Autosuggestion

Forum: Die größten Rätsel der Menschheit


Welche sind die größten Rätsel der Menschheit? Alles zum Thema "ungelöste und gelöste" Rätsel der Menschheitsgeschichte.




Autosuggestion

Beitragvon Mike » 29. Jul 2009 - 21:30


Autosuggestion bezeichnet einen für einen bestimmten Zeitraum wiederkehrenden Vorgang, sein Unterbewusstsein mit Nachrichten zu beeinflussen. Im Volksmund kann man auch "Man redet sich etwas ein" sagen, was den Nagel zwar auf den Kopf trifft, aufgrund der typisch ländlichen Skepsis gegen Wissenschaft/Psychologie/... aber eher abwertend gemeint ist.

Mit Hilfe der Autosuggestion wird der gleiche Gedanke wiederholt ins Unterbewusstsein "eingepflanzt", so dass man letzten Endes an die Botschaft glaubt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dieses Einpflanzen kann auf verschiedene Art und Weise geschehen:

- Hören: Wer kennt sie nicht, die Selbst-Hilfe-Bänder mit "Lerne, NEIN zu sagen" oder "Du bist schön, du bist selbstbewusst, ..." (meist verbunden mit der Aufforderung, es selbst zu sagen ==> Hören/Sagen)

- Visualisierungen: Ein Beispiel aus der Esoterik wäre hier u.a. die Sigillenmagie, wobei diese noch etwas darüber hinaus geht. Kurz umrissen: Einen Gedanken (Wort/Satz/[Roman...]) überlegen, den man sich einprägen will ==> entweder eine Zeichnung darüber anfertigen, die man damit asoziiert oder eine Sigille zeichnen, d.h. Buchstaben zu einem Konstrukt verbinden, bei dem man die ursprüngliche Nachricht nicht mehr rekonstruieren kann.

- Mental: z.B. durch einen inneren Sprechgesang im immer wieder gleichen Rhytmus oder durch ein Bild, welches man mit der Aussage assoziiert


Dass A. (ich kürze es jetzt ab, wird mir zu blöd :mrgreen: ) nicht nur aus dem Ärmel gezaubert ist, sondern Tatsachen entspricht, dürfte wohl keiner leugnen, denke ich Mal. Wenn man etwas aufmerksam ist, dürfte man auch an sich selbst feststellen, wie man A. verwendet - und sei es nur der Gedanke "Ich schaff die Prüfung... ich schaff die Prüfung... [TSCHAKKA!!!]". Und man wird ruhiger davon. Andere wiederum reden sich ein, dass sie etwas niemals schaffen werden und werden dadurch nervös - was sich auch durch physikalische Folgen (psychosomatisches eben) bemerkbar macht.


Ich finde das faszinierend und zugleich auch fast schon erschreckend. Faszinierend deswegen, weil man durch GEDANKEN die Materie beeinflussen kann - man kann sich solange einreden, dass man etwas nicht schafft, dass man wirklich Magenschmerzen davon bekommt (als simpelstes Beispiel... ich bezweifle es aber, dass man sich erfolgreich einreden kann, Krebs zu haben :D ).
Aber zugleich auch erschreckend, da man so viele unbewusste Gedanken hat, die man vielleicht einfach nur beiseite schiebt, die sich aber dennoch im Unterbewusstsein einnisten und einen auf Dauer schädigen können.

Die Frage ist doch auch: wie weit geht diese Beeinflussung? Wie kann man die Grenzen ausloten, das alles auf die Spitze treiben? Würde man die Esoterik/den Okkultismus (z.B. Austin Osman Spare) hinzuziehen, könnte man davon ausgehen, dass man durch eigene Autosuggestion auch andere beeinflussen kann. Aber den Gedanken lasse ich jetzt Mal aussen vor, da er vorerst nicht relevant ist.

Ist es auch als Autosuggestion zu bezeichnen, wenn Kinder mit "unsichtbaren Freunden" spielen? Ist das nur Fantasie oder empfinden sie das als real? Kann man sich selbst einreden, etwas zu sehen, obwohl es für andere nicht sichtbar ist? Was ist z.B. mit Geistern? Nehmen wir an, jemand hatte eine Geistererscheinung (bzw. er glaubt zumindest daran). Daraufhin beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema und wird sich immer sicherer, dass er eine Geistererscheinung hatte. Das hat natürlich zur Folge, dass er fest an Geister glaubt. Verbunden mit einem leicht ängstlichen Gemüt redet er sich immer öfter ein, er hätte etwas aus den Augenwinkeln beobachtet und redet sich ein, etwas aus der Anderswelt würde ihn verfolgen. Irgendwann braucht er das vielleicht nicht Mal mehr denken - er SIEHT die Schatten wirklich. Weil er es sich eben oft genug gedacht hat.

Ich rede hier nicht von mir oder von einem Fall, den ich kenne. Ich hatte nur in letzter Zeit häufiger Gedanken darüber und hab das Mal etwas weitergesponnen, da ich die Möglichkeiten der A. wie gesagt für sehr interessant halte.

Hat hier sonst noch jemand Erfahrungen damit oder Erkenntnisse darüber? Ich denke Mal, Haderlumpin dürfte einiges dazu schreiben können ;-)
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Re: Autosuggestion

Beitragvon Nibiru » 23. Aug 2009 - 21:43


Ein Freund von mir, hat eine Software entwickelt, die man installiert, und die einem unterbweusst Botschaften suggeriert..Man kann es halt selbst einstellen, und ohne das man es merkt, erscheint am Bildschirm dann immer ein Wort.

Ich bin nur noch nicht dahinter gekommen ob er das nur entwickelt hat um die Leute abzuzocken.. Der spaß kostet nämlich Kohle und das vertreibt er im Internet
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Re: Autosuggestion

Beitragvon Mike » 24. Aug 2009 - 10:01


Naja... ich würd sowas allein schon deswegen nicht verwenden, weil es jemand ANDERER programmiert hat und ich keine Möglichkeit hätte, den Quellcode zu überprüfen... wer weiß, nicht dass zusätzlich noch die Nachricht "Überweise mir Geld!" oder so aufblendet ;-)

Sublimal messages erfüllen aber natürlich auch ihren Zweck. Nur wie gesagt - ich würd so ein Programm nicht verwenden, wenns von andren gemacht wurde.
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Re: Autosuggestion

Beitragvon Nibiru » 11. Sep 2009 - 22:10


Ich würd sowas auch nicht verwenden. heutzutage kann man ja schon alles im Internet anbieten :/
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Re: Autosuggestion

Beitragvon Ategato » 18. Sep 2009 - 23:17


Autosuggestion baut auf Neuroplastizität auf, also die Eigenschaft des Gehirnes, sich (hingegen überalteter Schulbelehrungen) jederzeit verändern/verformen zu können.

Ich habe bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht. Um negative Impulse loszuwerden, wie zum Beispiel die Angst vor etwas oder zwangsneurotische Eigenschaften (man kann Phobien loswerden, ich habe auf diese Art beispielsweise meine soziale Phobie überwunden und bin jetzt viel aufgeschlossener als vor Jahren)

Mike hat geschrieben:Naja... ich würd sowas allein schon deswegen nicht verwenden, weil es jemand ANDERER programmiert hat und ich keine Möglichkeit hätte, den Quellcode zu überprüfen... wer weiß, nicht dass zusätzlich noch die Nachricht "Überweise mir Geld!" oder so aufblendet ;-)

Sublimal messages erfüllen aber natürlich auch ihren Zweck. Nur wie gesagt - ich würd so ein Programm nicht verwenden, wenns von andren gemacht wurde.


Um frei von jeglicher Art subliminaler Nachrichten oder Beeinflussungen zu sein, müsste man sich von allen Medienformen abschotten.
Sogar in der Gesellschaft steht man unter ständiger reziproker Beeinflussung, allerdings kann man dies noch relativ gut steuern, wenn man sich mit Sozialpsychologie beschäftigt.


ps. das Beispiel mit der Geldüberweisung ist ja wohl ein billiges Horrorfilmklischee :D
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Re: Autosuggestion = eigener Einfluss (im Gegensatz zum frem

Beitragvon f.j.neffe » 9. Dez 2010 - 23:12


"AUTOSUGGESTION ist ein Werkzeug, das wir schon beiu der Geburt besitzen" sagt uns É.Coué. Kein Mensch auf dieser Welt kommt folglich um AUTOSUGGESTION herum. Die Frage, OB wir uns damit beschäftigen, stellt sich de facto überhaupt nicht, es geht allein um die Frage: WIE.
Ich erforsche Coué und die Autosuggestion seit 35 Jahren. Eine wichtige Beobachtung dabei ist, dass wir alle ganz extrem viel UNBEWUSST ÜBERNOMMENE AUTOSUGGESTION betreiben. Man kann sie uns praktisch problemlos unterjubeln, weil wir ja brav immer den Kopf in den Sand stecken, wenn es um Suggestion geht. Schule z.B. ist eine einzige - allerdings ziemlich plumpe - AUTOSUGGESTIONS-Unterjublungs-Maschinerie. Auch das UNBEWUSSTE ist durch die Pädagogik für uns tabu, doch genau dort liegen unsere TALENTE, an die wir deswegen nicht herankommen. Wir sind durch Pädagogik dressiert, unsere BEWUSSTEN ANSTRENGUNGEN zu verdoppeln, und es ist doch sonnenklar dass das nur zu einem einzigen Ergebnis führen kann: Wir sind doppelt angestrengt.
Durch Émile Coués (1857-1926) enorme praktische Erfolge wurde die Autosuggestion binnen weniger Jahre eine weltberühmte Selbsthilfe-Methode. Ist es nicht interessant, wieviele Bemühungen es pausenlos in der Wissenschaft gab, unsere Aufmerksankeit auf Leute zu lenken, die Coué in der Praxis nicht das Wasser reichen konnten. Ich führe hier nur ein Beispiel an: seinen Altersgenossen Sigismund Freud. Freud und Coué machten im Prinzip dasselbe; im Lebensschlüssel Autosuggestion habe ich konkret verglichen, wie die beiden Herren eine Gehbehinderte behandeln. Dabei hat Freud auch 20 Jahre später immer noch nicht erkannt, dass sein vermeintlicher Misserfolg in der Praxis ein Erfolg war. Freud steht für THEORIE IN DAS PROBLEM HINEIN. Coué löst einfach im Handumdrehen heiter die Aufgabe als eine neben anderen. Coué steht für die PRAXIS AUS DEM PROBLEM HINAUS. Das System Freud eignet sich ungleich mehr für die GOÄ (Gebührenordnung Ärzte), das ist der simple Grund, weshalb die gesamte Wissenschaft - so zerstritten sie sonst immer ist - sich in dem Punkt einig war, Coué + Autosuggestion zu verdrängen. G.Lebzeltern hat den Nachweis dafür mit seiner 1980 in die Sitzungsberichte der Österr.Akademie der Wissenschaften aufgenommenen Arbeit begonnen und ich habe das mit meiner Diplomarbeit über Autosuggestion und Schule im Jahr darauf ergänzt und abgerundet.
Wie schon Paul Watzlawick - auch ein Coué-Fan - mahnte, kann der Mensch nicht nicht denken. Das bedeutet: Er treibt ununterbrochen Autosuggestion. An unseren Ergebnissen können wir ablesen, welche QUALITÄT unsere AUTOSUGGESTION hat, und uns verbessern. Wer es lernen will, wählt ökonomischerweise dafür natürlich nicht immer die Beispiele derer, die es nicht können. Ich wünsche allen guten Erfolg, er ist möglich.
Franz Josef Neffe
"Nicht der Wille ist der Antrieb unseres Handelns sondern die Vorstellungskraft." Émile Coué (1857-1926)
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