Sinne begangen werden muss.

Es zählt, je nach Interpretation, schon entweder die Wahrscheinlichkeit oder der Wunsch eine Straftat in der Zukunft zu begehen.
Weltweite Bekanntheit erlangte der Begriff durch den Roman 1984 von George Orwell,
der von 1941 bis 1943 bei der BBC die Aufgabe hatte, antijapanische Propaganda zu betreiben.

Der weltweit beachtete Roman führte nach seinem Erscheinen zu teilweise sehr kontroversen Debatten über den Begriff Gedankenverbrechen, z. B.:

- ob bereits der Gedanke ein Verbrechen sein kann,
- oder ob erst die Umsetzung der Gedanken eine Straftat ist,
- ab wann der Gedanke über ein Verbrechen beginnt, zum Plan und damit zum Willen zu werden und
- ab wann die Strafbarkeit für ein noch nicht ausgeführtes Verbrechen beginnt


Ein Zitat aus dem Buch:

"Gedankenverbrechen führt nicht zu Tod, Gedankenverbrechen ist der Tod!" -- Orwell, "1984"


Ein Gesetz aus Österreich besagt Folgendes:

§ 15 Strafbarkeit des Versuches

(1) Die Strafdrohungen gegen vorsätzliches Handeln gelten nicht nur für die vollendete Tat, sondern auch für den Versuch und für jede Beteiligung an einem Versuch.
(2) Die Tat ist versucht, sobald der Täter seinen Entschluss, sie auszuführen oder einen anderen dazu zu bestimmen (§ 12), durch eine der Ausführung unmittelbar vorangehende Handlung betätigt.
(3) Der Versuch und die Beteiligung daran sind nicht strafbar, wenn die Vollendung der Tat mangels persönlicher Eigenschaften oder Verhältnisse, die das Gesetz beim Handelnden voraussetzt, oder nach der Art der Handlung oder des Gegenstands, an dem die Tat begangen wurde, unter keinen Umständen möglich war



Seht ihr das auch so? Ist der Gedanke an einen Mord bereits ein Verbrechen?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Gast » 5. Mai 2008 - 13:01


Ich meine der Auszug aus dem Österreichischen Recht beschreibt das schon ganz gut.
Der Gedanke allein ist keine Straftat..
Erst, wenn man den entschluss gefasst hat die entsprechende Tat auch zu begehen, ost es ein Verbrechen.
Man könnte das vielleicht im kleineren diskutieren, um es leichter nachvollziehbar zu machen.
(wer von uns kann behaupten schonmal gewollt zu haben, jemanden zu ermorden..)
nemen wir also das Beispiel Ehebruch.
Der ehebruch sei also ein Vergehen gegen den Partner.
Ich es auch schon ein vergehen überhaupt daran zu denken?
Oder ist es erst ein vergehen, wenn man es auch getan hat?
Oder ist es so (wie das Gesetz es beschrieben hat), dass es schon schlimm ist, wenn man es vor hatte (und es z.B. an äußeren Umständen scheiterte), aber nicht schlimm, wenn man den Gedanken hatte, ihn aber von sich selbst aus nicht umsetzen wollte oder "konnte"?

Also. ich persönlich würde dem letzten soweit erstmal zustimmen.
Der gedanke ist kein Verbrechen.
Erst der Wille ihn in die Tat umzusetzen wär demnach eines.
Gast


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Beitragvon Svart-Vinter » 5. Mai 2008 - 13:54


Der Schritt von:

Der gedanke ist kein Verbrechen.


bis dahin:

Erst der Wille ihn in die Tat umzusetzen wär demnach eines.


ist nicht groß, oder? Kann man das überhaupt selber kontrollieren?

Oft ist es leider der Fall, dass man Dummheiten begeht und danach merkt, das man das so gar nicht wollte.
Also hat man sich nicht unter Kontrolle gehabt in dem Moment.

Ich meine, der Wille ist ein besonders starkes Instrument, das nicht immer einfach zu bändigen ist.
Es könnte ja auch so sein, dass der Wille "es zu tun" da ist, aber man es trotzdem nicht tut.

Wie heißt die Phase zwischen Denken und Wollen?
Ich stelle mir vor, dass diese Phase die Entscheidende ist.


Viele Grüße.
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Beitragvon Gast » 5. Mai 2008 - 14:39


und damit gibst du auch schon den hinweis auf die Antwort..
"entscheidung".
und wenn man eine Tat begeht, ohne es zu wollen, plediert man wohl ohnehin auf unzurechnungsfähigkeit ..
ich hatte das nun eher auf die situation bezogen, wo man psychisch auch ganz anwesend ist.
ein gedankenverbrechen kann ja nicht statfinden, wenn man sich keine gedanken macht.
aber der Gedanke an sich ist kein verbrechen..
erst der Entschluss (ich sage nun mal bewusst nicht "Wille") diese Gedanken in eine Tat umzusetzen macht das Verbrechen.
klar kannst du denken "ich will, dass du stirbst".. aber es ist weit davon entfernt etwas dafür zu tun, dass sich dieser "wille" auch erfüllt.
die bereitschaft zur tat ist das entscheidende.
nicht nur in dieser thematik, sondern in vielen Lebensbereichen.
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Beitragvon Hagazussa » 5. Mai 2008 - 19:36


Ich finde: Gedanken sind frei

Was meint Ihr, was ich schon alles "gedanklich" gemacht habe.
Und damit bin ich ganz gewiss nicht alleine.

Das ist doch der totale Irrsinn, wenn man für seine Gedanken bestraft
werden könnte.

Erst die "Umsetzung" des Gedanken, also wenn man seine Gedanken
in die Tat umsetzt, wäre das eine Straftat.
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
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Beitragvon r.Evo » 12. Mai 2008 - 23:53


Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. (usw..)

Wäre das Erste was mir dazu einfällt.. natürlich ist erst die Umsetzung eine "Straftat", aber moralische Fragen an geltendem Recht festmachen...? (;

In meinen Augen wir jemandem der sich keine Mühe gibt seine Gedanken zu "lenken" irgendwann etwas "heraussrutschen". Hierin liegt dann das eigentliche Potential für "Verbrechen".
"fighting~!!"
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Beitragvon Svart-Vinter » 13. Mai 2008 - 06:24


Das hast Du wunderschön gesagt und es stimmt.

Ich stimme Dir zu, aber was ist mit den Tätern, bei dem die Motive fest verankert in der Kindheit liegen?

Meistens oder sagen wir mal oft, hatten sie eine verdammt schwere Kindheit und werden dann Verbrecher... oder auch nicht.
In der Kindheit sind die Eltern und/oder die Schule dafür da,
um die Gedanken in die richtige Richtung zu lenken oder schaffen Kinder das schon von alleine?

Warum wird nicht aus jedem ein Verbrecher, der eine schlechte Kindheit hatte?


Viele Grüße.
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Beitragvon Gast » 13. Mai 2008 - 15:35


"Gedankenverbrechen führt nicht zu Tod, Gedankenverbrechen ist der Tod!" -- Orwell, "1984" ...


...sagt eigentlich schon alles. Eigentlich genügt als Bestrafung, allein böswillige Gedanken zu hegen. Ein Mensch, der wütend ist, ist eigentlich schon Teil der Kaskade: Aktion/Reaktion. Ich bin ja persönlich gegen die Klassifizierung von Verbrechen. Anpacken sollte man die Angelegenheiten dann doch lieber an der Wurzel.

Interessanter Filmtipp zum Thema: Minority Report mit unserem allseits beliebten, Scientology-Wahnsinnigen: Tom Cruise.
Gast


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Beitragvon Vordb » 31. Mai 2008 - 20:18


Das stimmt.
in dem Film werden glaube ich Verbrecher gefaßt bevor sie überhaupt ihre Verbrechen begehen, oder davon wissen das sie sie begehen werden.

zum Beitrag allgemein sag ich nur:

Zitat Al' Bundy:

Beschiß isses erst, wenn man erwischt wird.

noch kann niemand die Gedanken lesen.

und wenn ich jeden Tag daran denke, das Genick meiner Vorarbeiters unter die Schlagschere zu packen, kann mir das bis jetzt noch keiner beweißen!
Soviel dazu!
Ω
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Beitragvon Hagazussa » 31. Mai 2008 - 20:36


Vordb hat folgendes geschrieben
noch kann niemand die Gedanken lesen.

Und das ist auch gut so.....

Vordb hat folgendes geschrieben
und wenn ich jeden Tag daran denke, das Genick meiner Vorarbeiters unter die Schlagschere zu packen, kann mir das bis jetzt noch keiner beweißen!

Na na..., wer wird denn so böse Gedanken haben. :flirt:
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