Heute möchte ich eine Geschichte aus meinem Leben erzählen.
Es geht um den Weg zur Arbeit und was einem da alles für eigenartige Dinge passieren und so weiter...
Wie ihr ja mittlerweile wisst, arbeite ich auf dem Land, Arbeitsbeginn ist 09.00 Uhr.
Den Weg zur Arbeit bestreite ich überwiegend mit dem Bus und hin und wieder auch mal mit dem Fahrrad.
Wenn ich dann also durch die Stadt zur Bushaltestelle gehe, begegnen mir die düstersten Gestalten, die nur ein früher Morgen hervor bringen kann...
Da ist z.B. die Pikfeine Dame, die ihren kleinen Hund ausführt und immer versucht ein freundliches Gesicht entgegen zu bringen.
Eine andere Dame, die ich morgens manchmal sehe, sieht so aus als wäre sie gerade bei ihrem Schönheitschirurgen entlassen worden.
Dann ist da noch die nette freundliche Oma mit ihrem kleinen Jack Russel, sie grüßt mich immer und fragt wie es geht.
Okay... an der Bushaltestelle angekommen, sitzen manchmal komische Leute da, ein Junge, der ständig auf den Boden rotzt oder ein paar Mädels,
die einen Kreis gebildet haben und wie Hühner gackern.
Mir ist das alles zu viel, deshalb schalte ich ab, ich selektiere Geräusche gekonnt, weil gelernt.
Dann endlich, wenn der Bus kommt (um 08:51 Uhr), kann ich wieder zurück in die Realität kehren
um dem 3-Tage-Regenwetter-Gesicht des Busfahrers ein freundliches "Guten Morgen" entgegen zu bringen.
Die Busfahrt ist recht angenehm, ich habe genau 5 Minuten Zeit um mich während 3 Kilometer Busfahrt zu entspannen
und die Strecke ist reich bestückt an Natur, die ich genieße.
Kurz bevor meine Wenigkeit den Bus verlassen muss, steigt immer eine Frau jüngeren Alters ein.
Ich denke mir, irgendwas hat diese Frau... irgendwas arrogantes, sie ist nicht hübsch, aber auch nicht hässlich...
sie würdigt mich nie eines Blickes und oft denke ich mir "Ey, guck mir doch mal in die Augen,
damit ich Dein tiefstes Inneres analysieren kann.... oder so!"
Na ja, bis zum heutigen Tag ist es nicht geschehen und ich vermute, dass es auch nicht mehr geschehen wird,
da sie sich scheinbar für etwas besseres hält oder sich nicht traut, so einen bösen schwarzen Menschen wie mich an zu schauen.
Es ist kurz vor 9 Uhr als der Bus ankommt, wo ich aussteigen muss...
Dann zu Hause (das 2.) angekommen, verrichte ich meine Arbeit, zwischendurch esse ich was,
trinke einen Schluck Kaffee und gehe mir draußen im Garten eine rauchen.
Jasper, der Haushund bekommt auch ein paar Streicheleinheiten, wenn er mir da wieder mal so süß im Weg liegt
und ich ihn eigentlich am liebsten weg treten würde... hehe... nein Spaß.
Ich bin absolut tierlieb und Jasper ist doch mein Freund.
So gegen 11:15 Uhr gehe ich dann immer mit Jasper raus, Jasper ist ein Rüde und sehr schnüffelbedürftig,
er schnüffelt wirklich an allem und manchmal sogar an dem Hinterteil von Frauchens Auto... Rüde eben.
Okay, manchmal wähle ich den kurzen Weg um mit Jasper zu spazieren und manchmal nehme ich den langen Weg Richtung Acker und der Freiheit, die ich so liebe.
Wenn wir den Weg in die Freiheit nehmen, dann müssen wir zuerst an einem Bauernhof entlang auf dem 3 Hündinnen wohnen,
Aggy... Vera und noch so eine kleine Dackeldame, deren Namen ich vergessen habe.
Auf Aggy, eine Bernassenenhündin steht Jasper ganz besonders, sie ist groß, hat lange Beine und riecht richtig gut... genau Jaspers Geschmack.
Sie beschnüffeln sich und spielen etwas miteinander, bevor es weiter Richtung Freiheit Natur geht.
Nach dem Bauernhof kommt noch eine kleine Siedlung, aber mit Jasper muss ich immer auf der Straße an kurzer Leine gehen, damit er nicht in die Vorgärten pinkelt.
Als ich diese Taktik noch nicht anwandt, riß einmal eine alte Frau ihre Tür auf und meinte: "Lassen Sie den Hund doch nicht dahin pinkeln!"
Sie war sehr aufgeregt und ich meinte arrogant und fordernd: "UND?"
Sie: "Ja.... wenn einer hinpinkelt, pinkeln se alle hin" .... die Tür knallte wieder zu...
Na ja, dachte ich mir... drauf geschissen, wa.
Trotz alledem nahm ich von da an etwas mehr Rücksicht.
Dann genieße ich endlich den ruhigen Weg, wo weit und breit kein Haus mehr steht.
Neulich kam mir ein Mann mit dem Fahrrad entgegen, der mir im vorbei fahren ein komisches Grinsen
und ein seltsames Geräusch währenddessen entgegen brachte, hätte ich es nicht besser gewusst, dann hätte ich gesagt:
"Ey, Willi... heute ohne Maja unterwegs?"
Aber wie eine Biene sah er dann doch nicht aus, dafür hörte er sich so an.... wirklich verrückt.
Nachdem ich das Vergnügen auf dem Feld und der Arbeit hinter mich gebracht habe, gehts wieder auf zur Bushaltestelle,
wo mir eigentlich kein Mensch mehr begegnet als nur Muttis mit ihren Kindern.
Die Busfahrer, die mich immer von meiner Arbeit abholen sind andere als wie die am frühen Morgen,
sie sind defintiv freundlicher und mittlerweile fragt man auch schon, wie es dem anderen geht.
Einer dieser Busfahrer nennt mich immer "Süße".... "seine Süße".
Das gefällt mir eher weniger, da es doch eine recht persönliche Anrede ist und ich alles aber gewiss nicht süß bin.
Wenn er Dienst hat und mir die Bustür aufmacht, kommt es ungefähr einem Faustschlag in mein Gesicht gleich, wenn er mich begrüßt.
Ich sehe dann auch nichts anderes als die Faust, die aus dem Bus kommt und mich absolut paralysiert,
so dass ich mich erstmal wieder sammeln muss und Fragen nach meinem Wohlbefinden nur schwer beantworten kann...
Das war dann mein Arbeitstag....
Wie ist es bei Euch? Gibts auch besondere Momente, die mit Eurem Arbeitsweg oder der Arbeit selber verbunden sind?
Viele Grüße.

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