Auf ein kollegiales Verblöden

Forum: Kaffeekränzchen


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Auf ein kollegiales Verblöden

Beitragvon Ategato » 3. Jan 2009 - 18:04


[align=center]Klare Frage, klar Antwort.
Wenn man den Durchschnitts-IQ-Werten Glauben schenkt, dann gab es ein beachtliches Ansteigen dessen, jedoch sinkt es ab ca. dem Jahre 2000 stetig.
[/align]

Aus persönlicher Erfahrung kenne ich aber auch Gymnasiasten, die ihr Abitur doch tatsächlich geschafft haben und nicht einmal richtig Deutsch sprechen und die einfachsten Fehler nicht ausmerzen können.
Ganz zu schweigen von hedonistischen Schwachköpfen mit "Ey krass alda, ich muss sie poppen"- oder "Lass ma von dia abschreiben"-Lebensattitüde, welche es ja zu Hauf gibt.

Verblöden wir wirklich immer mehr?
Wo wird das ganze enden?


Der BILDungsstand eines Menschen sagt sogut wie nichts über einen Menschen aus. Es gibt Gymnasiasten, die "DAX" vom "Dachs" nicht unterscheiden können, wie es im Buch Generation Doof auch erwähnt wird.

Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles, was man in der Schule gelernt hat, vergisst.
(Albert Einstein)


Die Universitäten verzweifeln langsam auch. Als ich mich vor nicht allzulanger Zeit über den NC für ein Psychologie-Studium erkundigt habe, bekam ich heraus, dass dieser mittlerweile bei 1,1 steht :sarkast: Die denken, wenn sie den NC heben, kommen qualitativere Studenten... Ob das die richtige Stelle ist, an der Veränderung wirklich relevant ist, wie so oft im deutschen Bildungssystem fraglich...

Soviel zur BILDung...

Dann gibt es auch den Aspekt mit der "Plastik-Liebe".
Jan Delay sagte bereits: "Leute ohne Seele mögen Dinge ohne Seele, mögen Plastik".
Es ist hier vom relativ krassen Materialismus die Rede, mit denen sich viele Menschen das Leben schönkaufen möchten. Unterhaltungsgegenstände wie Alkohol, Spielekonsolen etc. stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Ich frage mich was los ist.
Leben wir wirklich in einer Zeit des Kollektiv-Verblödens?


Ich freue mich auf eine hitzige Diskussion. :glotz:

MfG,
Ategato
Alles Vergängliche ist eine Illusion.
Ategato

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Auf ein kollegiales Verblöden

Beitragvon Mike » 3. Jan 2009 - 20:05


Ich frage mich was los ist.
Leben wir wirklich in einer Zeit des Kollektiv-Verblödens?


In der Tat, ja. Als Grund dafür könnte man so vieles anführen. Zum Einen wären da die Medien, auf die gerne geschimpft wird. Schwachsinnige Filme, hirnlose Fernsehserien (mit wenigen Ausnahmen), bedienter Voyeurismus.
In meiner Jugend gab es auch schon dieses Argument, wenn ich mir Waynes World (langzottlige ohne was im Kopf!), Bud Spencer & Terence Hill (hirnlose Hau-Drauf-Aktionen) oder Rambo und Terminator (Gewalt und Mord) angschaut hab. Ich möchte Mal sagen, dass ich trotzdem zu nem ganz passablen Menschen herangewachsen bin, der nicht in das Verblödungsschema passt. Also kann man schon Mal anführen, dass die Medien zwar einen großen Teil beitragen durch ihren Voyeurismus (Big Brother, .), dass sie aber nicht alleine Schuld dran sind.

Als nächstes kommt, dass der Mensch kein Einzelgänger ist, sondern vielmehr ein Gesellschaftsmensch, ein Herdentier. Sei es nun, dass er sich zu einer Herde gesellen oder eine Herde anführen will - beide Male sind andere Menschen ein wichtiger Bestandteil seines Lebens. Damit kommen wir zu den Politikern, den "Anführern" unserer Gemeinschaft. Früher wurde auch nicht immer die Wahrheit gesagt und es wurden viele unnötige Entscheidungen getroffen. Aber wenn ich mir die Politiker von heute so anschau. anstatt dass sie mit gutem Beispiel voran gehen und die Menschen miterziehen, heucheln sie auch nur rum und drücken sich vor der Verantwortung. Aber nicht nur die Politiker, auch die großen Manager sind eine wahre Enttäuschung vom menschlichen Standpunkt her gesehen.
Und wenn man jetzt zu solchen Menschen aufschauen muss, in deren Händen so viel Verantwortung liegt, die aber so wenig davon wissen wollen, dann ist man natürlich irgendwann orientierungslos und sucht sich andere Vorbilder. Das sind dann diese tollen Rapper, die damit prahlen, bei wie vielen Huren sie schon waren, die meinen, sich ständig bepöbeln zu müssen oder die sonstwas sind, nur keine Vorbilder.

Die Vorbilder von heute werden zusammengeschustert. Diese Menschen müssen nicht zwingenderweise etwas geschaffen haben im Leben. Sie werden "gecastet". Das wars. Und zu solchen Menschen soll man aufblicken?

Nunja, die Frage, woran die Volksverblödung liegt haben sich schon viele gestellt, und ich denke Mal, dass in jeder Generation diese Frage aufkommt.
Ich hab ja auch Abitur, und es ist schon verblüffend, welche Leute alle Abitur schaffen.

Was Materialismus betrifft. da hab ich Mal was Schönes gelesen, frei wiedergegeben so ungefähr "Jeder Mensch braucht ein gesundes Streben nach Materialismus - einen Materialismus, der das Fundament bildet, auf dem man ein Haus bauen kann. Aber nicht so viel Materialismus, dass man eine ganze Villa auf dem Fundament errichten kann".
Wenn ich mir aber z.B. anschau, wie 19-jährige schon mit großen Mercedes oder Audi rumfahren, weil sie das Geld entweder von ihren Eltern haben oder aber weil sie sich verschuldet haben. das ist etwas, was ich wohl nie verstehen werde. Ich hab meine ersten beiden Karren noch in Bar bezahlt von dem Geld, das ich mir nebenbei verdient habe. Klar, es waren Gebrauchtwagen und es war "nur" Opel. Aber es waren MEINE Autos. Mittlerweile, nach 7 Jahren Fahrpraxis und nem einigermaßen gesicherten Einkommen werd ich mir nächstes Jahr nen "neueren" Opel kaufen, der erst 4 Jahre in Gebrauch ist. Aber auch dafür habe ich gearbeitet.
Dieses "Ich hab das Geld nicht, aber ich kann ja Schulden machen" nimmt einem sehr viel an Verantwortung ab finde ich. Klar, es gibt Situationen, wo man Schulden machen muss, wie bei Hausbau oder Hauskauf. Man will sich ja nicht erst mit 60 Jahren ein Haus kaufen. Aber es ist schon ziemliche Mode, alles haben zu wollen, ohne dass man vorher dafür gearbeitet hat.

Und eines noch im Nachhinein: Spielekonsolen sind Kult! Zumindest die Älteren. Hab hier auch noch ein SNES und NES rumstehen. Aber mir fielen letztes Mal fast die Augen raus, als ich im Media Markt war. 250 Euro für ne Wii, jeder Controller (man braucht ja für jedes zweite Spiel nen anderen) kostet auch nochmal ordentlich Kohle.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
Mike

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