Thanatos hat geschrieben:
Du hast allerdings im Prinzip recht: Geister sind nicht wissenschaftlich belegt und von daher ist das bereits der erste Kritikpunkt am Vorgehen des Herrn W. Ein zweiter ist übrigens die enge emotionale Verbindung zu seinem Versuchsobjekt, namentlich seiner Gattin.
Nun, wenn durch solch einen Versuch belegt wird, dass Geister existieren, kannst du den Versuch nicht diskreditieren, weil du behauptest, Geister wurden noch nicht bewiesen. Auch wenn der Versuch selbst nicht dazu diente, die Existenz von Geistern zu beweisen (sondern vielmehr, deren Auswirkung zu erforschen).
Was die emotionale Bindung betrifft: Das hat ja auf das Experiment Mal gar keine Auswirkung. Denn welchen Einfluss hätte die enge Bindung zwischen Person A und B, wenn nach der Sitzung Person C geheilt ist? Natürlich, Person A glaubt Person B und verfällt somit von Objektivität in die Subjektivität. Aber das ist insofern egal, weil das nichts mit Person C zu tun hat, deren Heilung dokumentiert wurde.
Thanatos hat geschrieben:
Talente/Begabungen sind graduelle Unterschiede der Befähigung, das ist soweit richtig. Allerdings bedeutet das auch, das grundlegend jeder Mensch in den Bereichen, in denen andere Menschen als talentiert gelten, befähigt ist. Eben nur zu einem geringeren Grad. Das nur als technisches Detail.
Den Kontakt zur Geisterwelt als "Talent" in diesem Sinne zu bezeichnen, bedeutet zu behaupten, das grundsätzlich jeder Mensch zum Kontakt mit Geistern befähigt sein müsste. Nun, da hab ich wohl Pech gehabt, ich bin es nicht im geringsten, nicht mal ansatzweise.
Du hast nicht Pech gehabt, du versuchst nur, es als Humbug darzustellen. Ich bin auch noch am Steuerknüppel eines Flugzeuges gesessen, weiß insofern nicht ob ich Talent dafür habe oder nicht. Dazu müsste ich erst einen fähigen Lehrer haben. Betonung liegt auf FÄHIG. Denn schlechte Lehrer können selbst das beste Talent zum versickern bringen. Genausowenig hab ich jemals versucht, jemandem den Blinddarm zu entfernen, ohne deswegen behaupten zu wollen, dass ich nicht im Geringsten chirurgisches Talent hätte.
Thanatos hat geschrieben:Gut, aber das heißt ja nicht, das andere es nicht wären, das entspräche dann deiner zweiten These (die nebenbei schon sowas von ner Auserwählten-Idee hat).
Wie gesagt: Talente, nicht Auserwählt-sein. Oder würdest du (ganz krass formuliert) Hitler als Auserwählten bezeichnen, weil er das Talent hatte, die Massen zu begeistern?
Thanatos hat geschrieben:
Was Newton betrifft: Sein Gesetz ist perfekt physikalisch nachweisbar.
Das gilt fürs Karma leider nicht. Die Analogie ist schief, weil Newtons Gesetze für jeden, immer und überall gelten (Quantenphysiker hätten da jetzt was einzuwenden, die sind ja inzwischen schon was weiter, aber na gut). Naturgesetze machen keine Ausnahmen. Karma offensichtlich doch, denn ich habs noch nie in Aktion gesehen.
"Offensichtlich" und "denn ICH habs noch nie in Aktion gesehen"? Soso, weil du etwas noch nicht erlebt hast, ist es offensichtlich? Was mich wiederum zurück zum Thema kritische Selbstreflexion bringt.

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