Borderline-Persönlichkeitsstörung

Forum: Psychopathologie - Psychische Störungen


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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Svart-Vinter » 19. Jan 2008 - 19:44


Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (abgekürzt BPS), auch emotional instabile Persönlichkeitsstörung genannt,
ist die im psychologischen und psychiatrischen Umfeld am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung.

Die Betroffenen hassen sich so sehr und durchleben quälende Anspannungen,
dass sie sich zur "Hilfe" selbst schwer verletzen - mit scharfen Messern oder brennenden Zigaretten.

Borderline-Patienten können ihre Emotionen nicht regulieren.
Sie durchleben große Stimmungsschwankungen und Situationen der eigenen Missachtung.
Aus kleinsten persönlichen Enttäuschungen - die beste Freundin hat gerade keine Zeit -
werden existenzielle Bedrohungen: "Keiner mag mich, keiner will mich."

Folge dieser gestörten Emotionsregulation sind Selbstverletzungen, Selbstmordversuche, Drogenmissbrauch,
Essstörungen und letztlich eine völlig instabile Lebenssituation.

Die Ursachen dieser psychischen Erkrankung sind noch weitgehend ungeklärt.

Der Name der Störung, „Borderline“, bedeutet auf deutsch „Grenzlinie“, was sich darauf bezieht,
dass die Störung früher in den Grenzbereich zwischen den Neurotischen Störungen und den Psychotischen Störungen eingeordnet wurde,
da Symptome aus beiden Bereichen beobachtet wurden.

Quellen:
- http://www.muekon.de/Psycho-News/psycho ... line-wenig -
- http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline ... %C3%B6rung -



Kennt ihr betroffene Menschen und wie zeigt sich diese Störung bei ihnen?


Liebe Grüße, Vision...
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Ategato » 8. Mär 2008 - 15:48


Hmm interessantes Thema. Über Borderline habe ich so einiges gehört nur wusste ich bis jetzt noch nicht richtig, was genau das ist und wie sie sich äußert.

Vision hat geschrieben:Die Ursachen dieser psychischen Erkrankung sind noch weitgehend ungeklärt.


Darüber würde ich gerne Spekulationen gepaart mit Wissen aufstellen.
Ich denke, wichtige Faktoren bei der Ursache wären die Erziehung seitens Eltern, Erziehung seitens Umwelt und natürlich die Selbsterziehung, welches partiell auch von der Hirnbeschaffenheit abhängt. (Hirnbeschaffenheit bezogen auf die Synapsen- und Zellhäufigkeit im Gehirn)

Natürlich kann es auch genetische Gründe haben, wie in etwa "Agressivitäts-Gene" vererbbar sind. So können auch diverse Gene vererbt werden, welche zusammen diese Störung, Borderline, verursachen.

Aber wie gesagt, nur Spekulation.

Vision hat geschrieben:Kennt ihr betroffene Menschen und wie zeigt sich diese Störung bei ihnen?


Wirklich intensiv betroffene kenne ich nicht und bin selbst von dieser Störung auch befreit (nach meiner Fähigkeit zur objektiven Bewertung ;) ). Ich kenne jedoch viele, welche einige der Symptome haben, wie die Falschinterpretation einer Lage. Beispiel:
Vision hat geschrieben:Aus kleinsten persönlichen Enttäuschungen - die beste Freundin hat gerade keine Zeit -
werden existenzielle Bedrohungen: "Keiner mag mich, keiner will mich."


Sehr selten habe ich solche Tage, an denen ich leicht die Kontrolle über meine Analysefähigkeit verliere, welches sich dann in Form von Fehldeutungen und -einschätzungen des Verhalten des Gegenübers äußert, was sich dann manchmal auf meine Re-aktion auswirkt. Gestern war genau so ein Tag; glücklicherweise passiert das nur alle zwei Monate.
Ich warne dann aber auch jeden -.-

MfG,
Psychotaxia
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Beitragvon dieJule » 16. Mai 2008 - 16:35


Ich hatte mal zwei sehr enge Freunde, die beide von Borderline betroffen waren. Eine junge Frau und ein Mann. Schlimme Sache...
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Beitragvon Lirias » 16. Mai 2008 - 20:01


Ich kenne ein paar Leute, welche schon in Behandlung waren. Sie meinen, dass bei Menschen oft Borderline diagnostiziert wird, wenn der Arzt nichts anderes findet was zutrifft. Es ist schade, sie wissen einfach nicht was der Mensch hat, wollen ihn aber in eine Schublade und Behandlungsmethode stecken.
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Beitragvon InDustriaL Razor » 27. Mai 2008 - 16:34


ich finde dieses Thema auch sehr spannend,manchmal glaube ich selber,dass ich das habe. Kann mir nur denken,dass es nich leicht ist,mit soetwas zu leben,unter Anspannung zu stehen und diese Schwankungen durchzumachen.
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Beitragvon dieJule » 29. Mai 2008 - 21:07


Ich hatte mal eine gute Freundin, die an Borderline erkrankt war (ist...). Es war oftmals nicht einfach mit ihr umzugehen, da sie selber nie im vornerein wusste, was eine Attacke oder Episode auslösen würde.
Eine Situation, die - als sie stattfand - als vollkommen normal angesehen und aufgefasst wurde, konnte Stunden, Tage, manchmal Wochen später plötzlich zu einem dieser emotionallen 'Ausprüche' führen.

Es ist eine schlimme Krankheit und leider gibt es weder Heilung, noch wirkliche Hilfe...
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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Svart-Vinter » 5. Jul 2008 - 10:22


Ich hatte ja bereits auch mit betroffenen Menschen zu tun und kann bestätigen,
dass kleinste Bemerkungen falsch aufgegriffen werden können.

Auch festgestellt habe ich, dass diese Menschen meistens total "link" im Sinne von falsch/hinterlistig sind.
Habt ihr das auch so erfahren?

Sie wollen, dass alles nach ihrer Pfeife tanzt, aber wenn man einmal das Gegenteil macht,
dann verändern sie sich und zeigen ihr wahres Gesicht.
Vielleicht ist es nicht mal der Krankheit zu zuschreiben, sondern liegt im wahren Charakter des Menschen.

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die betroffenen Menschen sich selbst bemitleiden
und auch gar keine Veränderung oder Hilfe in ihrem Leben wollten.

Desweiteren stimme ich Psychotaxia zu:

welches sich dann in Form von Fehldeutungen und -einschätzungen des Verhalten des Gegenübers äußert, was sich dann manchmal auf meine Re-aktion auswirkt.



Liebe Grüße.
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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Lucivar » 5. Jul 2008 - 14:25


Ein mir sehr wichtiger Mensch leidet stark darunter und ich moechte meinen, dass Ategato total recht hat, es ist die Erziehung, selbsterziehung und die eigenen Veranlagungen. Zumindest spielen die meiner Ansicht nach total mit rein. Mein lieber Mensch z. B. ist wunderschoen, hasst sein Aeusseres aber bis aufs Blut! Trotz Sportlichkeit findet sich dieser Mensch viel zu fett!


Ich denke, dass diese Stoerung eine extreme seelische Abkapselung voraussetzt und vllt sogar schauspielerisches Koennen und tiefe tiefe Selbstzweifel und eine viel zu komplexe, ausgedehnte negativ beeinflusste Gedankenwelt, wohingegen die Positive stark verkuemmert ist. Meistens glaube ich, dass sich solche Menschen auf ein bestimmtes Gebiet ihres Elends spezialisieren, in diesem Fall das Aussehen, andere vllt auf soziale Kontakte, andere auf Liebe, wieder andere auf Koennen usw. Darauf wird dann rumgehackt bis Blut fliesst, im wahrsten Sinne des Wortes. Aber muss nich mal Blut sein, auch andere Dinge, kommt wahrscheinlich auch stark auf das "Spezialgebiet" an, mein Mensch z. B. leidet verstaerkt unter Essstoerungen. Ausserdem koennen solche Mensche eher weniger intensiv auf andere Leute und ihre Probleme eingehen als sie es sich selbst bei ihren eigenen wuenschen. Ich selbst hab auch die Erfahrung gemacht, dass man immer neue tolle Worte bringen muss und immer wieder toll neu troesten muss, aber ehrlich gesagt verlaesst mich die Hoffnung, denn wozu soll ich bitte so viel reden, wenns am Ende eh nen Scheiss nuetzt und die Person nach wenigen Wochen eh wieder ins Schema verfaellt?

Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass unter sowas erheblich die Freundschaft leiden kann, denn ich werde dadurch natuerlich auch stark runtergezogen, zumal auch noch andere bei mir Hilfe suchen und jeder will was von meiner Staerke damit er oder sie wieder hochkommen.

Wie habt ihr das alle gemacht, die ebenfalls solche Leute kannten/kennen? Ich hab diesen Menschen wirklich furchtbar gern, aber dieses Verhalten kehrt immer immer immer wieder, ich weiss auch jetzt schon, dass es sich bald wiederholen wird. Was habt ihr da gemacht? Oder was fuer Erfahrungen?

"Du magst Eis, du magst Eis, du liebst Eis, du kannst ohne Eis nicht leben, ohne Eis bist du hoffnungslos, deine Existenz ist sinnlos - ohne Eis. Ohne Eis bist du ein Scheiss."

Lucivar

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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Beitragvon leanabh gealaich » 13. Jul 2008 - 00:42


Borderline.. Hachja.
Ein bisschen BL steckt wohl in jedem, bei manchen sind diese Wesenszüge wohl ausgeprägter.

Wobei ich auch der Meinung bin, dass diese "Krankheit" (so es denn eine ist.. Und nicht eventuell sowas ähnliches wie die "Indigo-Children" ;) ) so wahnsinnig viele Facetten hat, dass man sie eigentlich nur schwer definieren kann.
Denn wo soll man die Grenze ziehen zwischen "noch normalem" und "krankhaftem" Verhalten? Wer darf es sich anmaßen, derartiges zu entscheiden?
Es bleibt wohl jedem Diagnostizierten selbst überlassen, ob er sich damit identifizieren kann oder nicht. Ob er es akzeptieren kann oder nicht. In eine bestimmte Schublade gesteckt zu werden, mag wohl niemand gerne.


Aber ein kleiner Quote aus einem - wie ich finde - guten Buch zum Thema:

Nach dem Diagnostischen und statistischen Handbuch psychiatrischer Störungen (DSM_IV) leiden circa 2% der Weltbevölkerung an der Borderline-Störung. Das entspricht, auf Deutschland bezogen, in etwa der Einwohnerzahl von Hamburg. 80% aller Borderline-Patienten haben in ihrer Kindheit eine Form von Misshandlung erlebt.
Einer repräsentativen Studie zufolge wurden 25% aller Borderliner als Kind sexuell missbraucht. Frauen sind mit 72% häufiger davon betroffen als Männer.
Insgesamt entspricht dies der Zahl von Menschen, die in Dresden leben. 100% aller Borderliner mit depressiver Symptomatik denken an Selbstmord, versuchten sich das Leben zu nehmen oder sind chronisch suizidal. 10% aller Borderliner überleben diese Störung nicht und entschließen sich zum Freitod.
Wenn man die Zahl auf Göttingen übertragen würde, dann hätte diese Stadt keine Einwohner mehr...

quelle: Timm Flemming, "Ich - mein Größter Feind. Leben mit dem Borderline-Syndrom", Bastei Lübbe September 2007
Welche Gruft ist finsterer als das Herz!
Welches Gefängnis ist unerbittlicher als das eigene Ich.
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Borderline-Persönlichkeitsstörung

Beitragvon Hagazussa » 13. Jul 2008 - 01:30


Entschuldige bitte...
Du kannst doch nicht allen ernstes BL, mit Indigo vergleichen?

Das ist doch was grundlegend verschiedenes....
Wenn du es eilig hast, gehe langsam
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