Das Phänomen des "schlafenden Propheten" ist freilich keineswegs ein Relikt aus uralten Zeiten. Es tritt auch heute noch auf.
Sind wir Kinder des Atomzeitalters aber überhaupt dazu in der Lage, Erscheinungen, denen der Geruch des Magischen anhaftet, zu erkennen?
Edgar Cayce (1877-1945) war so ein Mann, der wenige Jahrhunderte früher zweifelsohne als "Magier" verbrannt worden wäre.
Er wuchs bei einfachen Bauersleuten in einem Vorort von Hopskinville in Kenntucky auf.
Zunächst machten sich seine Eltern keine größeren Sorgen, als Edgar von "unsichtbaren Spielgefährten" sprach.
"Das geht sicherlich bald vorüber", trösteten sie sich.
Edgar behauptete aber schließlich gar, er könnte mit den Geistern verstorbener Verwandter sprechen.
Der Junge entwickelte sich ansonsten normal. In der Schule kam er gut zurecht. Allerdings lernte er nicht wie seine Schulkameraden.
Er konnte sich in eine Art von Dämmerzustand versetzen und Wissen in diesem seltsamen Zustand in großen Mengen in kürzester Zeit speichern.
Diese Gabe verlor sich wieder.
Edgar musste die Schule schon nach der 7. Klasse verlassen. Der Weg zu einer höheren Bildung war ihm verschlossen.
Und doch verfügte der einfache Farmerssohn, der nie auch nur den Hauch einer medizinischen Ausbildung genossen hatte, über unglaubliches Wissen.
Damit half er sich selbst. Seine Gesundheit war nicht die Beste.
Manchmal befürchteten seine Eltern und die hinzugezogenen Ärzte das Schlimmste.
Edgar wurde ohnmächtig. Er sank in ein tiefes Koma. Sein Leben war bedroht. Würde er überhaupt wieder gesund werden?
War zu befürchten, dass der Junge bis an sein Ende ein Pflegefall sein würde?
Die Ärzte waren ratlos. Sie meinten, man könne nur abwarten.
Da geschah Seltsames: Edgar sprach, während er sich in einem traumähnlichen Trancezustand befand, klar und deutlich.
Er benutzte Begriffe, die er nie zuvor im Leben gehört haben konnte. Er beschrieb sachkundig seine eigene Krankheit.
Er nannte die Ursache für seine Fieberanfälle und krampfartigen Zuckungen.
Und er nannte eine Reihe von Substanzen. Daraus sei eine Salbe zu anzufertigen.
Und die müsste auf seine Wirbelsäule geschmiert werden. Natürlich waren die Ärzte skeptisch: "Das grenz doch an Magie!"
Sie befolgten aber den Anweisungen von Edgar. Er wurde gesund. Wenige Jahre später trat bei ihm neuerlich eine Krisensituation ein.
Während er (inzwischen 21 Jahre alt) als einfacher Verkäufer in einer Schreibwarengroßhandlung arbeitete, erkrankte er erneut.
Die Ärzte konnten nicht feststellen, woran er nun genau litt. Sie konstatierten nur eine "Lähmung der Stimmbänder".
Wieder war er es selbst, der Abhilfe schaffte.
Professor Alfred Lehmann sah in Träumen, die den Menschen Ursachen von Krankheiten enthüllen, nichts Ungewöhnliches.
In seinem tiefsten Inneren kenne der Mensch den eigenen Körper eben genauer, als ihm das bewusst sei.
So könnten dann Träume konkrete Hinweise auf Erkrankungen enthalten. Fälschlicherweise werde oft angenommen, dass diese Hinweise prophetisch seien.
Es gebe aber eine natürliche Erklärung: In seinem Innersten spüre der Mensch, dass er bald erkranken wird,
auch wenn äußerlich noch gar keine Symptome einer Krankheit wahrgenommen werden können.
Derlei "Erklärungen" gehen am Phänomen Edgar Cayce vorbei: Er war ganz offensichtlich krank.
Das sahen auch die Ärzte. Aber der Farmersjunge, der von Medizin keine Ahnung hatte, konnte präzise angeben,
welche Arzneien aus welchen Rohstoffen in welchem Verhältnis angerührt werden mussten. Seinen Traummitteilungen wurde Folge geleistet.
Die Arzneien wurden hergestellt. Sie halfen.
Edgar Cayce beschränkte sich auch nicht darauf, sich selbst Arznei gegen seine Leiden zu verschreiben. Er half auch anderen.
Das konnte er, weil die Ärzte, die von seinen erstaunlichen Fähigkeiten erfuhren, keinen falschen Stolz besaßen.
Sie konsultierten den "ungebildeten jungen Mann". Am 09. Oktober 1910 erschien in der angesehenen "New York Times" ein umfangreicher Bericht.
Der Titel klang sensationell: "Analphabet spielt in Hypnose Doktor".
Sachlich legte der Bericht dar, dass Dr. Wesley Ketchum in Boston vor einem erlauchten Kreis von Wissenschaftlern
die "zweifelsohne echten übersinnlichen Fähigkeiten" von Edgar Cayce geschildert hatte.
Der Bericht aus der "Times" machte Edgar Cayce weltweit zu einer Berühmtheit.
Hilfesuchende aus ganz Amerika, aber auch aus Übersee, die das Vertrauen in die Ärzteschaft verloren hatten, reisten an.
Andere schickten umfangreiche Berichte, in denen sie die Krankheiten beschrieben, an denen sie litten.
Ärzte aus aller Welt reisten an. Sie wollten das Phänomen des schlafenden Propheten ergründen.
Es gelang ihnen nicht.
Sie konnten nur die Fakten bestätigen: Edgar Cayce verfügte nur im traumähnlichen Trancezustand über scheinbar unbegrenztes medizinisches Wissen.
Edgar stand seinen eigenen Fähigkeiten zunächst skeptisch gegenüber.
Dr. med. Harmon H. Bro stellt in seinen grundlegenen Werk "Traumdeutungen" über den schlafenden Propheten fest:
"Medizinische Hilfe, das war die Form, in der sich seine hypnotischen Fähigkeiten zum ersten mal gezeigt hatten:
Ein Arzt seiner Heimatstadt hatte ihn gebeten, für Patienten Diagnosen zu stellen und Arzneien zu verschreiben -
wie es angeblich einige hypnotische Medien in Europa machten.
Die Idee war dem jungen Edgar Cayce regelrecht lächerlich vorgekommen.
Er hatte keinerlei Bildung außer der Volksschule, und seine berufliche Erfahrung beschränkte sich auf
das Verkaufen von Büchern in mehreren Buchhandlungen sowie auf Assistentenarbeiten bei einem Photographen.
Doch in bewusstlosen Zustand besaß er die Fähigkeit, den Körper eines Menschen zu untersuchen wie ein geistiger Röntgenstrahl;
er gebrauchte medizinische Ausdrücke, die er nie gehört hatte,
und beschrieb komplizierte Behandlungen oder empfahl die Überweisung von Patienten an Spezialisten."
Quelle: (Buch) Geheimnisvolle Welten - Die Kraft der Träume - Botschaften der Seele
Edgar Cayce begab sich innerhalb von 43 Jahren zwischen 1901 und 1944 schätzungsweise rund 25.000 bis 30.000 mal in Trance;
seine Antworten nannte er readings (Lesungen).
Bis 1923 wurden die meisten Antworten nicht aufgezeichnet.
Derzeit sind rund 14.000 readings verfügbar.
Edgar Cayce gab an, sich nach einer Trancesitzung nicht mehr an das erinnern zu können, was er gesagt habe.
Er erhalte die Informationen über das Unbewusste, das seinem Bewusstsein nicht zugänglich sei.
Ab 1923 zeichnete eine Sekretärin die readings auf und Cayce's Frau Gertrude Evans leitete die Sitzungen.
Zutiefst bedauere ich, das der wikipedia Artikel über diesen wundervollen Mann nicht ganz stimmt.
Edgar Cayce war in dem Sinne kein ausgebildeter Parapsychologe, sondern war er viel eher von den Menschen als dieser ernannt worden.
Hier noch ein Link dazu:
- http://www.cayce.de/ -
Seine Prophezeiungen:
- http://www.j-lorber.de/proph/seher/cayce.htm -
Was haltet Ihr von der ganzen Geschichte und wie kann man sich seine Eingebungen erklären?
Viele Grüße.

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