Eigene Definition: Depression

Forum: Psychopathologie - Psychische Störungen


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Eigene Definition: Depression

Beitragvon Svart-Vinter » 20. Mär 2008 - 11:18


Die Krankheit Depression ist weit verbreitet und gehört zu den schwerwiegendsten Krankheitsbildern mit äußerst qualvollen Begleiterscheinungen.
Diese können einen Menschen völlig zerstören und ihn seiner sozialen Bindungen berauben.

In Deutschland sind rund vier Millionen Menschen akut betroffen.

Mich würde interessieren wie ihr die Krankheit empfindet bzw. beschreiben würdet.

Wenn ich jemanden erklären müsste, was eine Depression ist oder wie sie sich anfühlt, dann würde ich es ungefähr so machen:

- manchmal wird man von vielen starken Gefühlen überrumpelt und weiß nicht wie man damit umgehen soll

- manchmal ist es aber auch so, das man gar nichts fühlt und das Gefühl hat, dass man zu Eis erstarrt

- man muss viel weinen oder kann gar keine Gefühle zulassen,
oft ist es schwer sich die Tränen in der Öffentlichkeit (Arbeit, Supermarkt) zurück zu halten

- der Alltag gestaltet sich schwierig, man kann sich nicht vorstellen wie man den Tag und überhaupt die nächste Zeit überleben soll

- viele Erinnerungen drängen sich auf, oft Erinnerungen, die man schon längst tief im seelischen Mülleimer begraben hat

- man fühlt sich nicht wie man selbst, sondern eher wie in einem anderen Körper,
die Haltung, Mimik und Gestik ändern sich spürbar und offensichtlich für Andere

- man fühlt sich alleine, auch wenn man es nicht ist

- alles um einen herum scheint so fern und nicht real, man denkt "in einer anderen Welt" zu sein

- Resignation und Realitätsverlust schleichen sich langsam in den Alltag

- Neid und Hass kommt auf, wenn man lächelnden und heiteren Menschen begegnet, man möchte auch gerne wieder heiter sein.


Seht ihr das auch so? Wie würdet ihr es beschreiben?


Viele Grüße, Vision.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon kriegnix » 19. Apr 2008 - 21:32


Depressionen sind absolut ernst zu nehmen und abhängig von verschiedenen Ursachen. Eine depressive Episode unterteilt sich unter Anderem auch in der Art der Entstehung. Die Unterteilung nach reaktiver, neurotischer oder endogener Ursache kommt hierbei zum Tragen.
Sie können sogar starke somatische Beschwerden auslösen, die leider oft genug erst spät miteinander in Verbindung gebracht werden. Magenschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Schmerzen im Brustbereich sind dabei die häufigsten Auswirkungen
Die Ursache eines depressiven Vorfalles heraus zu finden ist oft sehr mühsam, da der Betroffene oft selbst nicht ergründen kann, woher er kommen könnte.
Eine sehr intensive Anamnese ist zwingend Wobei die sozialen, gesellschaftlichen und intelektuellen Hintergründe nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Die persönliche Lebens-Philosophie und -Erfahrung spielt dabei natürlich auch eine große Rolle.
Insgesamt ein sehr interessantes und komplexes Thema........
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Beitragvon Lirias » 19. Apr 2008 - 21:48


Die Beschreibung von Vision trifft es gut. Die große Frage ist natürlich immer, was kann man dagegen tun? Ich habe schon mit viele gesprochen. Manche sind von einer ärztlichen Behandlung restlos überzeugt, andere stehen dem nur mit Abneigung gegenüber.
Liegt es nun an den ärzten oder kann man einfach nicht jedem mit der gleichen Behandlung helfen?
Habt ihr schon Erfahrungen mit einer Behandlung gemacht oder kennt jemanden?
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Beitragvon Hagazussa » 19. Apr 2008 - 21:51


Ich denke, das die sozialen und gesellschaftlichen Hintergründe eine sehr
große Rolle spielen. Und wenn der "Geist" bzw. die "Seele" leidet, dann
wird der Körper darauf seine Antwort geben. Sprich: Magenschmerzen,
Kopfschmerzen, Schlafstörungen u.s.w.

Aber wie sieht das aus, wenn jemand Interlektuell sehr hoch angesiedelt
ist, aber das gesellschaftliche und soziale Umfeld nicht zu diesem Menschen passen. Sind dann bei einem solchen Menschen Depressionen
vorprogrammiert?
Oder hat er die Intelligenz, zu begreifen, das es sein Umfeld ist, das ihn
über kurz oder lang, krank machen wird?
Kann der Mensch mit Intelligenz Depressionen verhindern?
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Beitragvon Lirias » 19. Apr 2008 - 22:02


Es hört sich makaber an, aber vielleicht denken intelligente Menschen einfach mehr nach. Viele große Persönlichkeiten der Geschichte litten unter Depressionen oder wiesen auf kurz oder lang ein exzentrisches Verhalten auf.
Wenn man begreift, was einen depressiv macht, löst dies das Problem leider nicht. Die Unfähigkeit dieses Problem zu lösen kann die ganze Situation noch viel schlimmer machen. Zum Gefühl des Unwohlseins kann dann auch noch tiefe Verzweiflung kommen.

Die Wahrscheinlichkeit auf starke Depressionen ist nach aktuellen Informationen leider auch vererbbar. Wobei zu überlegen ist, ob Eltern mit Depressionen ihren Kindern nicht unbewusst dieses Gefühl vermitteln.
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Beitragvon kriegnix » 19. Apr 2008 - 22:11


kann man einfach nicht jedem mit der gleichen Behandlung helfen?
Natürlich nicht. So unterschiedlich die Symptome sind, so unterschiedlich müssen auch die Methoden der Behandlung sein.

ob Eltern mit Depressionen ihren Kindern nicht unbewusst dieses Gefühl vermitteln.
Natürlich tun sie das. Die " Stimmung " im Elterhaus ist sehr stakr prägend für Kinder. Dazu kommt noch, daß Depressionen genetisch veranlagt sein können, sie lassen sich also auch vererben.

Kann der Mensch mit Intelligenz Depressionen verhindern?

Kann er nicht.
Was ihm bleibt ist, daß er die Möglichkeit hat, die Ursachen zu ergründen und evtl. besser damit umzugehen. Aber Inteligenz ist kein absoluter Schutz vor Depressionen Im Gegenteil, unterdrückte Depressionen können das Krankheitsbild radikal verschlechtern Es ist also manchmal gar nicht so falsch, depressiv zu sein, es kommt halt auf die Stärke dieser Schübe an....aber das ist ein sehr schwieriges Thema........
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Beitragvon Hagazussa » 19. Apr 2008 - 22:27


Natürlich prägt das Elternhaus...
Aber wenn Depressionen vererbbar sind, dann müßten sie doch auch
genetisch verankert sein. Oder?

Was ich gut nachvollziehen kann ist, wenn ein Mensch mit sehr viel Intelligenz in einem, für ihn völlig ungeeigneten Umfeld aufwächst.
Dann denkt dieser Mensch ganz bestimmt viel nach. Das kann dann
natürlich in Depressionen enden. Aber ist das Willkürlich?
Oder kann dieser Mensch, durch seine Intelligenz auch begreifen,
das er nur sein Umfeld wechseln muß?
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Beitragvon Lirias » 19. Apr 2008 - 22:41


Man kann sein Umfeld nunmal nicht einfach wechseln, in der Jugend kaum und in der Kindheit überhaupt nicht. Selbst wenn es die Möglichkeit gibt etwas zu ändern, wird man von der Depression gelähmt. Es ist ein Teufelskreis... oder eher eine Spirale, welche einen immer weiter hinab führt.
Die Chance etwas zu ändern, aber die Unfähigkeit es zu tun, machen es unglaublich schwer irgend eine Hoffnung zu sehen.
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Beitragvon kriegnix » 19. Apr 2008 - 22:58


Die Chance etwas zu ändern, aber die Unfähigkeit es zu tun, machen es unglaublich schwer irgend eine Hoffnung zu sehen
Das hört sich aber sehr depressiv an...... :)
Mal im Ernst,

wenn ein Mensch mit sehr viel Intelligenz in einem, für ihn völlig ungeeigneten Umfeld aufwächst.
Das denker aber sehr viele Menschen von sich...was natürlich auch ein Grund für "schlechte Laune" sein kann.......In diesem Zusammenhang fällt mir mal wieder ein Zitat von einem meiner alten Profs ein: " Lach nicht über die Doofheit der anderen, sie ist Deine Chance. " da steckt viel Sinn drinn.
Es ist eine Sache der persönlichen Einstellung und der Zufriedenheit ( lässt sich alles trainieren ), ob man sich wohl fühlt, oder in solchen Situationen dpressiv wird.
Nebenbei wird dieser Begriff oft zu leichfertig benutzt.
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Beitragvon Hagazussa » 19. Apr 2008 - 23:11


@Lirias
Ich meinte jetzt Depressionen im erwachsenen Alter. Als Kind kann man
da wohl nicht soviel machen. Höchstens sich ans Jugendamt oder so wenden, damit man sein Umfeld ändert.
Aber da fängt es ja an.
Was man als Kind vorgelebt bekommt, hält man für "normal". Ergo, denkt
man doch, man selber ist nicht normal und fängt an nachzudenken...
Und das, denke ich, ist der Anfang einer Depression.
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