Für Anspruchsvolle

Forum: Philosophie - Eigene Ansichten


Philosophie ist der Versuch des Menschen mit dem Mittel des Denkens sein Dasein, die von ihm wahrgenommene äußere Welt und sein eigenes Inneres zu erklären.




Für Anspruchsvolle

Beitragvon Hagazussa » 14. Aug 2008 - 21:53


Ich habe etwas gelesen, was mich nicht mehr los läßt.

Das ist zwar ein sehr schwieriger Text, dennoch sehr tiefsinnig.

(ich mußte ihn mehrmals lesen, um zu verstehen, was der Autor damit meint)


Wer die persönliche Unsterblichkeit leugnet,muß eine heroische Kraft der Resignation besitzten, um trotz dieser Verneinung
des Jenseits ein strebender, edler und idealer Mensch zu bleiben.
Wir können und dürfen uns weder mit dem völligen Verzicht auf das Jenseits, noch mit einem urteilslosen Glauben daran
begnügen.
Das eine entwürdigt, das andere bannt uns in geistige Knechtschaft.
Die heiße, große Sehnsucht, weder in das eine, noch in das andere dieser beiden Übel zu verfallen und darin stecken zu
bleiben, wohnt in den Herzen Unzähliger.


Was haltet Ihr davon?

Wie findet Ihr das?

Wie ist Eure Meinung dazu?


Bin gespannt auf Eure Antworten :D
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
Hagazussa

[ Ex-Team ]

[  Ex-Team ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 437
Registriert: 14.04.2008
Wohnort: Da wo ich zu Hause bin


Für Anspruchsvolle

Beitragvon Lirias » 14. Aug 2008 - 23:54


Der Mensch glaubt unweigerlich an die eigene Unsterblichkeit. Wenn dem nicht so wäre, könnte niemand in den Krieg ziehen. Jeder nimmt an, dass er irgendwie durch kommt.
Lirias

[ Anstaltsleitung ]

[ Anstaltsleitung ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 184
Registriert: 20.03.2008
Wohnort: Würzburg

Sternzeichen: Zwilling

Für Anspruchsvolle

Beitragvon Svart-Vinter » 15. Aug 2008 - 07:31


Ich glaube, dass dieses Zitat etwas mit dem Tod und der Angst davor zu tun hat.
Er spricht zwar die Unsterblichkeit an, was in diesem Sinne etwas gutes bedeutet, aber unsterblich sind wir nicht.

Wenn wir sterben, dann leben wir weiter in den Erinnerungen mancher während unser Körper bereits unter der Erde verwest.
Er ist der Meinung, dass man eher mit dem Glauben leben sollte "unsterblich" zu sein,
da man so besser leben könnte, als mit dem Wissen, das man sterblich ist.

So denke ich darüber.


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

[ Anstaltsleitung ]

[ Anstaltsleitung ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 904
Registriert: 05.01.2008

Sternzeichen: Schütze
Stimmung: bad request

Für Anspruchsvolle

Beitragvon The_Sorrow » 15. Aug 2008 - 19:36


Ich schließe mich Sao an das heist das er meint das die Gewissheit das unsere Existenz sobald wir sterben vollkommen ausgelöscht wird.Und das
ein Mensch sehr stark sein muss um sich dieser Tatsache zu stellen und nicht daran zu zerbrechen. Er sagt außerdem das man weder die Existenz eines Jenseits bestreiten soll noch das man sie ohne eigene Überlegungen dazu einfach glauben soll.Da das eine uns verletzt und Ohnmächtig vor Angst macht das andere uns aber in dem Verbissenen Glauben an ein Jenseits/an die Unsterblichkeit gefangen hält und uns für andere Sachen blind machen kann.
The_Sorrow

Mitglied

Mitglied

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 164
Registriert: 12.05.2008


Für Anspruchsvolle

Beitragvon Mike » 3. Sep 2008 - 19:25


Ich dachte früher auch, dass diejenigen, die sich ein jenseitiges Paradies oder eine unsterbliche Seele vorstellen würden, einfach nur Angst vor der Nicht-Existenz hätten.

Das Zitat selbst find ich nicht schlecht. Es beschreibt recht gut, was viele denken. Wenn es kein Jenseits gibt, keine Fortexistenz, wofür sollte man dann nach Höherem streben? Weshalb nicht raubend und vergewaltigend durch die Lande ziehen, weshalb verhält man sich dennoch anders?
Andererseits sollte man nicht an die Unsterblichkeit glauben mit dem Gedanken "Was du heute nicht kannst besorgen, verschiebe auf morgen" (Mal etwas umgedreht der Spruch*g*), zudem sollte man nicht an ein festes Bild glauben, ohne einen Blick hinter das Bild zu wagen. Denn wir lernen jeden Tag dazu (wenn wir es zulassen), und das bringt es auch zwangsweise mit sich, dass man sein Weltbild von Zeit zu Zeit etwas umstellen oder ganz auf den Kopf stellen muss. Würden wir jedoch fest an etwas glauben, wären wir blind für diese neuen Erkenntnisse.

In dem Film "Dogma" kommt da eine sehr schöne Weisheit rüber: "Glaubst du an Gott?" - "Ich habe eine IDEE davon" - "Sehr gut!". Das war die Erkenntnis aus einem vorhergehenden Gespräch: "Eine Idee lässt sich leichter ändern als ein Glaube".
Darüber sollte man vielleicht Mal nachdenken. Glaube ist recht schön und gut, aber er lässt sich nicht so leicht ändern, wenn man irgendwann WEIß, dass der Glaube nicht richtig ist.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008


Für Anspruchsvolle

Beitragvon Svart-Vinter » 18. Jan 2009 - 02:59


Ich habe hier auch noch etwas für Anspruchsvolle:

Es ist nichts mit der Moral: moralische Werte haben keine unbedingte Geltung, sondern sind nur in einer bestimmten Situation nützlich oder nutzlos.
Es ist nichts mit der Wahrheit: Unbezweifelbare, objektive und ewige Wahrheiten sind nicht erkennbar. Wahrheit ist stets subjektiv.
Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurückgeworfen.
Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel.


Was versteht Ihr darunter?


Viele Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

[ Anstaltsleitung ]

[ Anstaltsleitung ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 904
Registriert: 05.01.2008

Sternzeichen: Schütze
Stimmung: bad request

Für Anspruchsvolle

Beitragvon Mike » 22. Jan 2009 - 21:32


Zuerst Mal solltest du kenntlich machen, dass die vier Sätze nicht zusammengehören ;-)

Rollen wir das Feld von hinten auf:

"Die ewige Wiederkehr des Gleichen: Geschichte ist nicht finalistisch, es gibt keinen Fortschritt und kein Ziel. "

Der Satz ist eigentlich ganz logisch. Zum Einen, weil Kriege immer wieder mit den gleichen Argumenten begründet werden, die sich wiederholen. Es sind zwar unterschiedliche Argumente, aber wenn man den Zeitraum groß genug auswählt, den man betrachtet, dann sieht man, wie das ewig Gleiche wiederkehrt (obwohl es nie verloren ging, will ich noch hinzufügen *g*). Die Geschichte ist nicht wie in einem Buch, sie wird nie mit einem Schlusspunkt enden. Wie oft wurde gesagt, dass mit diesem letzten Krieg alles anders wird, dass man endlich unabhängig sein wird? Wie viele Menschen gab es, die auch wirklich selbst daran glaubten, dass sie für die gute Sache kämpften? Die Geschichte ist wie ein Rad, das sich so langsam dreht, dass es mehrere Generationen braucht, um wieder am Anfang anzukommen. Und dann beginnt es wieder von vorne, wie ein Perpetuum Mobile.


"Gott ist tot: Es existiert keine übergeordnete, ewige Instanz. Der Mensch ist auf sich selbst zurückgeworfen. "
Dieser Aussage kann ich nicht mehr wirklich zustimmen. Man kann vieles reininterpretieren, zum Beispiel dass diejenigen, die behaupten, Gott wäre tot, dem Menschen seine Verantwortung für das Leben zurückgeben wollen. Eine andere, dass der Ersteller der These Angst vor Gott hat und sich damit einreden will, dass niemand ausser der Mensch ihn zur Rechenschaft ziehen kann.

"Es ist nichts mit der Wahrheit: Unbezweifelbare, objektive und ewige Wahrheiten sind nicht erkennbar. Wahrheit ist stets subjektiv. "
Kann man so stehen lassen, finde ich. Die Wahrheit ist immer subjektiv. Ein Farbenblinder behauptet, ein Baum sei grau, ein nicht farbenblinder sagt, er sei grün. Beide haben Recht und doch hat irgendwie keiner Recht. Denn woher leiten wir die Wahrheit ab, welche Farbe der Baum hat? Wir leiten sie aus unserem eigenen Erkenntnisvermögen ab, sind somit komplett auf uns allein gestellt. Natürlich haben wir den göttlichen Funken in uns, aber nicht jeder erkennt ihn.
Ausserdem kann es sein, dass ein Kind komplett anders erzogen wird wie andere Kinder. Nehmen wir Mal an, die Eltern bezeichnen in Gegenwart des Kindes einen Bleistift immer nur als "Auto" und ein Auto nur als "Bleistift". Komisches Beispiel, aber ich finds ganz schlüssig ;-)
Aber das Zitat beisst sich auch irgendwie. Denn es heißt "[.]objektive Wahrheiten sind NICHT ERKENNBAR[.]" und dann "Wahrheit ist stets subjektiv". Es gibt eine Wahrheit, und es ist richtig, dass sie für uns (noch) nicht erkennbar ist.

Und zu guter Letzt der Anfang:
"Es ist nichts mit der Moral: moralische Werte haben keine unbedingte Geltung, sondern sind nur in einer bestimmten Situation nützlich oder nutzlos. "
Da sag ich ein ganz entschiedenes Jein. Sie kommen nur in bestimmten Situationen zur Geltung, das stimmt. Aber sie haben eine große Auswirkung auf den Lebensweg der Person.

Und jetzt glaub ich geh ich ins Bett, bevor ich vor lauter Fieber und Gelenkschmerzen noch vom Stuhl kippe.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

[ Stationsleiter ]

[ Stationsleiter ]

Benutzeravatar
 
Status: Offline

Beiträge: 579
Registriert: 02.09.2008





Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste



cron