Das Mittelalter - Wie war es damals?

Forum: Geschichte - Politik


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Das Mittelalter - Wie war es damals?

Beitragvon Hagazussa » 27. Jun 2008 - 20:14


Mich interessiert das Mittelalter schon seit langem.
Wie hat man im 12. Jahrhundert so gelebt? Gut, in Büchern kann man einiges nachschlagen.
Aber wie sind die Menschen damals mit alltäglichen Dingen umgegangen?
Ich finde es fazinierend, wie die Menschen damals um ihre Existens gekämpft haben und was sie alles auf sich genommen haben.

Wenn man sich mal überlegt, das man mit 12-13 Jahren schon als Erwachsen galt. Finde ich schon krass...

Frauen waren damals überhaupt nichts wert. Sie mußten das tun, was ihre Männer wollten.
Und wenn man als junges Mädchen alleine unterwegs war, konnte es einem passieren, mal eben von irgendeinem Mann vergewaltigt zu werden.
Sind ja nur Frauen...

Was haltet Ihr von dem Leben damals?
Was wißt Ihr darüber?
Was ist Eure Meinung zum Mittelalter?


Liebe Grüße
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
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Beitragvon Lucivar » 27. Jun 2008 - 20:47


Ich bewundere enorm die Baukunst aus diesen Zeiten, wenn man bedenkt, dass die ja WIRKLICH
"nix" hatten im Sinne von der bequemen Technik ueber die wir heute so pauschal verfuegen.
(allerdings mag ich eher die Renaissance)

Finster war das Mittelalter nicht unbedingt und ich denke, dass es auch zusaetzlich zur Zeit auch
vom Kulturkreis abhaenig ist.

In China haben die schon ihre Goldfische mit Gloeckchen zum Futter "geklingelt" waehrend wir
hier quasi noch in Hoehlen wohnten... um's mal ueberspitzt zu sagen

Hoffentlich wird hier viel geschrieben, dass ich noch was lerne *freu*

"Du magst Eis, du magst Eis, du liebst Eis, du kannst ohne Eis nicht leben, ohne Eis bist du hoffnungslos, deine Existenz ist sinnlos - ohne Eis. Ohne Eis bist du ein Scheiss."

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Beitragvon Hagazussa » 27. Jun 2008 - 21:35


Lucivar hat folgendes geschrieben
Hoffentlich wird hier viel geschrieben, dass ich noch was lerne *freu*

Ja, das hoffe ich auch...

Die Baukunst ist schon beeindruckend. Was die Menschen mit den einfachsten Mitteln zustande gebracht haben, ist schon enorm.

Was ich ziemlich hart finde ist, das Frauen bzw. Mädchen, wenn sie schwanger wurden, es nicht sicher war, das sie das auch überleben.
Und die waren oftmals nicht älter als 14...
Das muß man sich mal vorstellen. Wir gehen heute ins Krankenhaus oder zum Frauenarzt.
Und wenn das Kind nicht richtig lag, dann wurde eine Hebamme gerufen
und die hat das Kind gedreht....mit ihren Armen in dem Unterleib der Schwangeren. :shock:

Oder aber der "Aderlaß"....
Man war wirklich der Meinung das, wenn man jemanden der krank war, die Adern öffnet, das sich dann das Blut erneuert und die Krankheit aus dem Körper läuft.
Das ist zwar ziemlich Dumm, aber sie wußten es ja nicht anders.
Ich frage mich nur, wie das für Denjenigen war, dem die Adern geöffnet
wurden.
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Beitragvon Svart-Vinter » 27. Jun 2008 - 21:51


Das mit dem Aderlass wurde aber auch gemacht, um z.B. den Blutdruck zu senken.
Es war ein bewährtes Mittel dafür. Selbst heute wird es noch manchmal angewandt.


Liebe Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Lucivar » 27. Jun 2008 - 22:11


Damals war auch die Schmerzgrenze ganz anders... finde ich. Die trauten sich kaum zu jammern,
auch keine Sozialversicherungen, Leibeigenschaft... Kirche ueber alles.. (darum mag ich die
Renaissance mehr, da beginnt der Humanismus staerker :3)

Das mit dem Kinderkriegen war ja nich alles, mit 20 waren die Frauen schon alt und Kinder
mussten sie dauernd gebaeren, war halt die Altersvorsorge..

die haben ihre Bauten teilweise mit "Schablonen" gemacht und hatten schon clevere Gerueste :)

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Das Mittelalter - Wie war es damals?

Beitragvon The_Sorrow » 29. Jun 2008 - 00:06


Nun die bezeichnung Finster für das Mittelalter könnte von der Zeitspanne des Mittelalters herrühren die dunkles Zeitalter genannt widr weil aus diesem frühen Teil des Mittelalter nicht viel an Forschungsmaterial herrührt,
wahrscheinlich kann man es auch wegen denn raueren Sitten finster nennen.
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Das Mittelalter - Wie war es damals?

Beitragvon Hagazussa » 10. Jul 2008 - 20:58


Die Kräuterkunde, die die Heilerinnen damals besaßen, finde ich auch sehr fazinierend.

Leider ist das heute ziemlich verloren gegangen.
Obwohl ich mir Einbilde, das die Menschen sich heute wieder dafür interessieren.

Was die Menschen damals alles mit "Kräuern" geheilt haben ist schon erstaunlich.
Ich habe im Garten auch so eine kleine "Kräuterecke", die ich auch schon des öfteren genutzt habe.
Und bis jetzt hat es immer geholfen. Man muß eigentlich nicht wegen jedem kleinen "Wehwechen" zum Arzt rennen.

Das schlimme damals war ja, das die Kräuterfrauen oder Heilerinnen sehr vorsichtig mit ihren Kenntnissen umgehen mußten.
Damit sie nicht unter den Verdacht der "Hexerei" gerieten.

Ich kann mir gut vorstellen, das diese Frauen oder Männer es sehr schwer hatten.
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Das Mittelalter - Wie war es damals?

Beitragvon Thanatos » 20. Apr 2009 - 22:51


Es freut mich immer, wenn Menschen Interesse an der Vergangenheit äußern und ich bin gern bereit, etwas beizusteuern, wenn ich kann. Je konkreter die Frage, desto konkreter die Antwort - vielleicht lerne ich ja selbst noch was. ;)

Zum bisherigen Verlauf dieses Fadens muss ich folgende Anmerkungen machen:

1) Ich nehme jetzt mal an, dass wir vom europäischen Mittelalter sprechen.

2) Ich weise daraufhin, dass das 12. Jh. nur einen kleinen Teil des Mittelalters darstellt und zudem noch einen recht späten. In Forschung und Lehre geht man vereinfachend von der Zeitspanne von ca. 500-1500 n. Chr. aus, wenn man "Mittelalter" sagt. Das 12. Jahrhundert zählt nach der Nomenklatur der Historiker zum sogenannten Hochmittelalter, in dem die Lebensbedingungen und politischen Strukturen sich z.B. deutlich von denen des Frühmittelalters unterscheiden.

3) Chinesen und Europäer haben sich in etwa gleichschnell entwickelt. Sofern die Chinesen einen Vorsprung in der Entwicklung hatten, existierte dieser nur in den Jahren vor Christus, nach unserer Zeitrechnung und verliert sich dann in Richtung Gegenwart zunehmend. Das die Epoche des Mittelalters hier einen Rückschlag auf europäischer Seite darstellt, stimmt zwar, kann jedoch nicht beurteilt werden, ohne die kulturellen und historischen Hintergründe zu benennen, die für diese Entwicklungen verantwortlich sind.

4) Ich muss desweiteren darauf hinweisen, dass "Hexenverfolgungen", wenn man sie denn so nennen will, nicht ein typisches Phänomen für das Mittelalter, sondern für die Frühe Neuzeit sind.

5) Ansonsten kann ich nur sagen, dass das rezente Bild vom Mittelalter oft verklärt ist - entweder romantisch, oder übertrieben negativ. Man muss immer genau prüfen, nach wessen Mund man da redet. Gibt da schon viel Schund an Literatur. Das Mittelalter ist außerdem zu vielfältig in räumlicher, wie auch in kultureller und zeitlicher Hinsicht, als dass alle Aussagen immer auf alle Teilepochen oder Regionen Europas zutreffenwürden.
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