Faszination von Gruselfilmen und Gruselspielen

Forum: Parapsychologie - Grenzsituationen


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Faszination von Gruselfilmen und Gruselspielen

Beitragvon Nibiru » 22. Mai 2010 - 05:15


Wie kommt es eigentlich zu stande, dass sich Leute gruseln bei solchen Filmen? Was ist so gruseliges an Geistern ? Das ist eine Frage die ich mir schon lange stelle.. Für mich ist das Phänomen Geist einfach..hmm..lahm. Ich weiss nicht wieso, aber ein "Geist" hat irgendwie weder was gefährliches noch was abstoßendes an sich. In der regel sagt man ja, dass es Menschliche Seelen sind die nicht ins jenseits kommen oder sowas.(:/)..Aber für jemanden der nichts mit Menschen anfangen kann, kann ich noch weniger mit Geistern was anfangen. Ein Geist wäre demnach ja das Mensch-Feinstoffliche dass irgendwie versucht radau zu machen. Warum davor Angst haben? Eher lästig wie Ratten oder kakerlaken wennschon, aber nicht Angsteinflössend.

Nur ein Gedankenspiel..
Καὶ εἶδον οὐρανὸν καινὸν καὶ γῆν καινήν
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Re: Alternatives Ende in Filmen

Beitragvon Thanatos » 22. Mai 2010 - 09:19


Nibiru hat geschrieben:... Ein Geist wäre demnach ja das Mensch-Feinstoffliche dass irgendwie versucht radau zu machen. Warum davor Angst haben? ...


Wenns denn wenigstens feinstofflich wäre. Geister sind ja geläufigerweise eher nicht-stofflich...

Aber mal ernsthaft: Wenn man mal die Eigenschaften von Geistern zusammennimmt, dann sprechen diese sehr wohl rudimentäre Amgstsituationen des Menschen an. Sie sind unsichtbar und Feinde/Bedrohungen, die der Mensch nicht sieht, machen Angst. Sie sind unberechenbar, was ebenfalls beim Menschen für Stress sorgen kann. Es gibt kaum einen Weg, sich diese Dinger vom Leib zu halten (naja, die Literatur und das Fernsehen haben immer mal wieder Ideen diesbezüglich gehabt, aber bei mir stehen noch keine "Ghostbusters" im Telefonbuch). Sie sind im zweifelsfall wütend, rachsüchtig oder schlichtweg tödlich. Das nehme man einfach zusammen et voilà!

Natürlich steht das ganze mit dem Glauben oder Unglauben an übersinnliches bzw. metaphysisches. Aber wer dafür empfänglich ist, der wird sicher Angst bekommen, wenn wirklich aus unerklärlichen Gründen Türen zufliegen, Fenster sich nicht öffnen lassen oder scharfe und spitze Gegenstände durch die Luft fliegen. Es sei denn, diese Person ist einfach abgebrüht, wie ein Soldat, der selbst im tödlichsten Kugelhagel nen kühlen Kopf behält und sachlich seinen Dienst erledigt.

p.s.: Was das Gruseln bei Filmen angeht, so kann ich nur für mich sprechen, aber im Prinzip hängt es davon ab, inwiefern ich mir das dargestellte Szenario in Bezug auf mich selbst vorstellen könnte. Beispiel: Alien. Den Film hab ich viel zu früh in meiner Kindheit gesehen und hab dann alle schattigen Ecken gemieden, usw. Der erste Film schaffte halt den psychologischen Effekt wunderbar auszupielen: Eine unsichtbare (s.o.), absolut tödliche, gnadenlose, nicht-kommunikative Bedrohung, die aus dem Hinterhalt zuschlägt und auf grausame Art und Weise von jetzt auf gleich tötet... In den späteren Filmen hatte ich dieses Gefühl dann nicht mehr. Wohl einerseits, weil ich älter geworden war und Science-Fiction etwas nüchterner betrachtet habe, andererseits aber auch, weil die Macher von "Aliens" und "Alien 3" nicht mehr so sehr auf das psychologische Element setzten. Vor allem "Aliens" war ja mehr ein Action-Schinken. Dagegen hab ich mich dann bei "The Village" oder "Signs" nett gegruselt, weil mir diese Szenarien deutlich realitischer erschienen (zumindest bis zur Auflösung). Oder etwa "Cloverfield", eigentlich mehr eine Godzilla-Hommage (und ich hab mich bei den alten japanischen Streifen nie gegruselt, ob der Putzigkeit der Modelle und Effekte) und trotzdem ziemlich "gruselig", weil die Geschichte mal nicht aus der Perspektive abgebrühter Militärs (vgl. Will Smith in "Independence Day" o.ä.) sondern aus dem Blickwinkel einfacher Menschen ohne Chance auf Gegenwehr und ohne Überblick über die eigentliche Situation erzählt wird. Sowas macht Menschen Angst. Wenn man auf seine eigene Hilfs- und Bedeutungslosigkeit zurückgeworfen wird. Schafft es ein Regisseur, diesen Effekt zu erzielen, dann hat er bei mir jedenfalls gewonnen.
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Re: Wie Gruselfilme den Mensch verändern

Beitragvon Svart-Vinter » 22. Mai 2010 - 12:35


Sehr interessant was Ihr 2 da anschneidet, das ist meiner Meinung nach einen eigenen Thread wert, also entführe ich die beiden letzten Beiträge mal in ein neues Thema.

Ich möchte diese Fragen auch gerne beantworten, da ich eigentlich noch nie darüber nach gedacht habe, was mich eigentlich daran so stark interessiert.
Man müsste das Thema erstmal viel allgemeiner aufgreifen: Was fasziniert die Menschen überhaupt an diesen scheinbar nicht greifbaren Dingen?

Je mehr ich darüber nachdenke um so klarer wird mir, dass ich schon immer gerne Gruselfilme und auch Serien geschaut habe.
Ich denke, die Faszination wird durch das erheblich psychologische Potenzial ausgelöst, wie Thanatos auch schon sagt.
Das Spiel mit der Angst, das Zulassen von der Unwirklichkeit, das Nicht Wissen darüber, ob es sowas wirklich gibt.

Es ist eine Sache des Kopfes und auch der Psyche.

Für manche Menschen sind gruselige Tatsachen ein extremer Reiz.

Da jeder Mensch anders ist, wirken die Reize auch ganz unterschiedlich.
Jeder von uns hat vermutlich schon mehr als 2 verschiedene Typen von Menschen getroffen, die völlig anders mit diesen Reizen umgehen.
Auf den einen wirken sie stark und auf den anderen gar nicht und das hat auch etwas mit Glauben zu tun, da diese Sachen rein wissenschaftlich gesehen, nicht existieren sollen oder können.
Auch da gehen die Meinungen natürlich auseinander.

Was mich an Gruselfilmen begeistert?

Um es mal nicht geschwollen zu sagen: Ich finds geil! Ich liebe diese Art von Reizen, die Angst vor diesem schier nie lösbaren Mysterium.
Wenn ich Gruselfilme sehe, dann kribbelt es bei mir überall, es ist spannend ohne Ende und was besonders schön ist, es spricht die Phantasie an, den geistigen Horizont, der nicht immer präsent ist, man kann mal ganz anders denken als immer nur auf Wissenschaft und Alltagserfahrungen beruhend.

Es ist eben das Eintauchen in eine andere unbekannte Welt.

Und wann ist das schon mal möglich in der heutigen Zeit? Jedenfalls holt sich jeder Mensch solche Reize auf andere Wege.
Gruselfilme gehören für mich ganz normal mit zum Leben, es macht mir keine Angst, aber ich bin jetzt auch niemand, der überall einen Geist vermutet.
Dennoch habe ich das Denken, dass die Möglichkeit zur Existenz von Geistern bestehen könnte.
Welcher Film mich z.B. immer sehr angeregt hat, war die Reihe von Terminator, welcher nichts mit Geistern zu tun hat, aber für mich mit viel Horror.
Ich habe viel darüber nachgedacht und auch über die Wahrscheinlichkeit des Eintretens eines solchen Falles wie im Film.

Wie hoch ist die Möglichkeit wohl?

Ich denke, relativ hoch. So undenkbar ist es gar nicht bei dem heutigen technischen Fortschritt, um bei einer Maschine ein eigenes Bewusstsein zu entwickeln.

Um nochmal auf den Film zurück zu kommen woraus dieses Thema entstand:
Bei Paranormal Activity sieht man neben den sicht- und hörbaren Geisteraktivitäten in erster Linie ein abnormes menschliches Verhalten.
Abnormität stellt für viele Menschen eine hohe Attraktivität dar.

Alles was nicht normal ist, zieht das Interesse auf sich, das ist zu vergleichen mit dem Spruch:
"Mein Gesicht ist so hässlich wie ein Autounfall, man will eigentlich nicht hinsehen, aber man kann gar nicht anders als hinzusehen." (*g)

Abnormität spricht nicht jeden Menschen an, aber nach meinem Eindruck dürfte es trotzdem der größte Teil der Menschheit sein.
Mich fasziniert es in Gruselfilmen z.B. auch zu sehen, wie andere Menschen in gruseligen Situationen reagieren, denn da bekommt man Verhaltensweisen zu sehen, die eben nicht alltäglich sind.

@ Thanatos,

Bist Du der Meinung, dass es eine Urangst anspricht?

Oder könnte es vielleicht sein, dass diese "Angst" in der Kindheit geschaffen wird, wenn Kinder viel zu früh mit solchen Filmen in Berührung kommen?
Könnte sich der Mensch anders entwickeln, wenn er mit sowas gar nicht erst in Kontakt kommt?


Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
Svart-Vinter

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Re: Faszination von Gruselfilmen

Beitragvon IanSphere » 30. Jun 2010 - 23:46


Es ist die pure Angst, die wir spüren, wenn wir uns solche Filme anschauen.

Allerdings zähle ich mich noch nicht einmal zu den Filmschauern, sondern eher zu den Gruselspielspielern.
Und da habe ich ein für mich sehr einschneidendes Erlebnis:
Vor ein paar Jahren ist das Spiel F.E.A.R. erschienen. Wie der Titel schon verrät: Angst. Man muss dort durch Gänge und Korridore kriechen, durch verlassene Schulen laufen und eine verlassene Stadt besichtigen. Der Inhalt des Spiels war es, ein Mädchen zu finden. Man findet es auch, und zwar dort, wo man es am wenigsten erwartet. Ständig taucht es auf, in der Luft schwebend, Türen aufstoßend, die Gegend verwüstend. Ich konnte es nicht lange spielen. Es war unglaublich gruslig. Der Computer hebt das ganze in eine weitere Dimension, und die macht wirklich pure Angst!

Die Angst ist vlt auch die Abwechslung, die wir aus dem Alltag brauchen. Eine Flucht, aus den geborgenen Gefühlen in die Welt, die uns zeigt, wie verletzlich und ... anfällig wir sein können. Das ist vlt auch der Grund, warum wir danach noch so eine große Angst haben.

Gerne begebe ich mich nicht in diesen "Zustand", aber es ist ein unglaubliches Gefühl, ihn zu erleben.
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Re: Faszination von Gruselfilmen

Beitragvon Lirias » 6. Jul 2010 - 22:39


Hier könnte man fast ein neues Thema erstellen: Faszination von Gruselspielen.

Der Gruseleffekt von Filmen wird hier noch verstärkt, da man aktiv in die Handlung eingreifen kann. Man kann selbst entscheiden in welche Ecken man mit der Taschenlampe leuchtet und zusätzlich bekommt man das Gefühl, dass einem selbst etwas schlimmes passieren kann. In Filmen betrachtet man den Protagonisten wie ihm etwas wiederfährt, in Spielen bringt man sein virtuelles Ich selbst in diese Situation.

Es gibt hier meiner Meinung aber dennoch unterschiedliche Arten von Horror.
Viele kennen sicher den Shooter Doom. Dieser besteht viel aus Brutalität, Licht und Schatteneffekten sowie "wiederlichen" Elementen wie Innereien usw. Es entspricht sehr stark dem amerikanschen Horror.

F.E.A.R. hingegen lehnt sich meiner Meinung nach eher am japanischen Horror an. Es wird mit subtileren Mitteln wie leichten bis schweren Halluzinationen der Spielfigur gearbeitet. Zusätzlich wird eine psychische/metaphysische Ebene der Gewalt und der Visualisierung mit integriert. Das Mädchen, welches immer wieder im Spiel auftaucht ist z. B. so ein Element. Die Figur an sich passt einfach nicht in eine Militärbasis mit gerüsteten Soldaten, welche sich bekämpfen. Allein der Kontrast eines kleinen Mädchens in einem roten Mantel, mit schwarzen Haaren und einem nie erkennbaren Gesicht in dieser Umgebung schafft eine Atmospähre der Beklemmung.

Das Spiel Silent Hill arbeitet viel mit dem Erwarten von Ereignissen. Der größte Horror entsteht hier nicht durch das Monster, welches aus dem Schrank springt, sondern auf das warten darauf.
Um ein Beispiel zu nennen:
Man befindet sich in einer alten, verlassenen Schule und durchsucht gerade einen Raum mit Spinden. So gut wie jeder rechnet damit, dass in einem davon etwas sein muss was für einen Schockeffekt sorgt. Nachdem man also mit klopfendem Herzen alles durchsucht hat, wobei man immer wieder ein Klappern aus hören und sehen kann, passiert rein gar nichts. Man beruhigt sich und denkt, dass hier nichts passiert und die Effekte wohl in anderen Räumen zu erwarten sind. Sobald man sich allerdings umdreht und hinausgehen möchte, springt etwas aus einem bereits untersuchten Spind in der Nähe des Eingangs. Man hätte also einen kurzen, erwarteten Schockeffekt erzeugen können, hat diesen aber gegen eine lange Erwartung von eben diesem ausgetauscht.

Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen, ich wollte hier eigentlich keine Spielekritik schreiben.
Das erzeugen der Angst kann nur dann entstehen, wenn man beginnt sich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Dies wird, wie bereits erwähnt, dadurch verstärkt, wenn man die Handlungen dieser Person auch noch beeinflussen kann.
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Re: Faszination von Gruselfilmen und Gruselspielen

Beitragvon Mike » 7. Jul 2010 - 09:06


Ich hab F.E.A.R. auch gezockt, und fand es ehrlich gesagt klasse. Allerdings hab ich - um auch die richtige Atmosphäre zu schaffen - nur nachts gezockt, bzw. sobald es dunkel war. Licht war natürlich aus. Ich fand das Spiel einfach nur genial, und es hatte durchaus ein paar Szenen, in denen man so gespannt war, dass man wohl laut schreiend aufgesprungen wäre, wenns an der Tür geklingelt hätte.

Allerdings ist es - wie Lirias schon schrieb - wichtig, drauf hinzuweisen, ob es sich um Horror der japanischen oder der amerikanischen Richtung handelt. Die japanische Tradition hält sich an Atmosphäre, "langatmigen" Horror, wohingegen amerikanischer Horror mehr in Richtung Schock geht: ein lautes, plötzliches Geräusch, gefolgt von nem Adrenalinstoß von 0 auf 100 durch einen rasanten Szenenwechsel. Und während man nach nem amerikanischen Horrorfilm (der Moderne, sollte man vielleicht dazu sagen) den Fernseher ausschaltet und sich denkt "Pft... so, was mach ich jetzt, Rasenmähen, schlafen, zocken", macht man nach nem japanischen Horrorfilm den Fernseher aus und ist immer noch mit dem Grauen beschäftigt, da der japanische Horror eben subtiler ist.

Zumindest meine Sichtweise...

Was an Horror so faszinierend ist? Vielleicht weil es kontrollierbare Angst in kleinen Dosen ist. Wir fürchten uns, wissen aber doch dann genau, dass diese Furcht eigentlich nur vom Film, von etwas unwirklichem ausgeht. Und doch haben wir vielleicht irgendwie das Gefühl, dass Szenen aus Horrorfilmen in kleinen Bestandteilen wahr sind - vielleicht schwirrt da draussen wirklich ein Vampir, ein Monster etc. rum, von dem wir nix wissen. Faszination Angst.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Re: Wie Gruselfilme den Mensch verändern

Beitragvon Thanatos » 11. Jul 2010 - 00:25


Sao hat geschrieben:@ Thanatos,

Bist Du der Meinung, dass es eine Urangst anspricht?

Oder könnte es vielleicht sein, dass diese "Angst" in der Kindheit geschaffen wird, wenn Kinder viel zu früh mit solchen Filmen in Berührung kommen?
Könnte sich der Mensch anders entwickeln, wenn er mit sowas gar nicht erst in Kontakt kommt?


Ich bin ja eher vorsichtig, was Verallgemeinerungen dieser Art angeht, aber ich würde schon sagen, dass die Angst vor Dunkelheit bzw. die Angst vor großen Jägern aka "Raubtieren" schon einem ziemlich urtümlichen Verhaltensmuster entspricht. Dafür würde auch sprechen, dass es mit zunehmender Rationalität des Zuschauers ausgeblendet werden kann.
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