Im speziellen Sinne versteht man unter Depersonalisation eine bestimmte Form von psychischer Störung, bei der die Betroffenen:
- ihre eigene Person (d.h. ihren Körper, ihre Persönlichkeit, ihre Wahrnehmung, ihre Erinnerung, ihr Denken, Fühlen, Sprechen oder Handeln) und / oder
- Personen und Objekte innerhalb ihrer Umwelt als verändert, fremd, nicht zu-sich-gehörig, leblos, fern oder unwirklich erleben.
Entfremdungserlebnisse gegenüber der Umwelt werden auch als Derealisation bezeichnet.
Es ist eine Störung des neurotischen Formenkreises.
Zu den Symptomen gehören:
- Emotionale Taubheit -
Betroffene klagen, dass sie nichts fühlen oder dass ihre Gefühle "flach" oder unwirklich sind.
Ihre Wahrnehmung von Personen oder Objekten "lässt sie oft kalt", d.h. das Beobachten eines Sonnenuntergangs,
die Wahrnehmung von Schmerz oder das Berühren ihres Partners löst keine Emotionen aus.
- Veränderung des Körpererlebens -
Der eigene Körper oder Teile des Körpers werden als verändert (leichter/schwerer, größer/kleiner), als leblos oder als nicht zu-sich-gehörig empfunden.
Das eigene Spiegelbild oder die eigene Stimme können fremd wirken.
Manche Betroffene haben das Gefühl, nur "ein Kopf ohne Körper" oder nur "Augen ohne Körper" zu sein.
- Veränderung der visuellen Wahrnehmung -
Viele Betroffene haben das Gefühl, "neben sich zu stehen", so, als würden sie ihre Umwelt aus einer veränderten Perspektive
(von weit weg, von außerhalb ihres Körpers, durch eine Kamera oder wie auf einer Filmleinwand etc.) sehen.
- Gefühl der Automaten- oder Roboterhaftigkeit der eigenen Bewegungen oder mentalen Prozesse -
Bewegungen können zwar problemlos willentlich und kontrolliert ausgeführt werden,
doch die Betroffenen empfinden oft keine Zugehörigkeit einer bewusst ausgeführten Bewegungen zu einem eigenen willentlichen Entschluss,
diese Bewegung auszuführen.
Sie haben z.B. nicht das Gefühl, ihre Hand zu bewegen, sondern empfinden, dass die Hand - wie ferngesteuert - "sich bewegt".
- Veränderung von Gedächtnisprozessen -
Erinnerungen können als blass, undeutlich oder fern wahrgenommen werden:
ein nur wenige Stunden zurückliegendes Ereignis kann in der Erinnerung so empfunden werden, als läge es schon Jahre zurück.
In traumatisierenden und extremen Stress-Situationen kann das Bewusstsein so weit eingeengt sein,
dass das Erlebte im Gedächtnis nur fragmentarisch und zusammenhangslos abgespeichert wird.
Dies kann dazu führen, dass Betroffene solche Erlebnisse später nicht verbal schildern können.
Darüber hinaus können seltener auch die auditive oder taktile Wahrnehmung, das Geschmacksempfinden oder die Zeitwahrnehmung gestört sein.
Weiterhin können Gefühle von "Gedankenleere" bestehen, die Unfähigkeit, sich visuell oder auditiv etwas vorzustellen, oder eine erhöhte Selbstbeobachtung.
Die Dauer der Entfremdungserlebnisse kann von einigen Sekunden bis hin zu mehreren Stunden oder Tagen reichen.
Depersonalisationserfahrungen treten auch bei Gesunden auf, z. B. bei großer Müdigkeit, nach stressauslösenden oder lebensbedrohlichen Situationen,
während spiritueller Erfahrungen (Meditation, Trance) oder unter dem Einfluss halluzinogener Drogen.
Quelle: Klick
Hier noch eine interessante Seite zum Thema:
- http://www.depersonalisation.de.vu/ -
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das diese Störung nicht krankhaft sein muss, aber kann.
Ich hatte diese Störung beispielsweise, wenn ich mir den Schlaf selbst entzogen habe und total übermüdet war oder nach durchzechten Nächten und Wochen.
Man kann sich durch diese Störung selber in gefährliche Situationen bringen, wenn man auf einmal nicht mehr weiß, was man tut oder gerade getan hat.
Das ist meiner Meinung nach zu vergleichen mit einem BlackOut.
Ich hatte mal mit einer Freundin mehrere Nächte durch gemacht und irgendwann meinte ich zu ihr,
das ich mich mal kurz hinlege und ab da ist alles nur noch sehr wage in Erinnerung.
Laut Aussagen meiner Freundin bin ich sofort wieder aufgestanden nachdem ich mich hingelegt habe.
Ich bin vom Wohnzimmer ins Schlafzimmer gegangen und habe dort gesagt, das da noch jemand ist im Raum, dann bin ich zurück gegangen,
habe mich vor meine Freundin gestellt und wie durch sie durch geguckt.
Das hatte ihr wohl ziemliche Angst gemacht, da mein Blick so leer war. Dann habe ich mich wieder hingelegt.
Ja und ab da habe ich auch wieder die richtige Erinnerung.
Ich bin aufgesprungen und fragte wie spät es ist und wie lange ich geschlafen habe und sie sagte zu mir, das ich gar nicht geschlafen habe.
Sie sagte das ungefähr erst 20 Minuten vergangen waren und dann hatte sie mir erzählt, was da eben passiert war.
Ich konnte mich daran nicht richtig erinnern, ich hatte zwar teilweise Bilder im Gedächtnis, aber sie waren weit weg und nicht in Worte zu fassen.
Deswegen war ich richtig geknickt als sie mir erzählte wie ich mich verhalten habe.
Liebe Grüße.

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