Angst vor Wasser

Forum: Psychopathologie - Psychische Störungen


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Angst vor Wasser

Beitragvon angie1983 » 1. Okt 2008 - 22:22


Ich sehe das genauso.

Möchte niemals mitten im Meer ins Wasser springen, dort schwimmen oder kann mir einen Pelikan anschauen. Das werd ich sicher nicht tun. Schlimm nur, dass so ein "Vorfall" einem das ganze Leben lang beschäftigen wird und dass die Ursache erst später erkennbar wird. Sicher stand ich damals unter Schock, aber genauso schnell hatte ich es wieder vergessen! Ich brachte die Angst vor Wasser nie damit in Verbindung und dachte, das ist halt so dass ich einfach Angst vor tiefen Gewässern hab!

Aber wenn ich jetzt wieder daran zurückdenke, dann war es so furchtbar ehrlich. Hab im Internet nachgelesen, dass Pelikane bis 1,80m groß werden können (manche Arten). Das leblose Tier war vielleicht nicht so groß, aber als Kind sieht man das meist noch viel schlimmer. Der Hals mit Schnabel hing mindestens 1m ins Wasser runter.

Das Schlimme war auch, dass mich die Strömung direkt dahin zog und ich quasi direkt vor dem Tier schwamm, grade dass ich es noch nicht ganz berührte.

MEINE ANGST LAG IMMER DARAN, DASS ICH GROßE FURCHT HABE WAS SICH IN DEM GEWÄSSER BEFINDET, DASS ICH DA NICHT MEHR RAUSKOMME UND NICHTS SEHEN KANN.

Daher kommen wahrscheinlich auch die Träume, die ich früher hatte.

L.G. Angie
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Beitragvon Svart-Vinter » 1. Okt 2008 - 22:33


Das ist ja auch eine absolute Schocksituation, wenn man nichts ahnend auf so etwas im Wasser stößt.
Ich kann Deine Angst ganz gut nachvollziehen...

Mich hat damals das komische Etwas unter Wasser auch so sehr geschockt, dass ich wohl nie wieder im Meer schwimmen gehen werde.

Der einzige Vorteil ist (da ich der Meinung bin, wenn man so etwas in der Pubertät oder im Erwachsenenalter erlebt),
dass man besser mit so einer Phobie umgehen kann.
Wenn so etwas im Kindesalter geschieht, kann man das alles einfach nicht so begreifen und demnach auch nicht handeln.
...und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben...
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Beitragvon Mike » 2. Okt 2008 - 09:15


Hatte damals auch so ne Situation, als ich auf Ibiza war. Ich glaub, da dürft ich so um die 12 Jahre rum gwesn sein... war mit meinen Eltern im Meer schwimmen und wollt grad wieder zurück zum Strand, auf ein Mal wickelt sich was um meinen Fuß, und als ich nach unten gschaut hab, hats wie ein riesen Tintenfisch ausgschaut... was hab ich für ne Panik bekommen, gstrampelt wie ein Vergaster... und als ich mich befreien konnte, bin ich etwas weiter gschwommn, hab genau hingschaut und was wars? Ein paar dicke Seile, die schon total ausgefranst und am Boden festgebunden waren :mrgreen:
Bei mir hat sich aber glücklicherweise keine Phobie draus entwickelt.

Wenn ich mir Angie's Beiträge so durchlese, würde ich weniger drauf tippen, dass der Pelikan allein der Auslöser für die Phobie war. Ich würde eher vermuten, dass du als Kind einen Zusammenhang zwischen dem Tod des Pelikans und dem deines Vaters sahst, wenn dein Vater - wie du geschrieben hast - kurz darauf verstarb. Du hast auch geschrieben, dass deine Aquaphobie erst danach auftrat, das würde das Ganze noch untermauern... vielleicht hat sich diese Situation so in dein Gedächtnis eingebrannt, dass du dachtest, dass der tote Pelikan indirekt mit dem Tod deines Vaters zusammenhängt und vielleicht die Schlussfolgerung gezogen hast, dass das alles nicht passiert wäre, wenn du nicht ins Meer gegangen wärst.
Ich mag natürlich komplett falsch liegen, aber das wär jetzt das, was mir am Logischsten erschiene.


Was Haga's Angst betrifft... nun, wenn du GAR KEINE Erinnerung an einen Auslöser hast, könnte es natürlich sein, dass du in einem deiner früheren Leben ertrunken bist... ja, ist keine "wissenschaftliche" Sicht der Dinge, aber die Wissenschaft ist nicht das Ultimativste.
Der Stolz des Philosophen erstarb in mir; der Schmerz des Menschen gewann die Oberhand und das kommende Licht der Sonne erfüllte mich mit Mutlosigkeit.
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Beitragvon Haderlumpin » 2. Okt 2008 - 09:49


Was Mike da sagt, ist sehr interessant. Ich erinnere mich, dass ich selbst oft solche "Orakel" wie ich sie immer genannt habe, zusammengeschustert habe ("Wenn ich dies oder jenes tue/nicht tue, stirbt mein Vater" etc.). Viele Kinder neigen dazu, in ihrer noch relativ egozentrischen Weltsicht, sich selbst die Schuld an allem zu geben und für die Begründung ziemlich ausgefeilte "Pläne" zu entwerfen. Hier wäre es ja nicht einmal so weit hergeholt, wenn du die kurz hintereinander stattgefundenen extremen Konfrontationen mit dem Tod zusammen gebracht hast.
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Beitragvon angie1983 » 4. Okt 2008 - 12:02


Es ist möglich, dass es einen Zusammenhang gibt.

Als Kind denkt man einfach anders. Dieser Urlaub damals mit meiner Mutter, war der Erste ohne meinen Vater (nach der Scheidung der Ehe) und wenn ich mich jetzt richtig erinnere, war es auch kurze Zeit nach seinem ersten Selbstmordversuch. Ich wollte bei ihm sein, aber meine Mutter hatte ein Problem damit und nahm mich lieber mit ans Meer. Ich liebte meinen Vater sehr und er war meine stärkste Bezugsperson! Baute um ihn ein Art Schutzschild auf und wusste, wie sehr er mich braucht. Ich wollte ihn einfach beschützen und alles Schlechte von ihm fernhalten, weil er sonst Niemanden hatte.

Ein halbes Jahr nach dem Urlaub, starb er dann und sein Leidensweg durch schwere Depression fand ein Ende.

Danach hatte ich mehrere Phobien, welche ich im Laufe der Jahre aber abbaute! Ich konnte z.B. keine Türgriffe mit der Hand berühren oder Plastiktüten angreifen. Ich öffnete und schloss Türen nur mit dem Ellbogen, runde Türknöpfe waren okey. Anstatt Plastik, nahm ich nur noch Papier- oder Leinentüten. So ging es ungefähr 2-3 Jahre lang, dann überwand ich meine Angst und hatte diese im Griff. Auslöser hierfür war, dass sich mein Vater mit Plastiktüte übern Kopf an einer Türschnalle erhängt hatte und ich an jedem dieser Gegenstände, meinen liebsten Menschen vor mir sah.

Das mit der Aquaphobie, ich weiß nicht, ein totes Tier trieb im Wasser und ich hatte solche Angst.

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