Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Forum: Die größten Rätsel der Menschheit


Welche sind die größten Rätsel der Menschheit? Alles zum Thema "ungelöste und gelöste" Rätsel der Menschheitsgeschichte.




Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Svart-Vinter » 22. Apr 2009 - 22:44


Mich würde mal interessieren, welches das wirklich größte Rätsel der Menschheit ist, was würdet Ihr sagen?


Viele Grüße.
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Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Thanatos » 23. Apr 2009 - 00:34


Müssen diese Rätsel - wenigstens prinzipiell - lösbar sein?
Falls nicht: Was kommt nach dem Tod?
Falls doch: Wie wird unser Leben angesichts des Todes zu einem sinnvollen Leben?

:gruebl:
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Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Svart-Vinter » 23. Apr 2009 - 06:58


Letztere Frage finde ich interessanter, das Thema hatte ich sogar schon mal angesprochen: http://www.unknown-quantity.de/ftopic932.html

Die Frage, was kommt nach dem Tod ist von der rein logischen Seite natürlich nicht zu beantworten,
von der rein "anderen" Seite gab es schon genügend Medien, die mit Menschen aus dem Jenseits Kontakt aufnahmen und fragten
"Wie es auf der anderen Seite ist?".
Meistens waren diese Aussagen relativ harmonisch und entsprachen zumindest für mich, nicht meinen bis daherigen Vorstellungen.

Beide Fragen oder Themen werden vermutlich nie eine -für alle Menschen- glaubhafte Allgemeinlösung liefern, was eigentlich schade ist in diesem Fall.
Abgesehen davon ist der Tod an sich immer noch ein Tabu-Thema, zugegebenermaßen sogar teilweise für mich,
da es nicht immer ganz einfach ist, die Gedanken aus diesem Bereich zu zu lassen.

Sind diese Fragen für Dich das größte Rätsel der Menschheit?


Viele Grüße.
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Re: Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Thanatos » 23. Apr 2009 - 14:02


Sao hat geschrieben:Sind diese Fragen für Dich das größte Rätsel der Menschheit?


Sie sind das größte Rätsel jedes einzelnen Menschen.
Jeder Mensch knabbert an diesen Aufgaben - sucht sein Verhältnis zum Tod.
Es sind die existenziellsten Fragen, die es gibt.
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Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Mike » 23. Apr 2009 - 18:02


Eines der für mich größten Rätsel ist die Frage: Gibt es einen eigenen Willen, der unabhängig von Vorbestimmung, Schicksal, Gott und Natur ist oder nicht?

Da hab ich heute einen netten, wenn auch viel zu kurzen Artikel drüber gelesen.

Der Tod oder genauer gesagt: Das danach ist natürlich auch interessant, da es auf ALLES andere im Leben eine Auswirkung hat. Würden wir nämlich z.B. wissen, dass der Tod wirklich das Ende von allem ist, was auch nur ansatzweise mit uns und unserer Persönlichkeit zusammenhängt - was würde uns davon abhalten, zu rauben, zu morden und zu vergewaltigen? Natürlich, unser moralisches Empfinden und unser Gewissen, würde man meinen. Aber wenn mit dem Tod alles endet, wären diese beiden Dinge völlig wertlos und wären für die Erfüllung der eigenen Wünsche keineswegs hilfreich.
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Re: Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Thanatos » 23. Apr 2009 - 23:15


Mike hat geschrieben:Eines der für mich größten Rätsel ist die Frage: Gibt es einen eigenen Willen, der unabhängig von Vorbestimmung, Schicksal, Gott und Natur ist oder nicht?


Spannendes Forschungsgebiet. Viel Schund, viel Populismus, aber auch sehr gute Arbeiten. Hart umkämpftes Gebiet derzeit aufgrund der möglichen Implikationen, die sich aus einer etwaigen Verneinung ergeben könnten. Es gibt allerdings Anzeichen dafür, dass die Frage vielleicht eine der prinzipiell nicht zu beantwortbaren Fragen sein könnte.

Der Tod oder genauer gesagt: Das danach ist natürlich auch interessant, da es auf ALLES andere im Leben eine Auswirkung hat.


Soweit sind wir d'accord. Solange wir von den Vorstellungen des Danach reden. Denn wissen, was danach kommt, können wir eben prinzipiell nicht.

Würden wir nämlich z.B. wissen, dass der Tod wirklich das Ende von allem ist, [. . .] was würde uns davon abhalten, zu rauben, zu morden und zu vergewaltigen? Natürlich, unser moralisches Empfinden und unser Gewissen, [. . .] Aber wenn mit dem Tod alles endet, wären diese beiden Dinge völlig wertlos [. . .].


Wieso sollte Ethik, die nicht transzendental begründet ist, wertlos sein? Du unterstellst hier, dass Atheisten nicht ethisch handeln. Diese These wird täglich abermillionenfach performativ widerlegt. Nebenbei kommt nahezu die ganze philosophische Ethik seit der Aufklärung mehr oder weniger ohne postmortale Metaphysik aus (Glücksethiken, Utilitaristen, Kant) und ganz dezidiert atheistische Ansätze sind etwa bei Sarte oder Camus zu finden. Über diese These ist der aufgeklärte Teil der Menschheit also schon hinweg.

Ganz im Gegenteil kann sogar postuliert werden, dass die Furcht vor dem Nichts nach dem Tode die Menschen deutlich disziplinieren könnte. Denn dadurch wird das Leben im Diesseits kostbarer, wertvoller und ein Zusammenleben in gerechten und friedlichen Verhältnissen wäre dementsprechend erstrebenswerter.

Quizfrage: Wieso sprengen sich religiöse Fanatiker mit Freuden für ihren Gott in die Luft? Weil sie glauben, in ein Jenseits einzugehen, dass ihnen ein besseres Leben verspricht, als es das Diesseits je konnte.
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Beitragvon Mike » 24. Apr 2009 - 06:48


Ich unterstelle Atheisten keineswegs, dass sie nicht ethisch handeln würden/könnten. Ganz im Gegenteil!

Mir ging es nur um die Feststellung: Wäre nach dem Tod tatsächlich alles vorbei, hätten auch Dinge wie Moral keinen Sinn mehr, ausser dass sie für ein einigermaßen geregeltes Miteinander sorgen würden. Wenn man WÜSSTE, dass wirklich nur das Diesseits zählt, hätte es keinerlei Auswirkung, ob ich bis an mein Lebensende gemordet hätte oder nicht - Gesetze und von Menschen geschaffene Regeln Mal aussen vor. Mir persönlich wären keine von der Natur auferlegten Grenzen wie Ethik oder Moral gesetzt, um meine Ziele zu erreichen.
Ich könnte also morden, ohne Angst vor metaphysischen Folgen haben zu müssen.

Es war nur ein Gedankengang.

Soweit sind wir d'accord. Solange wir von den Vorstellungen des Danach reden. Denn wissen, was danach kommt, können wir eben prinzipiell nicht.


Wir wissen es nicht, ausser wir machen einen auf Flatliners. wobei ich sagen muss, ich lese im Moment "30 Jahre unter den Toten", von einem Psychologen, der mit Hilfe seiner Frau nachgewiesen hat, dass Besessenheit von Geistern stammen kann. Nachgewiesen deshalb, weil nach der "spirituellen Sitzung" der Patient wieder vollends geheilt war.
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Re: Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Thanatos » 24. Apr 2009 - 18:34


Mike hat geschrieben:Wir wissen es nicht, ausser wir machen einen auf Flatliners.


Toller Film, mit einem kleinen logischen Haken: Woher nehmen wir das Wissen, dass das, was wir also "Tod" bezeichnen, bei den Testpersonen tatsächlich schon vollständig eingetreten war? Immerhin war ihr Zustand reversibel. Man könnte daher argumentieren, solange Menschen aus diesem Zustand zurückgeholt werden können, können sie nicht wirklich tot gewesen sein. Dann wären ihre Erfahrungen für die hier behandelte Fragestellung wertlos. Da diese Position weiterhin per definitionem eine Rückkehr aus dem Tod ausschließt, ist die prinzipielle Unmöglichkeit der Erfahrung des Jenseits weiterhin unangetastet.

Wäre nach dem Tod tatsächlich alles vorbei, hätten auch Dinge wie Moral keinen Sinn mehr, ausser dass sie für ein einigermaßen geregeltes Miteinander sorgen würden. Wenn man WÜSSTE, dass wirklich nur das Diesseits zählt, hätte es keinerlei Auswirkung, ob ich bis an mein Lebensende gemordet hätte oder nicht


Für ein "geregeltes Miteinander zu sorgen" ist die einzige Aufgabe von Ethik und Moral. War es schon immer. Der Sinn von Moral ist daher völlig gesichert, egal, was wir über das "Danach" wissen. Und ich wage auch im zweiten Punkt zu widersprechen: Es macht einen Unterschied, wenn ich realisiere, dass für alle Menschen die gleiche Regel der Sterblichkeit und der Begrenztheit der Lebenszeit gilt. Es macht den Unterschied, wie ich mein eigenes Leben genutzt habe und inwiefern ich das Leben der anderen beeinflusst habe. Vergänglichkeit macht wertvoll und nicht wertlos.
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Beitragvon Mike » 24. Apr 2009 - 22:16


Es kommt auf die Frage an, was wir als "Tod" definieren. Bzw. welche Art von Tod wir nun genau definieren wollen (vom Standpunkt ausgehend, dass es etwas wie eine Seele/einen Geist gibt). Ich würde Mal sagen, dass man dann "klinisch tot" ist, wenn der Körper den Stoffwechsel eingestellt und sämtliche ihm eigenen Funktionen beendet hat (Atmen, Gehirnaktivität,.). Der einzige Vorgang, der noch möglich wäre, wäre die Muskelentspannung, wobei das kein bewusst gesteuerter Vorgang ist, sondern vielmehr die Folge des Versagens der Steuerelemente des Körpers (des der des.).
Zu dem Zeitpunkt ist man - wie es so schön heißt - klinisch tot.

Die Tatsache, dass sie trotz körperlichem Tod wieder reanimiert werden konnten bedeutet meines Erachtens, dass der körperliche Tod nicht das Ende darstellt und dass es etwas in/um uns gibt, etwas, das uns ausmacht, das unabhängig von unserem Körper existieren kann. Ich rede hier bewusst nicht in Hypothesen, da der Film ja nicht ohne Grundlage ist - man liest zur Genüge von klinisch toten Menschen, die nach ihrer Reanimation von "Na(c)htoderfahrungen" berichten (wieviel man davon glauben kann, sei Mal dahingestellt).



Für ein "geregeltes Miteinander zu sorgen" ist die einzige Aufgabe von Ethik und Moral.


Korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber moralisches Handeln dient in der Regel in Religionen dazu, nach dem Tod ins Himmelreich einzugehen.

Vergänglichkeit macht wertvoll und nicht wertlos.


Was würde es mir bringen, wenn mein Name nach meinem Tod in aller Munde ist, wenn ich vollends aufgehört habe zu existieren?
Wenn ich weiß, dass mit dem Tode alles endet, ist jede Sekunde wertvoll (wenn du das meintest). Aber dann wäre auch jede Sekunde vergeudet, in der ich anderen zuliebe auf etwas verzichte, was ich selbst will.
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Re: Das größte Rätsel der Menschheitsgeschichte

Beitragvon Thanatos » 24. Apr 2009 - 22:47


Ich will mal mit einem Zitat beginnen, dass Deiner Argumentation sehr ähnlich ist:

Kurt Bayertz hat geschrieben:"Die Todes-Grenze hängt nicht von Naturtatsachen ab, sondern von einer moralischen Entscheidung einerseits und vom jeweiligen Stand der Technik andererseits."


Eine kühne Behauptung, und in der einfachen Lesart falsch, weil wissenschaftlich nicht haltbar. Es gibt Naturtatsachen, die den Tod eindeutig charakterisieren. So beliebig, wie Bayertz und Du den Tod hinstellen wollen, ist er nicht.

Die Frage ist also: Wie definieren wir den Tod?
Kurze Antwort: Das Ende der Existenz.
Nächste Frage: Wann endet die Existenz.
Religiöse Antwort: Niemals, denn es stirbt nur der Körper, die Seele ist unsterblich.
Wissenschaftliche Antwort: Mit dem unwiderruflichen Ende aller Lebensfunktionen.
Als sichere, weil irreversible Todeszeichen gelten: Hirntod, Totenflecke, Leichenstarre und Fäulnis.

Nun gibt es zwei Gründe, die wissenschaftliche Erklärung für die bessere zu halten:

1) Die Existenz einer Seele kann (noch) nicht belegt werden.
2) Noch nie ist jemand aus einem Zustand, in dem er irreversible Todeszeichen gezeigt hat, "zurückgekommen".

Flatliners ist - wie ich schon sagte - ein netter Film, von der Idee her. Realisierbar ist das, was die da machen, aber nicht. Wieso nicht? Weil eine echte EEG-Nulllinie irreversibel ist. Und genau an dem Punkt greift bei dem Film die Phantastik. Die Charaktere kommen trotz EEG-Flatline zurück. In der Realität ist das noch nicht vorgekommen, soweit ich weiß (man möge mich sonst, bitte nachprüfbar, mit gegenteiligen Informationen versorgen). Alles unterhalb der "sicheren" Todeszeichen ist nicht wirklich tot.

Wenn jemand, der eine dauerhafte EEG-Nullinie über einen Zeitraum von mind. 3 Minuten hatte, bei dem sich Totenflecke gebildet haben, bei dem die Totenstarre gekommen und wieder gegangen ist und der sich bereits in einem ersten Stadium der Verwesung befindet, spontan wieder Lebenszeichen zeigt und unter uns wandelt, dann und erst dann, wäre die derzeitige Todesdefinition wissenschaftlich fragwürdig.

Korrigiere mich, wenn ich mich irre, aber moralisches Handeln dient in der Regel in Religionen dazu, nach dem Tod ins Himmelreich einzugehen.


Ethik und Moral dienen der sozialen Steuerung und Kontrolle von menschlicher Interaktion. Religionen nutzen metaphysische Aspekte zur nachträglichen Legitimation bestimmter moralischer Vorstellungen. Das ist eine Machtfrage und vielleicht - wenn man es positiv lesen will - eine Erleichterung für den unaufgeklärten, menschlichen Geist. Fakt ist aber, dass die grundlegenden ethischen Regeln, die wir in Naturvölkern und frühen Kulturen in einfachster Form finden, auch ohne transzendentale Begründung existieren (können). Die meisten Kulturen entwickeln in ihrer Frühzeit eine Variante der "Goldenen Regel". Was daran metaphysisch ist, muss man mir erklären.

Wenn ich weiß, dass mit dem Tode alles endet, ist jede Sekunde wertvoll (wenn du das meintest). Aber dann wäre auch jede Sekunde vergeudet, in der ich anderen zuliebe auf etwas verzichte, was ich selbst will.


So, nun kommen wir zum interessanten Teil. Deine Beobachtung hinsichtlich Wert und Vergeudung ist bis hierhin richtig. Preisfrage: Welche Art von Verhalten ermöglicht Dir, mit höchster Wahrscheinlichkeit das mögliche Maximum aus Deinem Leben herauszuholen? Ein Tipp: Es gibt verschiedenen Lösungen, man findet sie in diversen Lehrbüchern für Philosophie für die gymnasiale Oberstufe - und sie haben alle nichts mit Metaphysik am Hut. ;)

/edit: eine meiner Behauptungen bzgl. Bayertz war falsch und wurde daher entfernt.
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