Besuch im Schlaflabor

Forum: Schlafstörungen - Schlafforschung


Störungen des Schlafes, Parasomnien, Nachtängste und Tipps gegen Schlafprobleme.




Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Svart-Vinter » 21. Mai 2010 - 20:51


Getrieben von nächtlichen Störungen des Schlafes, erzähle ich jetzt mal meinen Eindruck über den Besuch im Schlaflabor.

Diese Woche war es so weit, der Termin im Schlaflabor wegen Durchschlafstörungen und dem Night Eating Syndrom.

Besuch im Schlaflabor vom 18.05 - 20.05.2010

Den Termin zum diagnostischen schlafen im Labor bekam ich nach einem Vorgespräch.

Für die Diagnostik meines Problems waren 2 Tage vorgesehen.

17.00 Uhr - Ankunft und Anmeldung im Krankenhaus.
Ich wurde auf der "Inneren" in einem vollklimatisierten kleinen Zimmer ohne Fenster untergebracht.
Auf der Station wurden 3 Zimmer für die Schlafgestörten frei geräumt, diese Räume wurden mit spezieller Technik ausgestattet.
Es fanden insgesamt 6 Patienten in 3 Zimmern Platz, wobei in jedem dieser 3 Zimmer eine Wand hochgezogen wurde, damit man ungestört schlafen kann.

In dem Zimmer an sich habe ich mich nicht wohlgefühlt, da ich nicht weiter als bis zur Wand schauen konnte.

Schon bei der Ankunft bekam ich die Ahnung, dass es nicht einfach werden würde, was sich später auch bestätigen sollte.

17.30 Uhr - Eine Schwester kam um mir den weiteren Ablauf zu klären, fragte was ich zu den Mahlzeiten essen möchten.
Außerdem wollte sie einen Abstrich aus Mund und Nase nehmen, das machte sie mit ein - und demselben Wattestäbchen!
Angenommen; ich hätte einen Pilz im Mundraum (was rein statistisch gesehen, relativ häufig vorkommt), dann hätte sie mit dem Wattestäbchen die Pilzsporen (oft hochinfektiös) vom Mundraum in den Nasenraum übertragen. Ganz schön leichtsinnig und unprofessionell!
Weiterhin erklärte sie, dass ich gegen Abend verkabelt werde und ich dann nicht mehr aufs Klo könnte, da die Kabel nicht bis zur Toilette reichen, also müsste ich für einen Toilettenstuhl die Klingel betätigen, wenn ich nachts aufs Klo muss.

Das war schon die 3. Tatsache innerhalb von 30 Minuten, die mir Unbehagen einbrachte.

18.00 Uhr - Zeit fürs Abendbrot.
Danach bin ich sofort raus gegangen, um wieder weiter als 1 Meter weit schauen zu können.
Gott sei Dank war es eine schöne ländliche Gegend, man konnte unmittelbar am Krankenhaus einen Pilger-Weg entlang eines Flusses gehen.
Das war echt schön.

Zwischendurch bin ich immer mal wieder auf Station gegangen um zu schauen, ob mich vielleicht ein Arzt sehen will, dem war aber nicht so.

20.30 Uhr - Die Nachtschwester stellt sich vor, sie war ganz nett.
Sie hat mich nicht wie die anderen Patienten schon um 19.00 Uhr verkabelt, sondern erst um 22.00 Uhr, damit ich noch länger raus kann.
Ich meine, es ist eine Zumutung ab 19 Uhr angekabelt und völlig unflexibel zu sein.

Kurz später lerne ich den ersten Arzt von vier in insgesamt 2 Tagen kennen.
Er nahm schon vorhandene Daten nochmal auf (typisch!) und hörte meine Lunge ab.
Vermutlich ein Assi ;) (Assistenzarzt), er war irgendwie nervös.

22.00 Uhr - Ich wurde verkabelt mit insgesamt 21 Sensoren, 11!!! davon im Gesicht bzw. Kopf/Hals.
Einige besondere Sensoren waren zwei Gurte, einer für den Bauch, einer wurde oberhalb der Brust befestigt, ein Sensor zum anklippen für den Zeigefinger für die Pulsmessung und eine sensorische (Klebe)Flow-Brille oberhalb des Mundes um den Zufluss der Luft in Nase und Mund zu messen.
Alle anderen Sensoren, waren zum aufkleben in Form eines ovalen 2 Euro Stückes.
An allen Sensoren hingen Kabel in unterschiedlicher Stärke.

Das man damit nur sehr schwer schlafen kann, kann man sich bestimmt vorstellen. Es war gerade mal genug Freiraum um sich auf die andere Seite zu drehen.

So ungefähr schaut es dann aus:

Bild

Die roten Punkte kennzeichnen sehr genau die Stellen die mit Sensoren versehen werden.

Allein der Gedanke an dieses gefangen sein hat mich sehr unruhig werden lassen, nach gewisser Zeit kam noch die Zigarettensucht mit voller Wucht.

01.30 Uhr - Ich klingelte völlig aufgelöst nach stundenlangen rum wälzen. Zur Schwester sagte ich, dass das nix wird, ich muss raus.... rauchen, mich bewegen.
Mir wurde vorher schon gesagt, dass man die Diagnostik nicht unterbrechen sollte, aber die Schwester hat sehr gut erkannt, dass ich mich selber entlassen würde, wenn sie mich nicht gehen lässt.
Ich habe gezittert, ich wäre am liebsten gegangen, auf diese Art und Weise gefangen zu sein, ist wirklich unangenehm.
Obwohl ich eigentlich nicht pingelig bin, konnte ich mich an die ganzen Kabel nicht gewöhnen.

Na ja... bin mir dann mit dem Kabelwirrwarr und den vielen Pflastern im Gesicht eine rauchen gegangen, mir ist glücklicherweise keiner begegnet hehe.

Normalerweise schlafe ich in der Woche um diese Zeit schon längst, aber dort konnte ich nicht einschlafen, mir hat mein gewohntes Abendritual gefehlt.
In den Informationen zum Schlaflabor stand, dass man sich dort so verhalten soll wie zu Hause auch, da stand sogar, dass man Alkohol trinken soll, wenn man gewohnt ist, abends Alk zu trinken.

Wahrscheinlich wäre das mit dem Alk sogar die beste Lösung gewesen oder sollte es vielleicht sogar eine indirekte Andeutung sein?

02.00 Uhr - Nach dem rauchen liege ich wieder im Bett, ich bin jetzt völlig ruhig und schlafe sofort ein.

05.00 Uhr - Die diagnostische Nacht ist zu Ende, ich werde abgekabelt.
Eine deutliche Pflasterallergie zeichnet sich im Gesicht ab, da fast alle Sensoren zusätzlich mit Pflaster fixiert wurden.
Es juckt tierisch, ich habe knallrote Flecken im ganzen Gesicht.

Außerdem bin ich nach nur 3 Stunden Schlaf fertig mit der Welt, ich dachte, ich bin im falschen Film als die Schwester klopfte und Guten Morgen sagte.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl gerade erst die Augen zu gemacht zu haben.
Trotzdem war ich glücklich die Nacht überstanden zu haben.

Ankabeln und Abkabeln dauern jeweils ca. 20 Minuten. Vor dem Ankabeln werden die zu beklebenden Hautstellen mit einer Salbe entfettet, dazu wird eine grobe Kompresse genommen um einen Peel-Effekt zu erzeugen.
Wenn man den Namen "Schwester Rabiata" trägt, dann kann das Entfetten der Haut auch schon mal sehr weh tun.

Nach der Abkabelung habe ich mich nochmal hingelegt, ich konnte gar nicht anders.

07.30 Uhr - Lautes klopfen an der Tür. - Eine Schwester nimmt mir Blut ab, danach bekomme ich Frühstück.

09.30 Uhr - Ich lerne den zweiten Arzt kennen, sehr nett.
Er macht bei mir ein EKG und einen Herzultraschall, beide Befunde unauffällig.
Bin also ziemlich gesund.

Der Arzt wusste gar nicht was mir fehlte, als ich ihm erklärte warum ich da bin, meinte er, dass das nächtliche Essen höchstwahrscheinlich eine abgewandte Form des Schlafwandelns ist.

Und je mehr ich die letzten Jahre reflektiere um so mehr bin ich auch dieser Meinung, denn ich esse Nachts nicht nur was mir schmeckt.
Ich esse praktisch alles was mir unter die Finger kommt, von gefrorenen Sachen bis hin zu Zartbitterschokolade, die ich normalerweise nie essen würde.
Mal gut, dass ich Nachts nicht an andere Sachen ran gehe...

Ein Lungenfunktionstest gehörte eigentlich auch noch zu dieser Untersuchung, dieser wurde aber schon im Vorgespräch gemacht und musste nicht wiederholt werden, da kein auffälliger Befund vorlag.

Wäre ich nicht so naiv gewesen, hätte ich nach diesen 3 Tests schon wissen müssen, wie die Diagnose lauten würde... doch dazu später.

12.00 Uhr - Es gibt Mittagessen (echt ekelhaft) und im gleichen Augenblick möchte der dritte Arzt im Bunde mit mir reden.
Er deutete hier schon mehr als deutlich an, dass man mir bei meinem Problem vermutlich nicht helfen kann, da es von "Außen" kommt und nicht von "Innen".
Die zweite diagnostische Nacht wurde mir aber trotzdem zugesichert, da ich in der letzten Nacht nur 3 Stunden geschlafen habe.

Was hier bereits festzustellen war, dass ich eine sehr unruhige Schläferin bin, mehr nicht.
Der Arzt hat mir verboten, mich tagsüber hin zulegen.

Das war für mich sehr sehr schwer, ich habe den ganzen Tag mit mir gekämpft, meine Gedanken drehten sich nur um den Schlaf der mir spürbar fehlte.
Da ich ja mit dem Auto dort war, bin ich in die Stadt gefahren und bin dort einfach durch die Läden gegangen.
Die Stadt kannte ich noch nicht, aber insgesamt war es echt super, mal ganz alleine los zu gehen, wo einen keiner kennt.

Ich habe dann noch eine Burg besichtigt und war in einem Reichswald spazieren, danach bin ich wieder auf dem Pilgerweg (Papa-Klein-Wanderweg in Goch) gelandet hehe.
Der gefiel mir außerordentlich gut, da er verlassen war, in der schönen Natur, gleich an einem Fluss entlang führend.

Irgendwann demnächst werde ich mal den ganzen Weg pilgern, das habe ich mir vorgenommen.
Insgesamt war ich knapp 5 Stunden unterwegs :)

Danach war ich fix und fertig, ich dachte, die nächste Nacht muss besser werden...

18.00 Uhr - Abendessen. Mir schmeckt es nicht.

21.00 Uhr - Verkabelung der Sensoren. Es war eine andere Nachtschwester da.
Sie war vom Wesen her ganz anders wie Vorherige, aber nicht besser, sondern viel hektischer.
Ich mag hektische unfreundliche Schwestern nicht.

23.30 Uhr - Ich werde nervös, ich habe Schmacht, ich kann nicht schlafen.
Also wieder das Gleiche wie in der Nacht zuvor.
Ich klingele, sie stöpselt mich ab, aber nur sehr ungern, sie wollte es nicht einfach so machen mit der Begründung, dass dies nicht im Sinne der Sache ist.

Na ja, aber wenn ich gar nicht einschlafe... bestimmt noch weniger.

Bin rauchen gegangen und habe mich im Raucherraum noch ca. 30 Minuten mit einem jungen Mädel unterhalten, dann hat mich die Nachtschwester geholt. (lol -.-)
Ich habe mich mit 28 Jahren wie ein kleines Kind gefühlt, vor allem war ich echt sprachlos, ich meine, ich habe selber 7 Jahre in der Pflege gearbeitet, aber so was habe ich nie zu Stande gebracht.

Sie meinte, die Krankenkasse würde sonst Ärger machen, wenn ich jetzt noch länger fern bliebe.
Ich habe ja schon einiges gehört und selbst mit erlebt wie das System der Krankenkasse funktioniert, aber DAS?

Egal...

Sie hat mich wieder angekabelt und ich bin ruhig eingeschlafen, da alle Bedürfnisse befriedigt waren.
In meinem Fall war es in beiden Nächten eben das Rauchen was mir fehlte, denn das gehört bei mir eben dazu, vorm schlafen gehen rauche ich gerne noch ein Kippchen.

Um ein besseres Ergebnis in der Diagnostik zu erzielen, habe ich auch extra etwas früher geklingelt, damit ich auch früher wieder zum schlafen komme.
Das hat dann ja im Prinzip auch geklappt.

00.00 Uhr - Ich schlafe ein und die Nacht fast durch mit nur einer Unterbrechung (ohne Einnahme von Essen), an die ich mich erinnere.

05.30 Uhr - Das ist eigentlich sensationell für meine Verhältnisse, in 5 1/2 Stunden nur einmal wach zu werden.
Normalerweise wache ich in dieser Zeitspanne mindestens 2x aber eher 4x auf und esse dann oder rauche.
Ich habe mich nach dem Erwachen spitze gefühlt, bin aber von alleine wach geworden kurz bevor mich die Schwester abkabeln wollte.
Ich war so glücklich, da tat das rabiate abziehen der zig Pflaster auch gar nicht mehr so doll weh.

Mit voller Elan fing ich an, das Zimmer aufzuräumen, meine Tasche zu packen, mich zu duschen und schick zu machen für den Heimweg.

07.30 Uhr - Frühstück (Krankenhausfrühstück!).

10.00 Uhr - Endlich das ersehnte Gespräch mit dem Arzt Nr. 3
Ich frage ihn, was mir fehlt.

Zuerst sollte ich ihm meinen eigenen Eindruck über den Schlaf der letzten Nacht mitteilen, da ahnte ich schon, wie das Ergebnis lautet.

Meine Antwort war: "Gut!"

Ja und genau das bestätigte er mehr oder weniger.
Aber ich habe jetzt eine bzw. zwei Diagnosen und bin trotzdem nicht weiter mit meinem Wissen.
Mein Problem ist die sogenannte "Schlafhygiene", sie ist falsch, ich mache es falsch, das ist das primäre Problem.

Die zweite Diagnose ist eine, die von "Innen" kommt.

In den Tiefschlafphasen verkrampft sich bei mir hin- und wieder ganz minimal die Luftröhre.
Dadurch werden Impulse an das Gehirn gesendet, die ihm befehlen, den Mensch aus der Tiefschlafphase heraus zu holen.
Das ist aber NICHT der Grund, warum ich nachts immer aufwache oder nachts esse.

Die Prognose der 2. Diagnose ist die Schlafapnoe.
Der Arzt sagte, dass ich in 20 Jahren oder später oder vielleicht sogar nie (man kann es nicht genau sagen) eine Schlafapnoe bekommen werde.
Das beunruhigt mich weniger, mir macht meine Ratlosigkeit mehr Angst, da ich bzgl. der Schlafhygiene nicht weiß, was ich noch alles machen soll.
Ich habe doch schon so viel diesbzgl. versucht, auch über längere Zeiträume.

Mir bleibt nur der erneute Versuch, mich selbst zu heilen...

Ich muss mir jetzt einen neuen Plan schmieden, wie sich das Thema Schlaf ab sofort gestalten soll.

Der Arzt meinte, dass ich in großen Abständen eine einzige Schlaftablette zur Schlafkorrektur nehmen könnte, aber alles andere liegt in meiner Hand.
Klar, man könnte natürlich noch Psychologen oder gar Ernährungsberater oder Heilpraktiker hinzu ziehen, wobei letztere nicht unbedingt von der Krankenkasse übernommen werden und man sich mit den hohen Behandlungskosten selbst rum schlagen muss.
Tabletten selbst hat er mir aber nicht mit gegeben, die soll ich mir beim Hausarzt holen, wenn der Bedarf besteht.

Momentan muss ich das alles erstmal sacken lassen, sicherlich bin ich froh zu wissen, welches Problem ich genau habe, aber das ist eben verdammt schwer in den Griff zu bekommen, vor allem, wenn man 7 Jahre mit Durchschlafstörungen und Parasomnien gelebt hat.

Man braucht unglaublich viel Disziplin und eine Willen, den man mit Stahl vergleichen sollte.

Trotzdem fühle ich mich ein wenig so als wäre ich vor eine Wand gerannt, da ich ganz tief in mir wusste, dass es wieder ein schwerer Weg werden würde, dass es wieder mal "nur" psychisch bedingt ist und diese Sachen sind wie ein verdammter Virus, der mit einem in Symbiose lebt und nicht weggehen will.

Die 2 Tage Schlaflabor haben mich mürbe gemacht.

Man hat dort nichts außer Zigaretten, Fernseher und die Natur vor der Tür.
Vor den Patienten denen man im Krankenhaus begegnet ist man gleich, egal was für ein Problem man hat, jeder dort hat es nicht besser wie andere Mitpatienten.

Ich habe mich da nicht wohl gefühlt und würde so schnell nicht mehr in ein Schlaflabor gehen, um genau zu sein; eigentlich nie wieder!
Mir sind da viele sehr kranke Menschen begegnet und ich habe einige Krankengeschichten im Raucherraum hören können.
Von Krebs bis verfuschte Operationen...

Zum 4. Arzt: Er hatte das Vorgespräch gemacht letzte Woche und als ich ihn in dieser Woche immer auf dem Flur begegnet bin, hatte ich das Gefühl er wollte vor mir flüchten.
Ich hatte bei dem Gespräch schon so ein komisches Gefühl mit ihm und vielleicht hat sich mein Eindruck bestätigt, ich weiß es nicht und werde es auch nie erfahren. Gut so.

10.30 Uhr - Ich werde entlassen und muss 30 Euro Eigenbeteiligung für 3 Krankenhaustage bezahlen.


Ich bin so froh, wieder zu Hause zu sein, gestern als ich entlassen wurde, habe ich ein starkes Glücksgefühl und das Gefühl von Heimweh verspürt, das war schön.

Aber ansonsten weiß ich nicht, was ich sagen soll... ich bin eigentlich kein Stück weiter wie vorher.


Grüße.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Mike » 25. Mai 2010 - 08:09


Öha... das hört sich ja Mal nach nem kleinen "Leidensweg" an. Vor allem les ich jetzt draus dass du nicht wirklich schlauer als vorher bist?
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Svart-Vinter » 25. Mai 2010 - 13:44


Na ja, ich habe ein paar Tipps bekommen, auch von der Nachbarin aus dem Zimmer.

Mir wurde vom Arzt dringend geraten, den Mittagsschlaf weg zu lassen, denn das bringt den ganzen Rhythmus durcheinander, auch wenn man sich nur 30 Minuten hinlegt.
Ich muss an der Schlafhygiene feilen und das mit dem Mittagsschlaf gehört dazu.

Ich soll autogenes Training machen, evtl. einen fachmännischen Kurs belegen.

Zum essen in der Nacht wurde mir geraten, anstatt auf etwas süßes zu greifen, soll ich mir lieber eine Tasse Kakao neben das Bett stellen.

Wenn ich bedenke wie die erste Nacht nach dem Schlaflabor zu Hause abgelaufen ist....
Ich war wie sonst auch 4 x wach und habe mir 200g Schokolade rein gepfiffen.... also bin ich im Prinzip kein Stück weiter, denn die Disziplin ist wohl das 1. woran ich feilen muss.
Dabei bin ich eigentlich diszipliniert, nur gegen diesen verdammten Zwang nachts zu essen, komme ich kaum gegen an, das ist so verdammt schwer.
Ich bin mir zwar bewusst, was ich mache nachts, aber hinzu kommt, dass ich komischerweise nicht nur Dinge esse, die mir schmecken, ich esse auch Sachen, die ich sonst niemals essen würde, wie eben Zartbitterschokolade oder auch tiefgefrorenes.

Ich werde alles tun was in meiner Macht steht, zur Not versuche ich auch eine Psychotherapie, wenn ich es beim nächsten Angriff wieder nicht schaffe.

Letzte und vorletzte Nacht habe ich nicht gegessen, das ist schon ein kleiner Erfolg.
Das war aber nur, weil das Verlangen nicht bestand, nächste Nacht kann es schon wieder ganz anders aussehen.

Aufgrund von mangelnder Erfahrung kann ich leider nicht mal behaupten, dass es überhaupt in den Griff zu bekommen ist mit dem essen.
Ich denke immer nur "es muss, es muss".


Grüße.
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Mike » 25. Mai 2010 - 14:16


Hm... ja, das mitm Mittagsschlaf ist so ne Sache. Ich hab früher Mal gelesen, dass so 10-15 Minuten rum in Ordnung sind, wenns länger wird, wirkt es sich allerdings negativ aus.

Machst du den Mittagsschlaf, weil du wirklich so hundemüde bist oder eher aus Gewohnheit?

Ich hoffe Mal, dass du es in den Griff kriegst. Und selbst wennst du es nicht ganz abstellen kannst, ein bisschen verbessern glaub ich geht immer. Man kann im Übrigen nicht immer ne "harte Sau" sein, manchmal vergisst man die Disziplin (oder will sie vergessen).
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Svart-Vinter » 25. Mai 2010 - 17:20


Ich mache es aus beiden genannten Gründen. Das eine steht dem anderen nichts nach.
Ich bin müde und aus Gewohnheit lege ich mich hin.

Das Problem ist eben, diesen massiven Tiefpunkt zu überwinden, den ich ca. 2 x am Tag nach der Arbeit habe.
Die Müdigkeit fühlt sich so mächtig an, dass ich nicht widerstehen kann.

Mir bringt es auch nichts mehr, mich an so einem Punkt vor den PC zu setzen, denn der Drang mich ins Bett zu legen ist einfach zu stark.
Lesen geht gleich gar nicht, denn da nicke ich sofort weg.

Wenn jemand Tipps hat, ich nehme jeden und wenn er noch so simpel ist.
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Mike » 28. Mai 2010 - 13:29


Hm... klingt vielleicht komisch, aber ich habs ne Zeit lang so gemacht, und die Folge war eigentlich ganz nett:

Nimm nen Schlüssel in die Hand (oder irgendwas, das klimpert wenns aufn Tisch fällt), leg den Kopf aufn Tisch und halt die Hand hoch. Versuch dann einfach abzuschalten und der Müdigkeit nachzugeben. Bevor du aber wirklich einschläfst, knallt die Hand auf den Tisch und du wirst wieder wach.

Hab das Mal in irgend nem Manager-Magazin gelesen, und manche Leute schwören drauf.
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Svart-Vinter » 28. Mai 2010 - 14:40


Ich kenne diese Methode, Salvador Dali hat es auch so gemacht.

Er hat sich zum Mittagsschlaf hingelegt mit einem Löffel in der Hand und neben die Couch hat er eine Untertasse gestellt, als er einschlief, fiel der Löffel auf den Teller.
Das klingt zwar krank, aber das funktioniert sicherlich.

Ich experimentiere gerade etwas und was den Mittagsschlaf angeht, scheint es auch zu klappen.

Ich stelle mir den Wecker auf 15 Minuten später oder ich schlafe mit offenen Fenster (ohne runter gezogene Rollos) und werde nach kurzer Zeit von den Geräuschen draußen wieder wach.
Man kann den Körper evtl. darauf trimmen, mit 15 Minuten Mittagsschlaf aus zukommen, so das er auch nicht mehr verlangt.

Die ganze Woche über habe ich es jetzt so gemacht, aber trotzdem kommen die anderen Tiefpunkte noch und ich bin Abends schon sehr früh müde.
Zufrieden bin ich damit noch nicht, gerade auch was die Nächte betrifft.

Heute habe ich Post vom Schlaflabor bekommen und scheinbar ist die Sache doch noch nicht ganz erledigt.
Ich soll jetzt 7 Tage lang Schlafprotokoll führen, das haben sie mir auch mitgeschickt.

Das Abendprotokoll (vor dem Lichtlöschen) beinhaltet Frage 1-6.

1. Wie ist Ihre Stimmung jetzt? (1: sehr gut ... 6: sehr schlecht)
2. Wie leicht/schwer fiel es Ihnen heute, Leistungen (Beruf, Freizeit, Haushalt) zu erbringen? (1: sehr leicht ... 6: sehr schwer)
3. Haben Sie heute tagsüber geschlafen?
Falls ja, geben Sie an, wann und wie lange insgesamt.
4. Haben Sie in den letzten 4 Stunden Alkohol zu sich genommen?
Falls ja, was und wie viel?
5. Wie frisch/müde fühlen Sie sich jetzt? (1: sehr frisch ... 6: sehr müde)
6. Wann sind Sie zu Bett gegangen?

Das Morgenprotokoll (nach dem Aufstehen) beinhaltet Fragen 7-15.

7. Wie frisch/müde fühlen Sie sich jetzt? (1: sehr frisch ... 6: sehr müde)
8. Wie ist Ihre Stimmung jetzt? (1: sehr gut ... 6: sehr schlecht)
9. Wann haben Sie gestern das Licht ausgemacht?
10. Wie lange hat es nach dem Licht löschen gedauert, bis Sie einschliefen?
11. Waren Sie nachts wach?
Falls ja, wie oft und wie lange insgesamt?
12. Wann sind Sie endgültig aufgewacht?
13. Wie lange haben Sie insgesamt geschlafen?
14. Wann sind Sie endgültig aufgestanden?
15. Haben Sie seit gestern Abend Medikamente zum Schlafen genommen?


Eine Anleitung zum ausfüllen des Protokolls gabs auch dazu. Mit dem Protokoll wollen sie meine subjektive Meinung über meinen Schlaf ermitteln.
Leider ist überhaupt nicht mit angegeben, wohin ich das ausgefüllte Protokoll schicken soll, ob zum Hausarzt oder wieder ins Schlaflabor.

Ich weiß im Endeffekt gar nicht, was die noch von mir wollen, da ja schon mehr als deutlich signalisiert wurde, dass man mir nicht helfen kann und auch nicht wird.
Gestern habe ich mal wieder nach Lösungen im Internet gesucht und eine Frau hat ihre Schlafstörungen erfolgreich mit Aminosäuren in den Griff bekommen.
Nur leider kostet eine Dose des Medikaments 50 Euro und die Wirkung kommt erst nach 2-4 Monaten, dementsprechend wären es 200 Euro für 4 Monate Medikamente.

Das wäre für mich eine der letzten Lösungen, wenn die Schulmedizin nicht weiter kommt, so wie es ja oft der Fall ist, dann greife ich auch gerne zu alternativen Mitteln aus der Homoöpathie.


Viele Grüße.
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Svart-Vinter » 5. Aug 2010 - 20:47


Nachdem ich neulich wegen anderen Problemen meinem Hausarzt einen Besuch abstattete, kamen wir auch wieder auf die Schlafstörungen zu sprechen und er meinte ich bräuchte mal ein Grundkonzept.
Ich solle mich bei einem Neurologen vorstellen, das habe ich nun auch getan.

Am Dienstag war ich bei einer Neurologin, die Frau war sehr nett und fragte gleich wo der Schuh drückt.

Ich habe ihr alles erzählt und auch, dass die Antidepressiva die mir u.a. für die Schlafstörungen verschrieben wurden, nicht halfen.
Jetzt hat sie mir Trimipramin in Tropfenform aufgeschrieben, ich soll mit 8 Tropfen 2 Std. vorm schlafen gehen anfangen und kann selber bis auf 30 Tropfen hoch dosieren.
Ich bin ziemlich skeptisch, das hat sie auch gemerkt, sie meinte, wenn das nicht hilft, dann kann man noch andere Sachen ausprobieren.

Momentan habe ich noch Urlaub und schlafe deswegen unregelmäßig, aber ab nächste Woche muss ich wieder arbeiten und dann fange ich mit den Tropfen an, ich bin sehr gespannt ob es dieses mal funktioniert.
Ende September soll ich nochmal zu der Neurologin, sie möchte den Bericht vom Schlaflabor sehen, diesen habe ich mir heute besorgt.

Als Diagnose steht drin:

1. Inversion des Schlaf-Wachrhythmus (G47.2), AHI 0,9/h.
Ausschluss einer Schlafapnoe, Ausschluss eines Restless-legs-Syndroms.

Soll so viel heißen, dass bei mir der Rhythmus verzögert ist.

Dann steht da noch:

Polysomnographie: 1. diagnostische Nacht:

AHI 1,7/h, minimale Sättigung 94%, Tiefschlaf 39,9%, REM 11,6%, Schlafeffizienz 66%, Arousal-Index 40/h

Polysomnographie: 2. diagnostische Nacht:

AHI 0,9/h, minimale Sättigung 94%, Tiefschlaf 39,1%, REM 23,2%, Schlafeffizienz 57%, Arousal-Index 16,7/h

Epworth-Schläfrigkeitsskala:

17/24 Punkten (normal bis 7, pathologisch ab 9)


Aber da kann man mal sehen, dass nicht mal 2 diagnostische Nächte reichen um eine ordentliche Diagnose zu bekommen, denn das Restless Legs Syndrom habe ich definitiv.

Auf dem Bericht gibts noch einen längeren Bericht über meinen Aufenthalt, aber da steht im Prinzip nichts neues drin.

Für mich wären jetzt Werte zum vergleichen einer anderen Person sehr interessant.
Also falls es da draußen jemand liest, bitte erzählt von Euren Erfahrungen :-)


Viele Grüße.
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Mike » 12. Aug 2010 - 13:20


Würd dir natürlich sehr gern weiterhelfen, aber mir fehlt in dem Bereich absolut die Erfahrung. Aber ich könnt dich ja auch Mal beobachten :-P
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Re: Besuch im Schlaflabor

Beitragvon Sinead77 » 23. Aug 2010 - 20:39


Hallo

Mein Schlaflaborbesuch lief ganz ähnlich ab, nur das ich nur eine Nacht und einen ganzen Tag dort bleiben musste und getestet wurde.

Hab meinen Bericht hervorgekramt kann dir aber keine vergleichbaren Messwerte geben.
Vielleicht liegts dran, dass ich in der Schweiz den Test gemacht habe und die andere Messwerte in den Bericht nehmen als bei Dir, oder das die Arztsprache hier anders ist als bei Dir.

Aber kurz und gut. Wir leiden beide am selben Problem und kommen nicht weiter.

Weil ich so frustriert war, hab ich in den letzten 7Monate mich auf 6 Medikamententest eingelassen.
Doch keines half auch nur halbwegs.

Mir wurden folgende Medis verschrieben:

Wellbutrin
Topamax
Rivotril
Imovan
Ritalin
??? hab ich leider den Namen vergessen
Antidepressiva


Ich war lange Zeit gegen Medikamente, aber ich war so am Ende dass ich nun alles probiere.

Folgende Therapien/Sachen habe ich in den letzten 15Jahren ausprobiert, leider auch alles erfolglos:

Autogenes Training
Hypnosetherapie
Gesprächstherapie
Parapsychologie
Atlaslogie
Akkupunktur
Cranio Sakrale irgendwas
Fastenkuren
Elekrolyse Fussbäder
Edelsteine
Tees
Ernährung
Bachblüten
Wasseradern
Tees
Kein Kaffe und Nikotin über 1Jahr lang
Schüsslersalz

Ich weiss echt nicht mehr wie weiter. Mein jetztiger behandelnder Arzt gibt einfach nicht zu, dass er mit meinem Fall überfordert ist. Er hätte mit einem Kollegen in Amerkia gesprochen und bei seinen Fällen hätten die Medis die er mit mir durchtestet geholfen. Ich kann einfach nicht glauben, dass ich die einzige bin, der nicht geholfen werden kann.
Ichbin total gespannt was der besuch beim Neurologen bei dir bewirkt hat.
Vielleicht sollten wir mal unser Leben, Lebensweise, Kindheit, Gesundheitszustand, Alter, etc vergleichen, vielleicht finden wir dort einen Ansatzpunkt der uns weiterbringen könnte. Du glaubst gar nicht wieviele Stunden ich schon im Internet gesucht habe und nichts gefunden... :-(

LG und eine Kalorienarme Nacht wünsche ich.
Sinead77

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